Der Schwarzhalssaltator (Saltatricula atricollis, Syn.: Saltator atricollis, Tanagra jugularis, Saltator sordidus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tangaren (Thraupidae), die im offenes Grasland in Bolivien vom Departamento Beni östlich bis ins Departamento Santa Cruz, im nordöstlichen Paraguay und im Binnenland des nordöstlichen und zentralen Brasilien verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art ist monotypisch.
Merkmale Der Schwarzhalssaltator erreicht eine Körperlänge von ca. 20,0 bis 20,5 cm bei einem Gewicht von ca. 53,8 g. Der vordere Oberkopf ist dunkel braun, der Oberkopf und die Oberseite einschließlich der Oberflügeldecken und Schwungfedern sind matt dunkel braun mit helleren braunen Federrändern. Der Schwanz ist dunkel braun mit undeutlichen dunkleren Querbinden. Das Gesicht, das Kinn und die Kehle sind schwarz, eine Färbung, die hinter den Ohrdecken hin ins bräunlich Grau übergeht. Die Brust ist blass gelblich grau, zum Bauch, zu den Flanken und der Bereich um die Kloake geht die Färbung in einen wärmeren Gelbton über. Die Iris ist schokoladenbraun, der Schnabel orange mit schwärzlichem First und die Beine hell braun. Es besteht kein Geschlechtsdimorphismus. Jungvögel haben gelbliche Säume an den schwarzen Kehlfedern und einen dunklen Schnabel.David Brewer (2020)
Lautäußerungen Der Gesang des Schwarzhalssaltators ist ein schnelles, melodisches und wirbelndes Trillern, das beispielsweise wie vit-jouir-p-witjouir klingt. Dieser dauert etwa drei Sekunden und unterscheidet sich von dem aller anderen Arten der Gattung. Mehrere Individuen können im Wechselgesang gemeinsam singen. Sein Ruf ist ein hohes wik-wik oder bits und ähnelt dem Geräusch aneinanderstoßender Kieselsteine. Der Warnruf am Nest ist ein lautes, durchdringendes squiiiou.
Fortpflanzung Alle bekannten Daten zur Brutbiologie des Schwarzhalssaltators stammen aus Minas Gerais. Beobachtungen von Vögeln, die Futter zu ihren Jungen brachten, erfolgten dort im März und April. Ein Nest mit weitgehend befiederten Jungen wurde dort am 17. März entdeckt, ein weiteres mit zwei weitgehend befiederten Jungen Ende Oktober und am 10. Oktober wurde ein Altvogel mit Nistmaterial beobachtet. Die zeitliche Verteilung der Nachweise deutet darauf hin, dass die Art möglicherweise mindestens zwei Bruten pro Saison aufzieht. Es gibt bei einigen Bruten Hinweise darauf, dass weitere Vögel neben den Eltern bei der Aufzucht helfen. Ein Nest war kelchförmig und aus groben Gräsern und Zweigen in 0,9 Metern über dem Boden in einem Busch gebaut. Der Außendurchmesser war 15,5 × 13,5 Zentimeter, der Innendurchmesser 8,8 Zentimeter. Ein zweites Nest, in einer Höhenlage von 1250 Meter, war ein aus Gras gefertigter Napf mit einem Innendurchmesser von ca. 9 Zentimeter und einem Außendurchmesser von 18 Zentimeter. Es war am Boden in die Seite eines Horstes aus grobem Gras gebaut, wobei einige sehr kleine Büsche nur spärlichen Sichtschutz von oben boten. Das Gelege bestand aus zwei blau oder grünlich weiß gefärbten Eiern, die mit stumpfbraunen oder schwarzen Zeichnungen versehen waren.
Verhalten und Ernährung Die Nahrung des Schwarzhalssaltators in Minas Gerais besteht überwiegend aus Samen und Blütenknospen, gefolgt von Früchten und einer geringen Menge an Wirbellosen. Die Art tritt in gemischten Schwärmen mit anderen Vogelarten auf und ist außerhalb der Brutzeit selten einzeln anzutreffen. Oft fungiert er in der Wächterrolle für andere Schwarmvögel, indem er auf einer exponierten Warte sitzt und bei Annäherung eines Fressfeindes einen allgemein verständlichen Warnruf ausstößt. Die Nahrungssuche erfolgt häufig am Boden.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Schwarzhalssaltators (grün) Der Schwarzhalssaltator bewegt in trockenem Caatinga- und Cerrado-Buschland. Meist ist er in Höhenlagen von 500 bis 1300 Meter unterwegs, im Osten Brasiliens lokal auch bis 1800 Meter.
Migration Der Schwarzhalssaltator ist vermutlich ein Standvogel.
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Tafel mit Rotbrusttangare (Compsothraupis loricata (, 1819)) und Schwarzhalssaltator von Johann Baptist von Spix Die Erstbeschreibung des Schwarzhalssaltators erfolgte 1817 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Saltator atricollis. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an.Louis Pierre Vieillot (1817), S. 104. 1861 führte Hermann Burmeister die neue Gattung Saltatricula ein.Hermann Burmeister (1861), S. 481–482.Die Gattung wurde für den Chacosaltator (Saltatricula multicolor (, 1860)) eingeführt. Das Wort ist das Diminutiv zum .Saltatricula The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname atricollis ist ein Wortgebilde aus und .atricollis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Zusätzlich existieren die Synonyme Tanagra jugularis , 1823Martin Hinrich Carl Lichtenstein (1823), S. 31. und Saltator sordidus , 1845.René Primevère Lesson (1845), S. 296–297. Jugularis hat seinen Ursprung in jugularis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, sordidus in .sordidus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay sieben Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970), Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) im Bergland des Río Apa bei San Luis de la Sierra im Departamento Concepción, in Centurion und in Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah in Saltator atricollis die Art fürs Land. Drei weitere Exemplare, die er zur Analyse hatte, stammten aus Bernalcue. In der Literatur sah er nur in Habia de la gola negraFélix de Azara (1802), S. 348–349. und Habia de la robustonaFélix de Azara (1802), S. 350–351. von Félix de Azara Nachweis für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 125–126.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Tangaren