Oskar Skaller (geboren 31. Juli 1874 in Ostrowo, Deutsches Reich; gestorben 21. Oktober 1944 in Johannesburg, Südafrikanische Union) war ein deutscher Unternehmer und Kunstsammler. mini|hochkant|Porträt von Max Liebermann (1924), Schwarzweißfotografie des Ölbildes Leben Oskar Skaller war ein Sohn des Kaufmanns Isidor Skaller (1846–1913) und der Henriette Brandt (1845–1914), er hatte drei Geschwister. Er heiratete 1900 Lea Herbst (1872–1944), sie hatten zwei Töchter, eine war von 1920 bis 1937 mit dem Maler Wilhelm Wagner verheiratet.Story Oskar Skaller

Skaller besuchte das Gymnasium in Ostrowo und machte eine Apothekenlehre in Breslau und Berlin. Er gründete eine Apotheke und eine Fabrik für Verbandsstoffe. Er studierte Pharmazie in Berlin und machte das Staatsexamen. Skaller wurde Mitglied der SPD und war 1919/1920 Stadtverordneter in Charlottenburg. Er war Vertrauensapotheker der Ortskrankenkasse. Skaller war Mitglied der Gentlemen’s Clubs Ressource von 1794 und Klub von 1880. Er wohnte in Berlin in der Schlüterstraße 45 und später in der Württembergischen Straße 36. Von Rudolf Maté ließ er sich ein Landhaus in Bad Saarow bauen.

1917 erwarb er die Firma M. Pech für Großhandel von Sanitätsbedarf und Krankenhausausrüstungen, die er 1922 mit der eigenen Firma zur Oskar Skaller AG fusionierte, die an der Berliner Börse notierte. 1925 verkaufte er seine Firma an den Verband der deutschen Ortskrankenkassen, blieb aber Mitglied im Aufsichtsrat. Skaller erwarb die Mariendorfer Gummiwarenfabrik. Er war Aufsichtsratsmitglied und Aufsichtsratsvorsitzender in mehreren Unternehmen.

Skaller hatte eine bedeutende Sammlung persischer Keramik. Einen Teil dieses Kunstbesitzes ließ er 1927 bei Paul Cassirer versteigern, um sich auf Sammlung von Gemälden zu konzentrieren. Neben Werken Alter Meister besaß er Gemälde französischer und deutscher Impressionisten wie van Gogh, Toulouse-Lautrec, Courbet, Daumier, Utrillo, de Vlaqminck, Corot, Corinth, Rayski, Liebermann und LeistikowMonika Tatzkow, Faktencheck, Neumeier, 2023. Fritz Nemitz informierte 1927 die Leser der Zeitschrift Kunsthandel und Kunstbesitz mit einem Artikel über die Sammlung Skaller. Seine Bilder hingen als Leihgaben in Ausstellungen, zum Beispiel in der Berliner Nationalgalerie (1921 Vincent van Gogh, 1931 Maria Slavona), im Berliner Kronprinzenpalais (1923 Corinth Liegender Akt) und in der Galerie Matthiesen in Berlin (1924 Toulouse-Lautrec).

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 war Skaller als Jude zeitweilig inhaftiert, die Firma M. Pech AG wurde arisiert, er musste seine Firmenbeteiligungen verkaufen, wurde zu Sicherheitsleistungen für die Reichsfluchtsteuer gezwungen und hatte eine Judenvermögensabgabe von über 45.000 RM zu leisten. Während der Novemberpogrome 1938 wurde das Landhaus in Bad Saarow von einem antisemitischen Mob verwüstet und ging 1939 bei einer Zwangsversteigerung an Lola KreutzbergSkaller, Oskar, Lexikon: Berliner in der Mark. Landsitze und Landbesitz. Von Louis Adlon bis Hugo Zwillenberg..

Im Juni 1939 wurden die Wohnungseinrichtung Skallers sowie Gemälde bei Rudolf Harms versteigert, darunter das Skaller-Porträt von Max Liebermann aus dem Jahr 1924 und die Wolkenschatten von Walter Leistikow. Im Juli 1939 gelang ihm und seiner Frau die Emigration nach Großbritannien und von dort nach Südafrika, wohin die Töchter bereits geflohen waren.

Das Gemälde Liegender Akt von Lovis Corinth kam 1942 in den Besitz des Berliner Juristen und Raubkunstsammlers Conrad Doebbecke. Es wurde 2023 an die Erben Skallers restituiert und ging danach bei einer Kunstauktion in München an das Museum Würth 2Museum Würth 2: FOCUS. Neue Blicke auf die Sammlung Würth, Faltblatt zur Ausstellung 2025–2028.

Sein Porträt von Max Liebermann gilt einstweilen als verschollen.Bildnis Oskar Skaller, bei Lost Art Koordinierungsstelle Magdeburg

Versteigerungen (Auswahl) Sammlung Oskar Skaller, Berlin : persische Keramik, vornehmlich XIII.–XIV. Jahrhundert; Versteigerung: Dienstag, den 13. Dezember 1927 bei Paul Cassirer, Berlin. Beschrieben von Ernst Kühnel. Auktionsleitung: Paul Cassirer und Hugo Helbing. Berlin, 1927 Gemälde deutscher Meister des XIX. und XX. Jahrhunderts : Sammlung Oskar Skaller, Berlin; Nachlaß Rudolf Philipp Goldschmidt und anderer Privatbesitz; Versteigerung, 13. Dezember 1927 bei Paul Cassirer, Berlin / Auktionsleitung: Paul Cassirer und Hugo Helbing. Berlin, 1927

Literatur Skaller, Oskar, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, S. 705 Fritz Nemitz: Die Sammlung Oskar Skaller, in: Kunsthandel und Kunstbesitz. 2/1927

Weblinks Gabriela von Wallenberg, Nils Büttner: Oskar Skaller und der falsche Rubens. FAZ, 29. Juli 2023 Monika Tatzkow: Faktencheck auf den Spuren der Kunstsammlung von Oskar Skaller, Neumeister, Magazin zur Dezemberauktion 2023 Oskar Skaller, in: Stadtverordnetenversammlung (1884–1920), Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Stand Juni 2024 Provenienzforschung zu dem Gemälde "Wolkenschatten" von Walter Leistikow, bei Bröhan-Museum, PDF Story Oskar Skaller, NS-Kunstraub in den Akten der Vermögensverwertungsstelle Berlin, Brandenburgisches Landeshauptarchiv

Einzelnachweise

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