Die Schlacht bei Buschyn fand am 13. August 1662 während des Russisch-Polnischen Krieges 1654–1667 statt.

Hintergrund Der Sieg der Polen-Litauen in der Schlacht bei Tschudniw am 14. Oktober 1660 führte dazu, dass der Kosakenhetman Jurij Chmelnyzkyj jeglichen Willen zum weiteren Kampf verlor. Nach Verhandlungen einigten sich beide Seiten am 17. Oktober 1660 auf den Abschluss des Vertrags von CudnówRomuald Romanski S. 173–177. Keine neue Kampagne der polnisch-litauischen Truppen kam in 1661 und 1662 zustande, da ein Konflikt über die Wahl eines Nachfolgers vivente rege (also noch zu Lebzeiten des regierenden Königs) ausbrach. Im Jahr 1661 erhoben sich auch die polnische und die litauische Armee wegen ausbleibenden Soldes ("Związek Święcony" beziehungsweise "Związek Braterski") Adam Kersten S. 501–519.

Hetman Jurij Chmelnyzkyj versuchte mit Unterstützung der Krimtataren und kleinerer polnischer Truppenkontingente, die Opposition gegen seinen außenpolitischen Kurs zu beseitigen, die sich in den Regimentern der Linksufer-Ukraine gebildet hatte. Ihr Anführer war der Perejaslawer Oberst Jakym Somko, Onkel Chmelnyzkyjs. Bis zum Jahr 1661 hatte sich das Hetmanat entlang des Dnepr in zwei verfeindete Lager gespalten. Nachdem die Belagerungen von Perejaslaw in 1661 und 1662 erfolglos geblieben waren, kam es zum Schlacht bei Kaniw, in der Chmelnyzkyjs Truppen eine vernichtende Niederlage erlittenIgor Babulin S. 42.

Nach dieser schweren Niederlage war Chmelnyzkyj gezwungen, seine Pläne zur Unterwerfung des linken Dnepr-Ufers aufzugeben, und floh auf das rechte Ufer. Ihm folgten Zarentruppen unter dem Kommando des Stolniks Michail Priklonski sowie das Regiment von Wassili Solotarenko. Bald nahmen sie Tscherkassy und Korsun ein und erreichten den Übergang bei Buschyn. Die Hauptkräfte Russlands unter dem Kommando von Grigori Romodanowski zogen den Dnepr hinab und sollten sich mit Priklonski vereinen, um anschließend gegen Tschyhyryn vorzurücken. Während jedoch beide Armeen an verschiedenen Ufern des Dnepr standen, griff Chmelnyzkyj Priklonski und Solotarenko überraschend an. Es gelang ihm, eine etwa 5000 Mann starke Truppe aus den Regimentern von Podolien und Brazlaw aufzustellen. Die eigentliche Schlagkraft bildeten jedoch die ihm zu Hilfe geeilten Krimtataren unter dem Kommando der Prinzen Selim Giray (des späteren Khans) und Mehmed IV Giray.Igor Babulin S. 48

Die Schlacht Nachdem sie am 11. August bei Kryliw eine kleine Abteilung zarischer Truppen und linksufriger Kosaken geschlagen hatten, griffen die Krimtataren und Chmelnyzkyj am 13. August das Heer von Priklonski und Solotarenko an, das am rechten Dnepr-Ufer bei Buschyn auf die Vereinigung mit Romodanowski wartete. Die verschanzte Abteilung Priklonskis verteidigte sich erfolgreich und versuchte, Verstärkungen vom gegenüberliegenden Ufer abzuwarten, deren Übersetzung mit Booten und Fähren von Romodanowski vorbereitet wurde. Die Kosaken Solotarenkos hielten jedoch dem Ansturm des zahlenmäßig überlegenen Gegners nicht stand und flohen, indem sie sich schwimmend in Sicherheit brachten.

Die russischen Truppen zogen sich geordneter zurück. Ein Teil setzte mit Booten und Fähren über den Fluss, ein anderer schwimmend. Es gelang, nahezu die gesamte Artillerie zu retten. Die standhaften Nachhuteinheiten, die den Übergang deckten, wurden jedoch fast vollständig getötet oder gefangen genommen. Zusätzliche Unterstützung leistete Romodanowski vom gegenüberliegenden Ufer durch Artilleriefeuer.

Folgen Die Russen verloren etwa 300 Mann und drei Geschütze, während die Verluste Solotarenkos deutlich höher waren. Jurij Chmelnyzkyj stellte die Schlacht in seinem Bericht an König Johann II. Kasimir als einen großen Sieg dar und übertrieb dabei die Verluste seiner Gegner um ein Vielfaches. Infolge der Schlacht zogen sich die russischen und linksufrigen Truppen aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit des Gegners am linken Dnepr-Ufer nach Norden hinter den Fluss Sula zurück. Dabei gelang es ihnen, die sie verfolgenden Truppen der Krimtataren und Chmelnyzkyjs beim Übergang über den Fluss abzuwehren. Die Niederlage bei Buschyn verhinderte, dass sich die russische Seite dauerhaft am rechten Dnepr-Ufer festsetzen konnte.

Die Horde, die Chmelnyzkyj aus seiner schwierigen Lage gerettet hatte, verlangte einen hohen Preis für ihre Hilfe. Die Tataren entsandten Streifzüge vom Dnepr bis nach Lubny und verschleppten die gesamte von ihnen erfasste Bevölkerung der Region in die Gefangenschaft (Jassyr). Für Chmelnyzkyj konnte dieser Sieg den Verlust seines Ansehens als Heerführer nach der vernichtenden Niederlage in der Schlacht bei Kanew nicht ausgleichen. Schon bald legte er daraufhin die Hetmanswürde nieder.

Literatur Romuald Romanski: Historyczne Bitwy – Cudnow 1660, Warszawa: Bellona, 1996. Adam Kersten: Stefan Czarniecki 1599–1665, Lublin 2005. Urszula Augustyniak: Historia Polski 1572–1795, 2008. Igor Babulin: Каневская битва 16 июля 1662 года [Schlacht von Kanev, Juli 16, 1662]. Moscow, 2015.

Einzelnachweise

Buschyn Buschyn Kategorie:Geschichte (Oblast Tscherkassy)