Irmgard von Broich (* unbekannt; † 28. Februar 1370) war Fürstäbtissin des Stifts Essen von 1360 bis zu ihrem Tod 1370.
Leben und Wirken Irmgard von Broich war die Tochter von Dietrich II. von Broich und dessen Ehefrau Elisabeth von Moers.
Sie wurde Nachfolgerin der am 27. September 1360 verstorbenen Katharina von der Mark. Zuvor war sie Dechantin des Stifts Essen. In einer Beratung über die Wahl einer neuen Äbtissin waren das Damenkapitel und das Herrenkapitel zu dem Ergebnis gekommen, dass die Pröbstin Oda von Mulsbergh einen verbindlichen Vorschlag unterbreiten solle.Archiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland AA 0248, Urkunde Nr. 569 Link Diese wählte Irmgard von Broich. Engelbert III. von der Mark, Erzbischof von Köln und Bischof von Lüttich, erhielt daraufhin am 11. Januar 1361 von Papst Innozenz VI. den Auftrag, zu prüfen, ob sie zur Verwaltung und Leitung des Stifts geeignet sei und sie in das Amt einzuweisen.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland AA 0248, Urkunde Nr. 576 Link Sodann leistete Irmgard am 25. Mai 1361 dem Papst den geforderten Treueeid.
Während Irmgards Regierungszeit kam es zu einem Konflikt des Stifts mit Herzog Wilhelm II. von Jülich wegen des Ländchens Breisig. Hierbei handelte es sich den umfangreichsten Außenbesitz des Stifts (das Gebiet umfasste das heutige Bad Breisig sowie die Orte Oberlützingen, Niederlützingen, Gönnersdorf und Brohl). Dieses Gebiet war dem Stift Essen bereits im Jahr 898 geschenkt worden. Herzog Wilhelm II. von Jülich hatte die Vogteirechte für dieses Territorium als Lehen inne. Im Jahr 1362 kam es wiederholt zu Plünderungen und Brandstiftungen im Ländchen Breisig, wodurch das Eigentum des Stifts beschädigt wurde. Ursächlich hierfür waren unter anderem Verpfändungen durch den Herzog, die zu mehreren Fehden führten.
Im Jahr 1364 erteilte Papst Urban V. daraufhin den Dechanten der Kapitel St. Johannis zu Lüttich, St. Martini zu Münster und St. Gereon zu Köln den Auftrag, das Stift Essen gegen die Unterdrücker und Beeinträchtiger desselben zu schützen.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland AA 0248, Urkunde Nr. 608 Link Im Jahr 1366 wurde der Herzog von Jülich durch das Landsfriedensbündnis Maas-Rhein dazu verpflichtet, dem Stift nachgewiesene Schäden zu erstatten.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248, Urkunde Nr. 639 Link Nach einer weiteren von 1374 bis 1376 andauernden Fehde wurde Wilhelm II. von Jülich im Jahr 1376 durch seinen Neffen, den Grafen Wilhelm I. von Berg, dazu gezwungen, die Vogtei des Ländchens Breisig an diesen abzutreten.
Irmgard von Broich starb nach zehnjähriger Regierungszeit am 28. Februar 1370. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Elisabeth von Nassau-Hadamar gewählt.
Einzelnachweise
Kategorie:Äbtissin (Essen) Kategorie:Geboren im 13. oder 14. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1370 Kategorie:Frau Kategorie:Chorfrau