Die Global Progressive Mobilisation (GPM) ist eine internationale politische Plattform zur Vernetzung progressiver, sozialdemokratischer und sozialistischer Parteien, Politiker, Gewerkschaften und zivilgesellschaftlicher Organisationen. Sie wurde 2025 auf Initiative des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und des ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Initiative insbesondere von der Partei der Europäischen Sozialisten (PES), der Sozialistischen Internationale und der Progressiven Allianz.
Das erste internationale Großtreffen der GPM fand am 17. und 18. April 2026 in Barcelona statt. Dabei kamen mehrere tausend Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern zusammen.
Gründung
Der Gründung der GPM gingen seit 2024 Gespräche zwischen Politikern und Organisationen aus verschiedenen Regionen der Welt über eine stärkere internationale Zusammenarbeit progressiver Kräfte voraus. Eine zentrale Rolle spielten dabei Pedro Sánchez, der zugleich Präsident der Sozialistischen Internationale ist, und Stefan Löfven als Präsident der Partei der Europäischen Sozialisten. Unterstützung erhielten sie unter anderem vom brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva.
Offiziell vorgestellt wurde die Global Progressive Mobilisation auf dem Kongress der Partei der Europäischen Sozialisten im Oktober 2025 in Amsterdam. Die Initiative wurde anschließend vom Rat der Sozialistischen Internationale bei dessen Tagung im November 2025 auf Malta sowie vom Präsidium der Progressive Alliance unterstützt.
Als erstes großes Treffen wurde für den 17. und 18. April 2026 eine internationale Konferenz auf dem Gelände der Fira de Barcelona organisiert. Gastgeber war die spanische sozialistische Partei Partido Socialista Obrero Español (PSOE).
Ziele und Aktivitäten
Die GPM entstand vor dem Hintergrund des internationalen Erstarkens rechter und rechtspopulistischer Parteien. Sie verfolgt das Ziel, die Zusammenarbeit progressiver Parteien und Organisationen über nationale Grenzen hinweg zu verbessern und gemeinsame politische Positionen zu entwickeln. Als Schwerpunkte nennt die Initiative unter anderem die Verteidigung demokratischer Institutionen, soziale Gerechtigkeit, Arbeitnehmerrechte, Geschlechtergleichstellung, Klimapolitik, internationale Zusammenarbeit und Multilateralismus. Die GPM soll dabei keine neue internationale Partei darstellen, sondern als gemeinsamer Raum bereits bestehender Parteien und gesellschaftlicher Organisationen dienen. Neben dem politischen Austausch sollen gemeinsame Strategien entwickelt und Erfahrungen aus verschiedenen Ländern miteinander verbunden werden.
Das erste Treffen in Barcelona umfasste mehr als 30 Podiumsdiskussionen, Workshops und Plenarsitzungen. Behandelt wurden unter anderem die Zukunft der Demokratie, der Umgang mit rechtsextremen Parteien, Wirtschafts- und Sozialpolitik, bezahlbares Wohnen, Klimapolitik, Arbeitnehmerrechte, Feminismus, Außenpolitik sowie soziale Medien und Digitalisierung. Reuters ordnete die Veranstaltung als Versuch ein, progressive Kräfte weltweit stärker zu koordinieren und eine politische Gegenbewegung zum internationalen Erstarken der politischen Rechten aufzubauen.
Am zweiten Veranstaltungstag fand außerdem ein Gipfeltreffen unter dem Titel In Defence of Democracy statt. Es setzte eine seit 2024 bestehende Reihe von Treffen fort, die insbesondere von Sánchez und Lula initiiert worden war und auf eine stärkere Zusammenarbeit demokratischer Regierungen gegenüber autoritären und rechtsextremen Bewegungen zielte. The Guardian interpretierte die GPM als mögliche linke Antwort auf die Conservative Political Action Conference, welche sich in den letzten Jahren immer mehr internationalisiert hat.
Organisation und Teilnehmer
Die Global Progressive Mobilisation wird hauptsächlich von drei internationalen Parteiennetzwerken getragen: der Partei der Europäischen Sozialisten, der Sozialistischen Internationale und der Progressiven Allianz. Gastgeber des Treffens von 2026 war die PSOE. Zu den kooperierenden Organisationen gehörten unter anderem die Friedrich-Ebert-Stiftung, der Europäische Gewerkschaftsbund (ETUC), die Global Progressive Foundation, die Fundació Rafael Campalans beziehungsweise die katalanischen Sozialisten, die Fundación Pablo Iglesias, die Fundación Laboratorio de Ideas Avanza und der European Council on Foreign Relations.
An der Veranstaltung in Barcelona nahmen Staats- und Regierungschefs, Parteivorsitzende, Gewerkschafter, Wissenschaftler und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen teil. Zu den prominentesten Rednern gehörten Pedro Sánchez, Luiz Inácio Lula da Silva, der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa, die Premierministerin von Barbados Mia Mottley, Stefan Löfven und der US-amerikanische Gouverneur von Minnesota Tim Walz. Zu weiteren Teilnehmern beziehungsweise Rednern gehörten unter anderem der kolumbianische Präsident Gustavo Petro, der indische Oppositionspolitiker Rahul Gandhi, die chilenische Politikerin Isabel Allende, der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil, die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Yasmin Fahimi, die Ökonominnen Mariana Mazzucato und Isabella M. Weber sowie der Ökonom Gabriel Zucman. Anwesen waren außerdem Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum und Alexander Soros von der Open Society Foundations.
Über die Teilnehmerzahl existieren unterschiedliche Angaben. Die Nachrichtenagentur EFE berichtete von mehr als 3000 Teilnehmern, während die Sozialistische Internationale und andere beteiligte Organisationen von mehr als 5000 Teilnehmern sprachen.
Weblinks
Offizielle Website der Global Progressive Mobilisation
Einzelnachweise
Kategorie:Internationale Organisation Kategorie:Internationale Tagung Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 2025