mini|hochkant=1.2|St.-Maria-Assumpta-Kirche St. Maria Assumpta ist die römisch-katholische Kirche in Egestorf, einer Gemeinde im Süden des Landkreises Harburg in Niedersachsen. Die nach der Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel benannte Kirche gehört als Filialkirche zur Pfarrgemeinde St. Petrus mit Sitz in Buchholz in der Nordheide und ist die südlichste Kirche im Dekanat Unterelbe des Bistums Hildesheim.

Geschichte In Egestorf, das damals zum Archidiakonat Salzhausen des Bistums Verden gehörte, wurde unter der Regentschaft von Herzog Ernst I., Fürst von Lüneburg, zwischen 1525 und 1530 die Reformation eingeführt,Egestorf (Harburg). Kirchengemeindelexikon der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, abgerufen am 30. August 2026. wodurch die Bevölkerung und die Kirche von Egestorf lutherisch wurden.

mini|Grundstein Erst im Zuge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs ließen sich wieder Katholiken in größerer Zahl in Egestorf nieder, die zunächst von der St.-Marien-Gemeinde in Lüneburg betreut wurden. 1959 wurde in Egestorf eine katholische Gemeinde errichtet, ihre Gottesdienste fanden bis zum Bau der katholischen Kirche in der evangelisch-lutherischen St.-Stephanus-Kirche statt. Zunächst wurde ein in der Ortsmitte gelegenes Haus als Pfarrhaus angekauft. Am Ortsrand folgte der Kauf eines größeren Baugrundstücks, auf dem 1963 die Grundsteinlegung für die St.-Maria-Assumpta-Kirche erfolgte. Am 31. Mai 1964 folgte die Kirchweihe. 1984 wurde das Pfarrheim errichtet, der Glockenturm wurde erst 2004 zugefügt. Planungen, an der Kirche auch eine katholische Bildungsstätte zu errichten, wurden aus Geldmangel nie realisiert.

Um 1990 gehörte die Pfarrgemeinde Egestorf zum Dekanat Lüneburg, ihr war damals die St.-Godehard-Kirche in Amelinghausen als Filialkirche zugeordnet.St.-Godehards-Werk (Hrsg.): Der Dom ’91. Hildesheim 1990, S. 108. 1995 wurde eine Seelsorge-Einheit gebildet, zu der neben der Pfarrgemeinde St. Maria Assumpta, Egestorf auch die Pfarrgemeinden St. Petrus, Buchholz in der Nordheide und Hl. Herz Jesu, Tostedt gehörten. Seit dem 1. September 2004 gehört die Pfarrgemeinde Egestorf zum damals neugegründeten Dekanat Unterelbe, zuvor gehörte sie zum 1995 gegründeten Dekanat Buchholz-Soltau.Urkunde über die Auflösung des Dekanates Buchholz-Soltau, über die Umbenennung und Veränderung des Dekanates Stade sowie über die Veränderung der Dekanate Celle und Verden. In: Kirchlicher Anzeiger. Nr. 7/2004 vom 19. Juli 2004, Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.), Hildesheim 2014, S. 230–231. Seit dem 1. November 2014 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Petrus, ebenso wie auch die Kirche Hl. Herz Jesu in Tostedt. Die Pfarrgemeinde St. Maria Assumpta, Egestorf, wurde in diesem Zusammenhang aufgelöst.Urkunde über die Auflösung der katholischen Pfarrgemeinden Hl. Herz Jesu, Tostedt, St. Maria Assumpta, Egestorf und über die Zuweisung der Gebiete zur katholischen Pfarrgemeinde St. Petrus, Buchholz in der Nordheide. In: Kirchlicher Anzeiger. Nr. 8/2014 vom 3. November 2014, Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.), Hildesheim 2014, S. 233–234.

Beschreibung mini|Kirche mit Glockenturm und Pfarrheim Die Kirche steht im Süden von Egestorf auf dem Grundstück Bauernworth 3, an der Ecke zur Alten Dorfstraße. Sie entstand nach Plänen des Architekten Hans Heinz Hübscher aus Wolfsburg. Er hatte zuvor bereits die Kirchen St. Godehard (Amelinghausen) und St. Raphael (Parsau) entworfen.

Die Kirche ist ein moderner Langhausbau mit freistehendem Glockenturm, das nach Westen ausgerichtete Kirchenschiff ist mit einem Satteldach eingedeckt.

Die Buntglasfenster entstanden 1964 nach Entwürfen von Josef Nienhaus (1924–2008) aus Wessum und wurden von der Glasmalerei Peters aus Paderborn hergestellt. Die Fenster im Ostgiebel zeigen die Ausgießung des Heiligen Geistes auf Maria und die zwölf Apostel, die Fenster auf der Nordseite die Kindheit Jesu Christi. Das Buntglasfenster im Altarraum stellt die Herbergssuche dar.

Das Kirchenschiff bietet 160 Sitzplätze. Die Marienkapelle befindet sich in einer Seitennische der Südwand, dort können vor einer Mondsichelmadonna Opferkerzen aufgestellt werden. Die 15 Kreuzwegstationen hängen an der Südwand. Davon sind die 14 üblichen Stationen zusammenhängend ausgeführt, die 15. Station stellt die Auferstehung Jesu Christi dar. Unter der Empore ist der Beichtstuhl platziert, über eine Pfeifenorgel verfügt die Kirche nicht.

Die Altarrückwand schmückt eine Christusdarstellung. Auf dem Ambo symbolisiert eine Taube den Heiligen Geist, auf dem Altar ist das Lamm Gottes dargestellt. Im Altarraum sind ferner das Taufbecken und der auf einer Stele stehende Tabernakel angeordnet.

Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Mariä-Himmelfahrt-Kirche

Literatur Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 127 und 130.

Weblinks

Kirche auf Internetpräsenz der Pfarrgemeinde

Einzelnachweise

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