mini|Monte di Giovanni del Fora: Historisierte Initiale „I“ mit Szenen aus der Genesis, 1508–1526, in einem Antiphonar, Museo dell’Opera del Duomo, Florenz Mónte di Giovanni del Fora (eigentlich Monte di Giovanni di Miniato, Monte di Giovanni di Miniato di Gherardo oder Monte del Fora; * 1448 in Florenz; † 1532 oder 1533 ebenda) war ein italienischer Miniaturmaler, Buchmaler und Mosaizist der Florentiner Renaissance. Er und sein Bruder Gherardo di Giovanni del Fora gelten als die produktivsten Florentiner Buchmaler des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts. Eine stilistische Abgrenzung seines Werks gegenüber dem seines Bruders ist in der Forschung nicht durchgehend gesichert, da beide Brüder häufig gemeinsam an Aufträgen arbeiteten und die Cognomina del Fora bzw. di Miniato für beide verwendet werden.
Leben Mónte di Giovanni war ein Sohn des Florentiner Bildhauers Giovanni di Miniato (1398–1479), der unter anderem mit Donatello zusammenarbeitete, und dessen Frau Domenica di Bartolommeo di Bartolo. Er hatte zwei ältere Brüder, die Maler Bartolommeo di Giovanni (1442–1494) und Gherardo di Giovanni del Fora (1445/46–1497). Mit ihnen betrieb er in der väterlichen Tradition eine gemeinsame Werkstatt. Der Beiname del Fora geht auf den Beruf des Vaters als Steinmetz zurück.
Spätestens ab 1460 hatten die drei Brüder eine eigene Werkstatt eingerichtet. Am 1. Mai 1465 mieteten sie eine Bottega am Canto del Garbo von den Mönchen der Badia Fiorentina. 1467 zogen sie in eine ehemalige Barbierstube um, die ebenfalls von der Badia gemietet wurde. Während vom ältesten Bruder Bartolommeo keine eigenständig zuschreibbaren Werke erhalten sind und ihm lediglich gemeinsam mit den beiden jüngeren Brüdern die Ausmalung von Chorbüchern für die Badia zugeschrieben wird, entwickelte sich Gherardo zum künstlerisch produktivsten der drei Brüder. Mónte war vor allem als Buch- und Miniaturmaler sowie als Mosaizist tätig. Gemeinsam mit Gherardo führte er in den Jahren nach dessen Fresko an der Kirche San Egidio (Santa Maria Nuova) von 1474 mehrere Tabernakelarbeiten in und um Florenz aus, darunter das Tabernakel der Madonna del Garullo außerhalb der Porta alla Croce sowie ein weiteres an der Ecke Piazza San Marco/Via Cavour. mini|Monte di Giovanni del Fora: Der heilige Zanobi als segnender Bischof, 1504–1505, Mosaik mit Glas, Silber und Gold, 120,3 × 86,5 cm, Museo dell’Opera del Duomo, Florenz. Im Hintergrund eine Ansicht von Florenz mit Domkuppel und Campanile. (Das Mosaik wurde als Probestück für den Wettbewerb zur Ausstattung der Kapelle des heiligen Zanobi im Dom von Florenz geschaffen) Mónte di Giovanni del Fora illuminierte zahlreiche liturgische Handschriften für den Florentiner Dom, darunter Messbücher, Antiphonare, Epistolare und Chorbücher. Von seiner Hand stammen zudem ein Missale für die Kirche San Giovanni (heute in der Biblioteca Apostolica Vaticana) sowie ein Missale für die Kirche Santi Pietro e Orso in Aosta. In seinem malerischen Stil zeigt sich neben dem Einfluss Domenico Ghirlandaios – in dessen Umkreis die Brüder del Fora standen – auch eine Anlehnung an die flämische und deutsche Malerei, was sich insbesondere in Landschaftsdarstellungen und einzelnen Porträts zeigt.
Auch als Mosaizist war Mónte di Giovanni del Fora tätig, was eine im Museo dell’Opera del Duomo in Florenz erhaltene Mosaikfigur des heiligen Zanobius belegt. Im Jahr 1505 setzte er sich in einem Probestück-Wettbewerb um die Fortsetzung der Mosaikausstattung der Zenobius-Kapelle im Florentiner Dom gegen Davide Ghirlandaio durch, der ebenfalls für diese Arbeiten kandidiert hatte.
Über Móntes Todesjahr besteht in den Quellen keine Einigkeit: Während einige Angaben das Jahr 1529 nennen, wird an anderer Stelle ein späteres Todesdatum zwischen dem 3. November 1532 und dem 6. März 1533 angegeben.
Werk Illuminierte liturgische Handschriften (Messbücher, Antiphonare, Epistolare, Chorbücher) für den Dom von Florenz Missale für die Kirche San Giovanni, Florenz (heute Biblioteca Apostolica Vaticana) Missale für die Kirche Santi Pietro e Orso, Aosta Mosaikfigur des heiligen Zanobius, Museo dell’Opera del Duomo, Florenz Gemeinsam mit Gherardo di Giovanni del Fora ausgeführte Tabernakel in Florenz (Madonna del Garullo an der Porta alla Croce; Tabernakel an der Ecke Piazza San Marco/Via Cavour)
Literatur Paolo D’Ancona: La miniatura fiorentina: secoli XI–XVI. 2 Bde., Firenze 1914. Giuseppe Milanesi: Nuove indagini con documenti inediti per servire alla storia della miniatura italiana. Firenze 1850. Mirella Levi D’Ancona: Miniatura e miniatori a Firenze dal XIV al XVI secolo: documenti per la storia della miniatura. L. S. Olschki, Firenze 1962. Annarosa Garzelli (Hrsg.): Miniatura fiorentina del Rinascimento: 1440–1525. Un primo censimento. 2 Bde., Giunta regionale toscana / La Nuova Italia, Firenze/Scandicci 1985. Lucia Fabbri, Margaret S. Tacconi (Hrsg.): I libri del Duomo di Firenze. Codici liturgici e Biblioteca di Santa Maria del Fiore (secoli XI–XVI). Firenze 1997. Margaret S. Tacconi: Liturgy and Chant at the Cathedral of Florence: A Survey of the Pre-Tridentine Sources (Tenth–Sixteenth Centuries). Cambridge 1999. Margaret S. Tacconi: Cathedral and Civic Ritual in Late Medieval and Renaissance Florence: The Service Books of Santa Maria del Fiore. Cambridge 2005. Dominic E. Colnaghi, Paul G. Konody (Hrsg.): A Dictionary of Florentine Painters: From the 13th to the 17th Centuries. London 1928. Giorgio Vasari: Le vite de’ più eccellenti pittori, scultori e architettori. Hrsg. von Gaetano Milanesi, Bd. 3, Firenze 1878. Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.
Weblinks
Treccani
Einzelnachweise
Kategorie:Miniaturmaler Kategorie:Mosaikkünstler Kategorie:Maler (Florenz) Kategorie:Maler der italienischen Renaissance Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1448 Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert Kategorie:Mann