mini|hochkant=1.2|St.-Michael-Kirche St. Michael ist die römisch-katholische Kirche in Bremervörde, einer Stadt im Norden des Landkreises Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen. Die nach dem Erzengel Michael benannte Kirche gehört als Filialkirche zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Stade und ist die westlichste Kirche im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim.
Geschichte Bremervörde wurde durch die im 16. Jahrhundert eingeführte Reformation protestantisch geprägt. Erst im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs ließen sich in Bremervörde wieder Katholiken in größerer Zahl nieder, die zunächst von der Herz-Jesu-Gemeinde in Bremerhaven-Geestemünde betreut wurden. Am 1. Oktober 1945 wurde in Bremervörde eine katholische Seelsorgestelle eingerichtet, ihr erster Seelsorger wurde Pastor Wilhelm Machens. Ihr erstes eigenes Gotteshaus war eine Notkirche in der damaligen Flutstraße (heute Bremer Straße und Gnarrenburger Straße), die 1948 ihre Benediktion erhielt. 1956 folgte die Errichtung der Kuratie Bremervörde.
1962 wurde der Grundstein für die St.-Michael-Kirche gelegt, und am 10. August 1963 nahm Bischof Heinrich Maria Janssen die Kirchweihe vor. Damals war Günter Franz Pastor der Kuratie Bremervörde. 1966 folgte der Bau des Pfarrhauses.
1978 wurde der Altarraum gemäß der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils umgestaltet, dabei wurde der Altar von der Rückwand in die Mitte des Altarraumes umgesetzt. 1979 wurde die Taufkapelle an der Westseite der Kirche zur Marienkapelle umgestaltet. 1980 wurde die Kuratie Bremervörde zur Pfarrei erhoben, 1983 folgte die Erweiterung des Pfarrheims und 1986 der Ersatz der elektronischen Dereux-Orgel durch eine Pfeifenorgel. 1995 bekam die Kirche einen Turm mit zwei Glocken.
Am 1. September 2004 wurde das Dekanat Stade, zu dem die Kirche gehörte,St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ´91. Hildesheim 1990, S. 104. verändert und in Dekanat Unterelbe umbenannt.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. In: Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger. Nr. 7/2004, S. 230–231. Seit dem 1. September 2010 gehört die Kirche zur Pfarrei Heilig Geist, der neben der Kirche St. Michael in Bremervörde auch die Kirchen Heilig Geist und St. Josef in Stade, St. Ansgar in Hemmoor-Warstade sowie die Kapelle St. Nikolaus in Hechthausen angeschlossen wurden. Die Pfarrgemeinde St. Michael in Bremervörde wurde in diesem Zusammenhang aufgehoben.Bischöfliches Generalvikariat: Urkunde über die Aufhebung der katholischen Pfarrgemeinden Heilig Geist, Stade, St. Michael, Bremervörde, St. Ansgar, Hemmoor-Warstade und über die Errichtung der katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist, Stade. Bistum Hildesheim, Kirchlicher Anzeiger Nr. 6/2010, S. 214–216.
Beschreibung Die geostete Kirche steht auf dem Grundstück Am Mahlersberg 13. Sie entstand nach Plänen der Architektengemeinschaft Logemann-Brandt, Bremervörde/Ippensen, als asymmetrischer Langhausbau mit Satteldach und ausgemauertem Betonskelett. Die Turmspitze mit dem Turmkreuz wurde erst später zugefügt.
Große Buntglasfenster in der Nordwand belichten das Kirchenschiff, sie entstanden 1963 nach Entwürfen von Josef Nienhaus (1924–2008) aus Wessum und zeigen Motive aus der Schöpfung. Der Altarraum wird durch seitliche Fenster belichtet. Das Buntglasfenster in der Marienkapelle, ebenfalls von Nienhaus entworfen, zeigen Motive aus dem Alten Testament: Jona wird vom Fisch an Land gespien (Jona 2,1–11), Mose und die Israeliten durchqueren auf trockenem Boden das Schilfmeer (Ex 14,15ff) und die Arche Noah (Gen 6,14ff).
Das Kirchenschiff bietet 187 Sitzplätze. Nahe dem Eingang der Kirche stellt eine Statue Josef von Nazaret dar, ein Werk aus der Holzschnitzerei F. M. Meininger aus Gilching. An der Westseite der Kirche befindet sich die Marienkapelle, dort können vor einer Pietà, einer Nachbildung einer Pietà aus dem 13. Jahrhundert, Opferkerzen aufgestellt werden. An der Südwand des Kirchenschiffes hängen seit 1965 die 14 Kreuzwegstationen, ebenfalls aus der Holzschnitzerei Meininger.
Die Altarrückwand wird durch ein Kruzifix von Josef Nienhaus dominiert. Der Altar wurde 1963 vom Natursteinbetrieb Kernbach aus Nordstemmen aus grauschwarzer Basaltlava gefertigt. Im Altarraum sind auch die 1978 errichtete Tabernakelstele, in die auch das Ewige Licht integriert ist, sowie der 1978 von Joseph Krautwald geschaffene Ambo angeordnet. Der Tabernakel zeigt den Apostel Thomas, eine 1978 von Joseph Krautwald geschaffene Darstellung, wie er den auferstandenen Jesus Christus berührt. Links im Altarraum befindet sich eine 1963 von Joseph Krautwald geschaffene Statue des Erzengels Michael, des Schutzpatrons der Kirche. Rechts vom Altarraum stellt ein von Josef Nienhaus geschaffenes Mosaik Maria mit dem Jesuskind dar, davor steht das Taufbecken.
Seit 2006 unterstützt der Förderverein St. Michael Bremervörde e.V. den Erhalt der Kirche.
Orgel Die Orgel wurde 1986 vom Orgelbauer Oberlinger aus Windesheim erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 11 Register mit 502 Orgelpfeifen auf zwei Manualwerken und Pedal. Die Spieltrakturen und die Registertrakturen sind mechanisch.
I Hauptwerk C–g3 1. Rohrflöte 8′ 2. Prinzipal 4′ 3. Spitzoktav 2′ 4. Mixtur III II Schwellwerk C–g3 5. Gedackt 8′ 6. Blockflöte 4′ 7. Quinte ′ 8. Schalmey 8′ Tremulant Pedal C–f1 9. Subbass 16′ 10. Gedacktbass 8′ 11. Bassflöte 4′ Koppeln: II/I, I/P, II/P
Siehe auch Liste von Sakralbauten im Landkreis Rotenburg (Wümme) Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Michaeliskirche
Literatur Festschrift zur Weihe der katholischen St.-Michaels-Kirche in Bremervörde am 10. August 1963. Bremervörde 1963. Festschrift zum 25jährigen Kirchweihjubiläum St. Michael in Bremervörde am 28. August 1988. Monika Teschner (Hrsg.), Bremervörde 1988. Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 78.
Weblinks
Filialgemeinde St. Michael – Bremervörde Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrei Orgel auf organindex.de
Einzelnachweise
Michael Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Rotenburg (Wümme) Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Hildesheim Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Erbaut 1963 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Niedersachsen Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Kirchengebäude in Europa