Christian Ghion (französisch [kʁistjɑ̃ ɡjɔ̃]; * 1958 in Montmorency, Frankreich) ist ein französischer Designer.

Leben Christian Ghion studierte ab 1976 Jura in Paris und schloss das Studium 1982 ab. Anschließend machte er an der École du Louvre weiter. Dann studierte er Möbeldesign an der Architekturschule École nationale supérieure d'architecture de Paris-Conflans und an der Ecole Nationale Supérieure de Création Industrielle (ENSCI).

Nach dem fünfjährigen Jurastudium arbeitete er zunächst auf Auktionen, unterrichtete ab 1986 an der École du Louvre, assistierte dem Filmregisseur François Reichenbach und jobbte in Gelegenheitsarbeiten, z. B. als Maler, Maurer und Tischler.

Mit 28 Jahren, im Jahr 1987 (oder 1989), gründete er ein Designstudio und realisierte dort zusammen mit dem Architekten Patrick Nadeau ca. zehn Jahre lang Projekte. Er entwarf Designs für Möbelhersteller wie Cappellini, Driade oder den Glashersteller Salviati und Flakonentwürfe für Lanvin, Yves Saint Laurent, Dior und für Nespresso.

Er arbeitete mit Designern wie Andrée Putman im Jahr 1994, mit Teruo Kurosaki während eines Aufenthaltes als Stipendiat in Tokio 1995 und mit Philippe Starck im Jahr 1997.

Er unterrichtete an den Écoles des Beaux Arts (= Kunsthochschulen) in Saint-Etienne, Reims and Rennes, inszenierte Ausstellungen, Innenausstattungen und zu Beginn der Karriere Damenunterwäsche für Chantal Thomass.

1999 stellte er in der Galerie Néotu aus.

Ab den 2000er Jahren konnte man seine Werke an verschiedenen Orten ansehen: im Musée de la Poste, in der Fondation Cartier, auf der Designbiennale von Saint-Étienne und 2005 in der Ausstellung Le Luxe Français, die 2005 vom Comité Colbert in Shanghai organisiert wurde.

2010 stellte er in der Ausstellung Un regard d’Obsidienne (= Ein Blick aus Obsidian) in der Galerie Pierre-Alain Challier aus.

2013 wurde die Skulptur Spirit in Seoul, Korea eingeweiht.

2014 schuf der Künstler in Aix-en-Provence die 17 Meter hohe und 700 Quadratmeter umfassende Wasserwand am Eingangsportal des Stadtviertels Sextius-Mirabeau, die die größte urbane Wasserwand in Europa ist.

Ab 2017 arbeitete er wiederholt mit der Galerie MiniMasterpiece zusammen und stellte Schmuck her. 2020 stellte er dort bisher unveröffentlichte Stücke in einer Einzelausstellung aus.

Einige seiner Werke sind in den Dauerausstellungen des Guggenheim Museums in New York, im Centre Georges Pompidou, im Musée des Arts décoratifs in Paris und in weiteren Museen, z. B. in den Vereinigten Staaten, in Japan oder in Dubai zu sehen.

Gelobt wird der Künstler wegen seiner Vielseitigkeit, die sich in seinen unterschiedlichen Arten von Produkten zeigt.

Der Designer lebt und arbeitet in Paris.

Privates Christian Ghion ist Mitglied im Lancia Automobilclub. Er liebt die Rolling Stones und Jonny Hallyday und hat eine Cowboystiefelsammlung.

Auszeichnungen

1991 (oder 1990): Grand Prix de la Création (= Großer Schaffenspreis) der Stadt Paris 2006: Ritterorden für Kunst und Literatur 2010: Red Dot Design Award für einen künstlerisch außerordentlich gestalteten Heizkörper

Designs (Auswahl)

1997: Showroom-Möbel, Thierry Mugler, Paris 1998: Accessoires und Leuchten, Cinna/Roset, Paris 2002: Chaiselongue Shadow, Cappellini, Mailand, Italien und Vase Gorgonia 2003: Flakons, Yves Saint Laurent, Paris 2004: Parfümflakon für Christian Dior, Paris 2005: Gestaltung der Boutique von Chantal Thomass, des Concept Stores von Jean-Charles de Castelbajac 2007: Vase profunda profusione 2008: Gestaltung der Restaurants von Pierre Gagnaire in Tokio und Dubai 2009: Kaffeetasse Premium für Nespresso und Messer von Laguiole 2010: Minister-Schreibtisch aus Kohlefaser, hergestellt vom Mobilier National und eine Vase aus Obsidian, die Vibration Minérale (= Mineralische Schwingung) 2011: Vases communicants (= kommunizierende Gefäße)

Weblinks

Homepage von Christian Ghion

Einzelnachweise

Kategorie:Designer Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann