mini|Cili Ringgenberg (vor 1963) mini|Illustration von Cili Ringgenberg aus der Geschichte von Alois, dem Buben, der Zugführer werden wollte. Cili Ringgenberg, verheiratete Cili Haueter-Ringgenberg, Taufname Cécile (* 30. April 1906 in Interlaken; † 2007) war eine Schweizer Jugendschriftstellerin, Journalistin und Illustratorin.
Leben Cili Ringgenberg besuchte nach einem Welschlandaufenthalt das Kindergartenseminar in Bern. Ihre Mutter leitete ein Hotel und starb, als Cili Ringgenberg ihre erste Stelle antreten wollte. Sie übernahm deshalb die Leitung des Hotels, bis es später verkauft wurde. Später arbeitete sie als Kindererzieherin in Bulgarien, danach übernahm sie die Pacht des Hotels Du Lac und Strandbad in Spiez, das ihr Vater gekauft hatte. Nach seinem Tod führte sie die Leitung des Hotels alleine weiter.
Sie unternahm Bildungsreisen nach Paris und Florenz, studierte Kunst und besuchte die graphischen Fächer an der Gewerbeschule in Bern. 1940 trat sie von der Hotelleitung zurück und war darauf als Illustratorin für rund 40 Zeitschriften und Zeitungen tätig, darunter Ringiers Blatt für Alle und die Zeitschrift Annabelle. Sie betreute meist die Rubriken mit praktischen Tipps, z. B. zur Kindererziehung. Zu Hause hatte sie ein eigenes Atelier. Für Radio Bern moderierte sie die Kinder- und Frauenstunden.
Nach der Heirat mit Armeefechtlehrer Ernst Haueter hatte sie zwei Kinder und war weiterhin beruflich tätig. 1944 textete und zeichnete sie die erfolgreiche Bilderbuch-Tetralogie Alois, die Geschichte von dem Buben, der Zugführer werden wollte. Die erste Auflage von 10'000 Exemplaren war in kurzer Zeit verkauft.
Sie lebte in Gümligen bei Bern. Für ihre Enkel erzählte sie in Cili die Grossmutter erzählt den Enkelkindern aus ihrem Leben ihre Erinnerungen an ihre ersten vierzig Lebensjahre und in Die zweite Lebenshälfte die Fortsetzung ihrer Lebensgeschichte. In Handgestrickte Gedanken hielt sie Gedanken zum Alter fest.
2006 feierte sie ihren hundertsten Geburtstag und war «geistig immer noch rege und liest nach wie vor viel».
Schriften Alois. Die heitere und lehrreiche Geschichte von Alois, dem Buben, der Zugführer werden wollte. 4 Bände. Sauerländer, Aarau 1944. Konditorei Nüssli. Sauerländer, Aarau 1947 Am Feischter. Es Ysepahnbüechli. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1947. Vom bösen Gänserich und lieben Tieren. Erzählungen. Schweizerisches Jugendschriftenwerk, Zürich 1950. Cili die Grossmutter erzählt den Enkelkindern aus ihrem Leben. Ein Buch für Kinder, Eltern und Grosseltern. Sauerländer, Aarau 1983, ISBN 3-7941-2538-X Die zweite Lebenshälfte. Emmentaler Druck, Langnau 1990, ISBN 3-85654-913-7. Handgestrickte Gedanken. Mäder, Gümlingen 1997, ISBN 3-9521403-0-9.
Literatur Dino Larese (Hrsg.): Schweizer Jugendschriftsteller der Gegenwart. Zollikofer, St. Gallen 1963, S. 80–81. «Nichts ist sicher, das ist gut so.» Die 96-jährige Cili Ringgenberg aus Gümligen ist seit 60 Jahren publizistisch tätig. In: Der Bund, 13. November 2002. Anita Cassese: «Glück kommt von selbst.» Sie hat für «Annabelle» und Ringiers «Blatt für alle» gezeichnet: Am Sonntag wird Cili Ringgenberg 100-jährig. In: Berner Zeitung, 29. April 2006.
Weblinks Publikationen von und über Cili Ringgenberg im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek Literatur von und über Cili Ringgenberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
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