mini|Carl Johan Oftedahl vor 1941 Carl Johan Oftedahl (* 18. Januar 1906 in Stavanger, Rogaland; † 29. Dezember 1941 auf dem Militärgelände FlatnermoenAusführliche Informationen zum Ort auf trandum.no in Nannestad) war ein norwegischer Arzt und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Stavanger, kämpfte im Rogaland und im Westen Norwegens.Lettere di condannati, Seite 459–461, siehe Literatur.

Familie und Beruf Er war der Sohn von Ole Oftedahl und Juline geb. Forgaard, war verheiratet mit Marie (genannt Masa), geborene Engelstad (* 1906), Eheschließung 1923Genealogie auf sveaas.net., und hatte einen Sohn (Carl Johan).Weitere Informationen auf der Gedenkseite „Unsere Gefallenen“, vg.no. Nach seiner Ausbildung zum Arzt (Doktor) baute er in der Petersgata 40, Stavanger, ein Haus, in dem er seine eigene Praxis hatte und wohnte.Zur Geschichte des Hauses siehe pedersgata.no. Vor dem Krieg betätigte er sich auch als Schauspieler und Sänger und spielte als erster bis 1937 am Theater Stavanger die Rolle des Syvrin Snørteland in der Musikkomödie Maktå på Straen von Leiv Isaksen.Rückblick auf der Künstlerseite rogalyd.

Widerstand Ab April 1940 unterstützte er Familien, aus denen heraus Angehörige nach der deutschen Okkupation verhaftet wurden. Ende 1940 trat er der Widerstandsgruppe Milorg (Militärische Organisation) bei und leitete eine Gruppe, die die deutschen Militär- und Marineaktivitäten im Rogaland und an der Westküste Norwegens ausspionierte. Seine Gruppe wurde mit der Gruppe Georg Helland, die den Hafen Stavanger beobachtete, zusammengelegt und die Informationen wurden per Funk nach England übermittelt.Mehr Informationen zur Gruppe, zur Verhaftung und zum Prozess siehe fanger.no.

Verhaftung, Prozess und Hinrichtung Am 28. Juli 1941 wurde er auf Grund einer Denunziation in Stavanger von der Gestapo verhaftet und wurde nach dem Gefängnis Stavanger, dem Gefängnis im Åkebergveien, Oslo, schließlich am 4. Dezember 1941 in das Kriegswehrmachtsgefängnis, Akershus festning, Oslo, überstellt. Am 14. Dezember verurteilte ihn das Kriegsgericht wegen Spionage zum Tode, am 29. Dezember 1941 führte ein Exekutionskommando in Nannestad das Urteil aus. Er wurde zusammen mit zehn Kameraden erschossen und im Waldgebiet Trandumskogen (heute Grab 18 auf der Gedenkstätte) in einem Holzsarg anonym begraben.

Gedenken Nach dem Krieg wurde er im nahegelegenen Trandumer Wald, Trandumskogen, Ullensaker, in einem Massengrab gefunden und exhumiert. Er fand auf dem Friedhof in Eiganes, heute Stadtteil von Stavanger, seine letzte Ruhe.Angaben auf der Gedenkseite „Unsere Gefallenen“, vg.no und die Ausgrabungsgeschichte auf trandum.no.

Brief an seine Frau, geschrieben in der Frühe kurz vor seiner Exekution: „Meine liebe, geliebte Masa! Eigentlich wollte ich ein Testament schreiben, aber das ist wohl überflüssig. Was mir gehört, gehört dir, und du wirst es gut verwalten ... Den Ring, den ich von dir bekommen habe, soll der kleine Carl Johan habe ... Die Uhr, die du hier ausgehändigst bekommst, ist tatsächlich mein Eigentum. Ich habe sie gegen meine frühere Armbanduhr eingetauscht. Nochmals: Gott ist mit uns allen. Lass mich dort ruhen, wo ich euch am nächsten sein kann. Dein Carl Johan.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 459–461: Carl Johan Oftedal, Seite 447–451: Überblick über den norwegischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Siehe auch Borgen Bøe Georg Helland Martin Jacobsen

Weblinks Kurzbiographie mit Angaben zur Familie auf vg.no. Gefangenenverzeichnis, Informationen zu den Widerstandsgruppen auf fanger.no. Prozess und Hinrichtungsort, Exhumierung auf trandum.no.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (norwegischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1941 Kategorie:Mann