Krach im Vorderhaus ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 1941, die unter der Regie von Paul Heidemann entstand. Die Hauptrollen verkörperten Mady Rahl, Rotraut Richter, Carl-Heinz Schroth und Ernst Waldow. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Maximilian Böttcher.

Handlung

Die Handlung spielt in einem Berliner Mehrparteienhaus. Im Vorderhaus betreibt Bäckermeister Gustav Kluge sein Ladenlokal mit Café. Dort arbeitet auch Edeltraud Panse, die Tochter des Portiers Eduard Panse, als Kellnerin. Auf Edeltraud hat Bäckergeselle Emil eine Auge geworfen, da er beabsichtigt mit ihr in Zukunft eine eigene Bäckerei zu betreiben. Ehefrau Paula Kluge hilft nicht an der Seite des Ehegatten im Geschäft mit, sondern zieht es vor mit ihrer Mutter öfters zu verreisen. Aus Anlass des Umzuges der Witwe Bock von dem Hinterhaus nunmehr in das Vorderhaus richtet Kluge eine kleine Feier für sie und die Mieter des Hauses aus. Auch Tochter Ilse Bock, die mit Rechtsanwalt Dr. Horn verlobt ist, nimmt teil. Paula Kluge beobachtet aber die Szenerie im Hof kritisch aus dem Fenster der Wohnung.

Bäckermeister Kluge plant sein Geschäft zukünftig zu vergrößern. Dazu benötigt er mehr Platz, den er mit dem Kauf des heruntergekommenen Nachbarhauses von August Wudicke erhalten möchte. Die Vertragsverhandlungen mit Wudicke über den Erwerb des Hauses gestalten jedoch schwierig, obwohl Kluge seinen Schwiegervater und potenziellen Geldgeber Hermann Schulze hinzugezogen hat. Nach kontroversen Gesprächen einigt man sich schließlich auf 15.000 Mark als Kaufpreis. Anlässlich des Notartermins macht Wudicke vor der Beurkundung ausdrücklich darauf aufmerksam, dass der Keller des Hauses mit Schwamm befallen sei. Kluge ist dies jedoch gleichgültig, da er das gekaufte Haus sowieso abreißen will.

Zu Hause feiert Kluge mit seinem Schwiegervater den erfolgreichen Hauskauf. Nur Ehefrau Paula und Schwiegermutter Irma Schultze sind überhaupt nicht begeistert. Sie beschließen erst einmal gemeinsam eine Reise anzutreten. Gustav Kluge und Hermann Schultze machen sich später zusammen mit dem Architekten Kuhlmann ein Bild von dem Zustand des erworbenen Hauses. Kuhlmann stellt fest, dass sich sowohl im Keller kein Schwammbefall befindet, als auch der Dachstuhl noch sehr solide ist. Lediglich eine Neudeckung des Daches sei notwendig, so dass einer Sanierung des Hauses nichts im Wege stehen würde. Von einem notwendigen Abriss könne keine Rede sein. Kluge erteilt Kuhlmann somit einen entsprechenden Auftrag.

August Wudicke, der im Souterrain des Hauses einen Obst- und Gemüsehandel betreibt, erhält von Kluge die Kündigung der von ihm genutzten Wohn- und Geschäftsräume. Nachdem Wudicke aber erfährt, dass das Haus doch nicht abgerissen werden soll, äußert er gegenüber seinem Freund Panse die Absicht den Kaufvertrag anfechten zu wollen. Von diesem Vorhaben nimmt er jedoch wieder Abstand und überredet stattdessen Panse ihm bei einem „Versicherungsbetrug“ zu unterstützen. Panse soll durch eine Beschädigung der Hauptwasserleitung, das von Wudicke genutzte Souterrain unter Wasser setzen. Leider gerät die beabsichtigte „Flutung“ zu einem völligen Desaster, da der gesamte Bereich nunmehr mindestens 1,50 m unter Wasser steht. Wudicke und Panse müssen gerettet werden. Dabei kommt man den beiden auf die „Schliche“. Die Polizei ermittelt gegen Wudicke und Panse wegen Versicherungsbetrug, da eine Axt gefunden wurde, mit der die Wasserleitung beschädigt worden war. Auf Vorhalt der Kriminalbeamten gesteht Panse das Hauptwasserrohr im Keller mit der Axt von Gustav Kluge, der zwischenzeitlich wegen der Tat verdächtigt wurde, beschädigt zu haben.

Aber auch für Tochter Edeltraud Panse läuft nicht alles nach Plan. Mit Hilfe von Herrn Roderich und Rechtsanwalt Dr. Horn bekommt sie die Möglichkeit als Sängerin vor großem Publikum aufzutreten. Leider gerät Edeltraud bei dem Gesang komplett aus dem Takt, so dass sie aus diesem Grund reumütig wieder in Backerei als Kellnerin und zu Bäckergeselle Emil zurückkehrt.

Bei der Eröffnungsfeier und Einweihung der neuen Bäckerei singt Edeltraud Panse, obwohl sie nicht mehr öffentlich auftreten wollte, noch einmal das Lied Ich bin ein Berliner Kind zur Unterhaltung der Gäste. Auch Paula Kluge arbeitet, durch gutes Zureden der Witwe Block, nun in der Bäckerei mit. Auch alle übrigen Paare finden glücklich zueinander.

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten zu Krach im Vorderhaus fanden vom 2. Mai 1941 bis Juni 1941 überwiegend in den Tobis-Ateliers in Berlin-Johannisthal statt. Die deutsche Uraufführung war am 19. August 1941 im Union Theater Friedrichstraße. Am 18. August 1941 erteilte die nationalsozialistische Filmprüfstelle die Freigabe „Jugendfrei ab 14 Jahre“.

Die Bauten stammen von den Filmarchitekten Willi DepenauKay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 358. und Kurt Dürnhöfer.Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Band 2: C – F. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 485, 486. Der verantwortliche Tonmeister war Adolf Jansen und die Aufnahmeleitung hatten Walter Zeiske und William Zeiske. Die Musik für den Film komponierte Willi Kollo. Die ebenfalls von Willi Kollo stammenden Liedtexte sang Rotraut Richter.

Der Spielfilm ist eine Fortsetzung von Krach im Hinterhaus aus dem Jahr 1935 mit überwiegend anderen Darstellern. Unter der Regie von Veit Harlan spielten hier Henny Porten, Else Elster und Rotraut Richter. Im Anschluss erschien 1936 von dem damaligen Drehbuchautor Maximilian Böttcher zunächst der Roman Krach im Hinterhaus und 1939 der Fortsetzungsroman Krach im Vorderhaus.

Rezeption

Siehe auch Liste der während der Zeit des Nationalsozialismus im Deutschen Reich uraufgeführten deutschen Spielfilme

Weblinks

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1941 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Liebesfilm Kategorie:Literaturverfilmung