Nick Santino (* 24. Januar 1965 in New York City, New York; † 25. Januar 2012 ebenda) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Filmemacher, der von 1995 bis 2011 aktiv war.

Leben Santino wurde im Stadtteil Brooklyn von New York City geboren und wuchs unter schwierigen Bedingungen auf. Im Alter von fünf Monaten kam er in das Waisenhaus St. Joseph’s. In den folgenden 16 Jahren wurde er in insgesamt neun verschiedene Pflegefamilien des Staates New York untergebracht. Mit etwa 16 bis 17 Jahren entschied er sich, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es gelang ihm, eine kleine Wohnung zu bekommen, und er gründete mehrere kleine Nachbarschaftsunternehmen, zusätzlich arbeitete er auf dem Bau und bei der Müllabfuhr.

Im Jahr 1983 begann er ein selbstfinanziertes Ingenieurstudium am College und erwarb anschließend einen Master of Business Administration in Finanzwesen. Er stellte jedoch fest, dass sein ausgeprägter New Yorker Akzent für seine berufliche Zukunft eher hinderlich war, und begann, gezielt an seiner Aussprache zu arbeiten.

In den 1990er-Jahren wandte er sich der Schauspielerei zu und absolvierte eine zweijährige Ausbildung an der American Academy of Dramatic Arts in New York. Seine ersten künstlerischen Schritte machte Santino 1997 am Off-Broadway, wo er unter anderem in Frankie and Johnny sowie Fool for Love auftrat und in mehreren Theaterensembles und Improvisationsgruppen mitwirkte. Diese Bühnenerfahrungen führten schließlich zu seinem ersten größeren Fernsehengagement: der Rolle des Officer Anton in der Seifenoper All My Children, in der er von 1998 bis 2001 wiederkehrend zu sehen war. Anschließend folgte eine weitere feste Rolle in Springfield Story (2002) als Vater Soto. Parallel dazu produzierte und inszenierte er den Kurzfilm Steel Crossings, der auf mehreren Festivals gezeigt und als „Best Short Drama“ ausgezeichnet wurde. Einen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er im Jahr 2011 in zwei Folgen der Fernsehserie Royal Pains.

Neben seiner Schauspielkarriere hatte Santino einen persönlichen Bezug zu den Terroranschlägen am 11. September 2001: Mit seinem ConEdison‑Ingenieurausweis und einer Asbestzertifizierung gelangte er in das abgesperrte Gebiet um den Ground Zero und gehörte zu den ersten Teams, die an den Such- und Rettungsmaßnahmen als Ersthelfer am World Trade Center teilnahmen.

Ab 2010 geriet sein Privatleben zunehmend unter Druck, als in seinem Wohngebäude One Lincoln Plaza in Manhattan, ein gemischt genutztes 43-stöckiges Hochhaus gegenüber dem Lincoln Center, Verbote gegen bestimmte Hunderassen eingeführt wurden. Hundebesitzer wurden zur Nutzung des Lastenaufzugs verpflichtet, Tiere durften maximal neun Stunden alleine bleiben und das Bellen wurde eingeschränkt sowie Strafen von 250 US-Dollar bei Regelverstößen verhängt. Obwohl Santinos Pit Bull Rocco, den er aus einer Tierauffangstation gerettet hatte, aufgrund einer Bestandsschutzregelung weiterhin im Gebäude leben durfte, sah sich Santino zunehmend Repressalien der Hausverwaltung (engl. Condominium) ausgesetzt. Mehrere Bewohner berichteten später öffentlich, dass Santino systematisch schikaniert worden sei; Nachbarn beschrieben die Regeln als „drakonisch“ und „willkürlich“. Santino selbst kritisierte die Entscheidungsprozesse der Verwaltung als autokratisch und diktatorisch.

Die Situation eskalierte über Monate hinweg, bis Santino sich gedrängt sah, seinen Hund einschläfern zu lassen – obwohl das Tier gesund und friedlich war, wie Zeugen bestätigten. Dieser Schritt erschütterte ihn zutiefst und er nahm sich einen Tag nach seinem 47. Geburtstag das Leben. In einem Abschiedsbrief schrieb er, er habe „seinen besten Freund verraten [und] Rocco vertraute mir und ich habe ihn im Stich gelassen.“ Santino und sein Hund wurden später kremiert und gemeinsam beigesetzt. Marilyn Fireman, Mitglied der Verwaltung, wies jegliche Einflussnahme auf den Tod oder Willkür von sich.

Filmografie (Auswahl) 1995: All My Children 25th Anniversary Special (Fernsehfilm) 1998: Steel Crossings (Kurzfilm) 1998–2001: All My Children (Fernsehserie) 2002: Springfield Story (Fernsehserie) 2007: Mattie Fresno and the Holoflux Universe 2011: Gossip Girl (Fernsehserie) 2011: Royal Pains (Fernsehserie)

Theater (Auswahl) 1997: Frankie & Johnny (Mannie Greenfield Theater, New York City) 1997–1998: Fool for Love (Mary MacArther Theater, New York City) 1998–1999: Marriage Can Be Murder (Soul Star Productions, New York City)

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Einzelnachweise

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