mini|hochkant|Godefridus Johannes Hoogewerff Godefridus Johannes Hoogewerff, auch Godefridus Iohannes Hoogewerff (geboren am 20. Juni 1884 in Amersfoort; gestorben am 25. März 1963 in Florenz) war ein niederländischer Ikonologe, Kunst- und Literaturhistoriker.
Leben Hoogewerff war ein Sohn des niederländischen Gelehrten und Philologen Godfried Christiaan Hoogewerff (3. Juni 1857 – 22. Januar 1935) und dessen Frau Johanna Cornelia (geborene Elink Schuurman; 1858–1938)P. J. van Kessel: Hoogewerff, Godefridus Johannes (1884–1963). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. Band 2, Den Haag 1985, (resources.huygens.knaw.nl). und besuchte das Gymnasium in seiner Heimatstadt und wurde anschließend, auf Wunsch seines Vaters, im Schreinerhandwerk ausgebildet. Er hatte fünf Geschwister, Marius Anthony Johannes Hoogewerff (26. September 1886 – 11. April 1954); Louis Marie Henri Hoogewerff († 14. Mai 1890); Johanna Cornelia Hoogewerff (* 10. Juni 1892); Theodoor Godfried Christiaan Hoogewerff (28. Juni – 1. Juli 1895); Godefrieda Christina Agatha Hoogewerff (* 19. April 1900), von denen vier im Kindesalter starben. Als Matrose kam er unter anderem in einige skandinavische Länder und lernte so in Kopenhagen seine spätere Frau, die Finnin Hilma Maya Tamminen, kennen, die er am 16. Juli 1913 heiratete. Das Paar hatte keine Kinder. Von 1903 bis 1908 studierte er niederländische Literatur und Geschichte bei Gerhard Wilhelm Kernkamp an der Universität Utrecht und war ab 1908 Assistent von Willem Vogelsang, der 1907 auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte berufen worden war. Er schloss sein Studium mit einer Arbeit über das Leben an Bord von Ostindien-Schiffen im 17. Jahrhundert ab. Er war mit dem Mediävisten Otto Oppermann befreundet, der sein historisches Interesse förderte und ihn in der kritischen Quellenforschung ausbildete. Der Utrechter Stadtarchivar S. Muller Fzn. beauftragte Hoogewerff mit der Katalogisierung der illuminierten Handschriften des Erzbischöflichen Museums. 1909 reiste er nach Rom und verfasste am Niederländischen Historischen Institut seine Dissertation über die niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts in Italien. Nach seiner Promotion im Jahr 1912 blieb er weiterhin Assistent am Institut. Als der bisherige Direktor Gisbert Brom am 6. Februar 1915 starb, übernahm Hoogewerff bis zum Oktober stellvertretend die Leitung, bis Antonius Hubertus Leonardus Hensen sein Amt antrat. Von 1917 bis 1919 war er erneut stellvertretender Direktor, und als Hensen 1924 altersbedingt ausschied, wurde Hoogewerff bis 1950 dessen Nachfolger als Direktor. Nebenbei war er als Korrespondent für die Zeitschrift Algemeen Handelsblad tätig. Mit Alexander Willem Byvanck reiste er nach England und besuchte dort Cambridge und London. 1932 veröffentlichte er unter dem Pseudonym „A. E. Drijfhout“ ein poetisches Werk mit lateinischen Mottos und niederländischen Epigrammen unter dem Titel XXIV Emblemata, das mit Holzschnitten von Maurits Cornelis Escher illustriert ist. Zudem beschäftigte er sich mit der Ikonologie und erhielt 1950 eine außerordentliche Professur auf diesem Gebiet sowie in frühchristliche Kunst des Mittelalters in Utrecht. Auf seine Initiative hin wurde 1955 ein weiteres Institut in Florenz gegründet, das er bis 1958 persönlich leitete.
Ehrungen (Auswahl) Korrespondierendes Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften. Mitglied der Accademia Nazionale di San Luca in Rom. Ausländisches Mitglied der Klasse der Schönen Künste der Königlichen Flämischen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste in Belgien.
Schriften (Auswahl) Een Nederlandsche bron van den Robinson Crusoe. In: Onze Eeuw. 9. Jahrgang, 1909, S. 360–412 (niederländisch, dbnl.org). Nederlandsche Schilders in Italie in de XVIe eeuw (De Geschiedenis van het Romanisme). 1912 (Dissertation, ). Bescheiden in Italië omtrent nederlandsche kunstenaars en geleerden. Band 2: Rome. Archieven van bijzondere instellingen. Band 3: Rome. Overige bibliotheken. Martinus Nijhoff, Den Haag 1913/1917 (Band 3, ). Jan van Scorel. Peintre de la renaissance holandaise. Martinus Nijhoff, Den Haag 1923 (französisch, ). De Nord-Nederlandsche Schilderkunst. 5 Bände, Martinus Nijhoff, Den Haag 1936–1947. Mit Alexander Willem Byvanck: Noord-Nederlandsche miniaturen in handschriften der 14e, 15e en 16e eeuwen. Martinus Nijhoff, Den Haag 1925. XXIV emblemata, dat zijn zinne-beelden / spreukverzen. 1932 (Unter Pseudonym). Als Herausgeber Willem Ysbrandsz. Bontekoe: Journael ofte gedenckwaerdige beschrijvinghe van de Oost-Indische reijse van Willem Ysbrantsz. Bontekoe van Hoorn. 1915 (dbnl.org oder gutenberg.org).
Literatur
P. J. van Kessel: Hoogewerff, Godefridus Johannes (1884–1963). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. Band 2, Den Haag 1985, S. 241–243 (resources.huygens.knaw.nl, Stand 12. November 2013).
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Universität Utrecht) Kategorie:Kunsthistoriker Kategorie:Niederländer Kategorie:Mann Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1963