mini|hochkant|Wappen derer von Staffelstein in Siebmachers Wappenbuch Staffelstein (auch Staphelstein, Stapfelstein, auch genannt Burckhardt, o. ä.) ist der Name eines im 17. Jahrhundert erloschenen, ursprünglich fränkischen Adelsgeschlecht.

Geschichte Die Staffelstein waren eine niederadelige Familie aus andechsischer und bambergischer Ministerialität, im 13. Jahrhundert auch in Diensten der Callenberger und Sonneberger, im 14. Jahrhundert in schaumbergischem Gefolge, dann auch Bürger in Coburg.Klaus Freiherr von Andrian-Werburg: Das Totenbuch des Franziskanerklosters in Coburg: ca. 1257-1525 (1600), Degener-Verlag 1990, S. 29, Anm. 81/4. Der namengebende Stammsitz der Familie war das heutige Bad Staffelstein im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels. Die Stammburg wurde bisher nicht lokalisiert, da Staffelstein bei verheerenden Stadtbränden 1473 und 1684 zerstört wurde. Noch 1884 steht in Siebmachers Wappenbuch: „Staffelstein, Thüringisch und Vogtländisch. Dies altritterliche Geschlecht, obschon es erst im 17. Jahrhundert erloschen ist, fehlt in der Adelslexicographie ganz.“Mülverstedt (1884), S. 159.

Zwei Urkunden vom 8. April 1207, ausgestellt in Lichtenfels, weisen das Adelsgeschlecht als Ministeriale der Herzöge von Meranien aus. Herbert von Staffelstein übergab dem Kloster Langheim einen Teil des Guts zu Döringstadt, den er von Rudolf von Widenze erworben hatte. In der zweiten Urkunde überließ Herzog Otto VII. von Meranien dem Kloster Langheim die Vogteirechte über dieses Gut zu Döringstadt das Haidenricus der Liehtenvelse und sein Bruder Friedrich sowie Herbert von Staffelstein dem Kloster übergeben hatten. Beide Urkunden besiegelte Herzog Otto VII. von Meranien.Staatsarchiv Bamberg, Kloster Langheim, Urkunden 32 und 33 und Regesta Boica, Band 2, S. 25.

Die Hauptbesitzungen des Geschlechts lagen in Weida, Steinsdorf, Gestungshausen und Großliebringen. Letzteres verkaufte Asmus von Staffelstein 1570 an die Grafen von Gleichen. Wolf Georg von Staffelstein besaß 1599 ein Gut zu Weida. Otto von Staffelstein besaß 1511 Steinsdorf. Ein weiterer Otto von Staffelstein hatte 1551 Streufdorf inne. Gestungshausen gehörte im gleichen Jahr und noch 1536 Hans von Staffelstein und 1613 Achaz von Staffelstein. Jobst Heinrich von Staffelstein zu Weida hinterließ eine 1669 noch lebende Witwe. Nicht lange danach erlosch die Familie.Mülverstedt (1907), S. 85. Hinzu kam noch das Rittergut Ketschenbach, heute Ortsteil von Neustadt bei Coburg, als Ansitz eines Familienzweigs, die Burkhardten genannt, die um 1500 fünf Güter zu Ketschenbach von der Landesherrschaft zu Lehen hatten.Herold (1935). Die Burkhardten führten nachweislich das staffelsteinsche Familienwappen: Otto Burckart siegelte am 11. Juni 1462 mit drei Korngarben im Schild wie Georg von Staffelstein, genannt Burkhardt, zu Ketschenbach am 21. Januar 1509.Armin Leistner: Siegel an Urkunden in Coburger Archiven aus fünf Jahrhunderten, in: Jahrbuch der Coburger Landesstiftung. 1. Teil, 1982, S. 65, Nr. 23 und S. 67, Nr. 33.

Folgende weitere Regesten sind überliefert:Herold (1935), Herold (1938).Stadtarchiv Neustadt bei Coburg, Herold-Nachlass Mappe 44, Nr. 8. 1260: Otto von Staffelstein, Zeuge bei der Gründung des Klosters Sonnefeld. 1306: Otto und Burkhard von Staffelstein, wohl seine Söhne, in Sonnefelder Urkunden. um 1380: Hans von Staffelstein mit Gütern zu Unterwohlsbach. 1497: Heinz und Hans Burkhard, mit freiem Rittergut Ketschenbach belehnt. Görg von Staffelstein, Vater von Hans, besaß ein Gut in Neustadt. 1529: Sein Sohn Christoph von Staffelstein wurde mit Zehnt von Ketschenbach und einigen dazugehörigen Gütern belehnt. Mitbelehnt wurden sein Bruder Achaz und seine Vettern Erasmus, Otto und Heinz von Staffelstein zu Streufdorf. 1540–1550: Wolf von Staffelstein als Klosterwirt im Kloster Sonnefeld. 1548: Wolf von Staffelstein als Hausvogt in Coburg, d. h. Schlossverwalter und Vorstand der herzoglichen Hofhaltung auf Schloss Ehrenburg. 1550: Achaz von Staffelstein im Gefängnis, da er mit Jacob von Kemmaten einen Überfall ausübte. 1551: Erasmus von Staffelstein zu Streufdorf verkaufte Rittergut Ketschenbach. 1554: Wolf von Staffelstein machte Erbschaft in Neustadt oder hat einige ihm noch verbliebene Grundstücke verkauft, wofür er 40 Gulden Abzugsgeld in Neustadt zahlten musste.

Darüber hinaus sind geistliche Herren von Staffelstein nachweisbar. Mitte des 14. Jahrhunderts wird der Bamberger Domherr Herrmann von Staffelstein erwähnt, als für ihn und den Domherrn Wolfram von Kronach eine gemeinsame Seelmessstiftung in Zentbechhofen eingerichtet wurde.Zentbechhofen auf hoechstadt.de, abgerufen am 11. September 2026. Der Domherr könnte identisch sein mit dem Pfarrer Herrmann von Staffelstein, der in einem Stiftungsbrief vom 15. August 1351 Pfarrer der Oberen Kirche in Walting genannt wurde.Johann Haubner: Heimatbuch Walting, 1983, S. 100–102 (Quelle: Stadtarchiv Weißenburg, 4752, Copie und Übersetzung des Frühmessbenefiziums 1351). Magister Johann von Staffelstein wird am 22. Dezember 1429 als Prokurator des Konsistoriums in Regensburg und Vertreter des Abts Wilhelm zu Münchsmünster erwähnt.Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Jesuitenorden, Kolleg Ingolstadt Urkunden Münchsmünster 126/I+II. Magister Heinrich von Staffelstein war 1447 einer der deutschen Professoren an der Universität Prag.Wenzel Wladiwoj Tomek: Geschichte der Prager Universität. Zur Feier der 500-jähigen Gründung, Prag 1849, S. 141.

Johann Paulus von Staffelstein war am 13. April 1545 Gerichtssubstitut zu Nürnberg.Staatsarchiv Nürnberg, D-Laden, Urkunden 942. Am 19. September 1515 wurden Otto von Staffelstein zu Streufdorf und Hans von Staffelstein zu Eschenbach, Gevettern, zur Ritterschaft gezählt, die dem Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen (1463–1525) und seinem Bruder Herzog Johann der Beständige (1468–1532) zu dienen schuldig waren.Carl August Hugo Burkhardt: Ernestinische Landtagsakten, Band 1 (Die Landtage von 1487-1532), Jena 1902. Christoph von Staffelstein war neben Wolf von Sternberg zu Callenberg, Wolf vom Stein zum Altenstein, Hans von der Cappel zu Haßlach, Dietz von Würtzburg, Hauptmann zu Teuschnitz, Veit Marschall von Pappenheim, Christoph von Waldenfels zu Fischbach und Wendel von Lichtenstein Zeuge im Heiratsbrief vom 7. Mai 1541 der Elisabeth, geb. von Lichtenstein, Witwe des Peter vom Stein zum Altenstein und Tochter des Hans von Lichtenstein zum Geiersberg, derzeit Amtmann zu Seßlach, und des Hans von Würtzburg zu Kleingeschwenda.Staatsarchiv Bamberg, Archiv der Freiherren von Würtzburg zu Mitwitz U I 39.

Wappen Blasonierung: In Rot drei (2:1) silberne Korngarben. Auf dem Helm ein offener Flug, jeder Flügel mit einer Korngarbe belegt.

Das Wappen ist u. a. im Totenbuch des Franziskanerklosters in Coburg abgebildet.Evangelische Kirchenbibliothek in Neustadt/Aisch, Handschrift Ms. 125: Das Totenbuch des Franziskanerklosters in Coburg, angelegt 1257. Während Siebmachers Wappenbuch das Wappen ohne Helmzier bringt, ist es auf dem Epitaph der Dorothea von Giech, geb. von Könitz († 1648) mit Helmzier dargestellt, allerdings ohne Tingierung.Das Lapidarium in Schloss Thurnau, Nr. 18, auf starks-historische-spurensuche.de, abgerufen am 11. September 2026.Bernard Peter, Galerie Photos schöner alter Wappen, Nr. 500, Schloß Thurnau (Lkr. Kulmbach) auf welt-der-wappen.de, abgerufen am 11. September 2026.

Literatur Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4. Spaur–Z. Regensburg 1866, S. 11 (Google Bücher). Emil Herold: Das Ende der Herren von Staffelstein auf Ketschenbach, in: Tagblatt für Neustadt vom 16. November 1935 und 17. Mai 1938. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 589 (Google Bücher). George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter): 6. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Sachsen (exl. die Altmark), Nürnberg 1884, S. 159 (uni-goettingen.de) und Tfl. 104 (uni-goettingen.de). 12. Abt.: Ausgestorbener Adel der sächsischen Herzogthümer, Nürnberg 1907, S. 85 (uni-goettingen.de) und Tfl 67 (uni-goettingen.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Fränkisches Rittergeschlecht