mini|Oberer Flambacher Teich – Blick von Nordwesten (2024) mini|Hochwasserentlastungsanlage Oberer Flamber Teich (2026)

Der Obere Flambacher Teich ist eine historische Talsperre südsüdwestlich des Stadtgebietes von Clausthal-Zellerfeld. Er wurde im Zusammenhang mit dem Oberharzer Wasserregal von Oberharzer Bergleuten im 17. Jahrhundert angelegt. Wie alle Oberharzer Teiche ist auch der Obere Flambacher Teich seit dem Jahr 2010 Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft.

Lage Der Teich liegt etwa 2,5 Kilometer südwestlich des Stadtkerns des Ortsteiles Clausthal und zwei Kilometer nordwestlich des Ortsteiles Buntenbock. Etwa 500 m östlich der Anlage verläuft in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße B 241. Gespeist wird die Stauanlage vom Flambach. Unmittelbar unterhalb des Oberen Flambacher Teiches befindet sich der Untere Flambacher Teich. Weitere 750 m unterhalb durchläuft das Wasser den Haderbacher Teich. Unterhalb des Haderbacher Teiches fließt das Wasser in die Innerste und wird nach etwa weiteren 15 Kilometern noch einmal durch die Innerstetalsperre aufgestaut.

Beschreibung Der Staudamm wurde vor 1689 als Erdbauwerk, das heißt mit einer Erd- und Felsschüttung, erstellt. Dieses Dammschüttmaterial wurde örtlich gewonnen und ist von überwiegend steiniger Substanz. Die Dammdichtung wurde aus Rasensoden hergestellt und verläuft entlang der wasserseitigen Böschung. Es handelt sich um einen Teich der „Alten Bauart“.

Die Hochwasserentlastungsanlage befindet sich am rechten (westlichen) Hang und besteht aus einer Grauwacke-Bruchstein-Konstruktion. Ein hölzernes Joch diente früher noch zum Einsetzen von zusätzlichen Staubrettern, um den Teich noch höher anstauen zu können.

Der Grundablass ist als Striegelanlage gestaltet und wird heute mittels einer hydraulischen Vorrichtung betätigt. Das Holzgerenne ist noch im Einsatz.

Einzugsgebiet, Wasserwirtschaft Das 0,74 km² große Einzugsgebiet des Oberen Flambacher Teiches besteht fast ausschließlich aus Wiesen- und Waldflächen. Es wird stark vom Schmidtsgraben geprägt, der große Teile des Zulaufes westlich des Teiches vorbeiführt. Über einen Fehlschlag kann Wasser gezielt dem Teich zugeführt werden.

Der Teich speiste sein Wasser über den Unteren Flambacher Teich in den Oberen und Unteren Rosenhöfer Fall, welcher das Wasser den zwei Kilometer nördlich gelegenen Bergwerken im Rosenhöfer Revier als Aufschlagwasser zuführen konnte. Nach Stilllegung der Grube Rosenhof im Jahr 1930 wurde das Wasser bis 1981 dem Wasserkraftwerk im Ottiliaeschacht zur Verfügung gestellt.Hugo Haase, Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz, 5. Auflage, Piepersche Druckerei und Verlagsanstalt, Clausthal-Zellerfeld 1985, ISBN 3-923605-42-0

Bauwerkshistorie Im Jahr 1986 wurde eine deutliche Undichtigkeit im Damm aktenkundig. Der Teich wurde daraufhin nur noch abgesenkt betrieben. In den Folgejahren kam es zu mehreren Untersuchungen, unter anderem auch durch CO2-Begasung des Dammes. Verschiedene Pläne zur Sanierung wurden erstellt; dazu gehörte auch, den Überlauf wesentlich tiefer zu legen, um den undichten Bereich nicht mehr einzustauen. 1991 erfolgte ein Versuch, eine historische Rasensodendichtung neu zu erstellen. Der Versuch schlug fehl, vermutlich weil diese nicht richtig an die intakte Dichtung angeschlossen war.

1994 wurde im größeren Stil die Dammdichtung saniert. Die Wellenschutzmauer wurde auf 90 m Länge abgetragen und seitlich gelagert. Die vorhandene Dichtung wurde bis auf das Niveau von etwa 1,6 Meter unter Überlauf freigelegt. Es wurden ca. 200 m³ Ziegelton angefahren und eine neue Tondichtung vor der Rasensodendichtung eingebaut. Anschließend wurde die Wellenschutzmauer wieder vor der Dichtung hergestellt. Der Probestau im Anschluss war erfolgreich; es wurden nur noch sehr geringe Sickerungen gemessen. Im Ganzen hatte sich bei der Maßnahme gezeigt, dass wohl beim Bau der Wellenschutzmauer vor vielen Jahrzehnten zu viel von der Rasensodendichtung abgetragen worden ist, um Platz für den Hinterschlag zu schaffen. Die Rasensodendichtung war an einigen Stellen nur noch 10 bis 20 cm stark, was die Undichtigkeiten erklärt.

1995 wurde zur zuverlässigen Erfassung eine Sickerwassermessung aus Dränrohren mit Messschacht erstellt.

Die Hochwasserentlastungsanlage (Ausflut) wurde 2002 in gleicher Konstruktion und gleichen Abmessungen neu errichtet. 2011 musste der Teich vollständig entleert werden, um die Hydraulikanlage des Grundablasses zu reparieren. Als die Sickerwassermengen wieder anstiegen, wurde die Maßnahme „Dichtungssanierung“ noch mal um 44 Meter nach Osten verlängert.

Sonstiges Da der Teich nur über einen etwa 750 m weiten Fußmarsch erreicht werden kann, ist er nicht ganz so stark frequentiert. Badebetrieb kann in den Sommermonaten beobachtet werden. Fischereilich wird der Teich vom ASV Westerode genutzt. Gastkarten sind an verschiedenen Ausgabestellen erhältlich.Gewässer auf asv-westerode.de, abgerufen am 3. September 2026

Aufgrund einer seltenen Nadelsimsen- und Strandlingsgesellschaft wird der Teich regelmäßig teilabgesenkt. Des Weiteren findet sich im Teich der seltene Edelkrebs.Justus Teicke, Kathrin Baumann: Talsperrenbetrieb für den Naturschutz in: WasserWirtschaft 04/2010

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Teich des Oberharzer Wasserregals Kategorie:Gewässer im Landkreis Goslar SFlambacher Teich, Oberer Kategorie:Bauwerk im Harz Kategorie:Erdschüttdamm Kategorie:Geographie (Harz) Kategorie:Stausee in Europa Kategorie:Geographie (Clausthal-Zellerfeld)