Szczepan Baum (25. Dezember 1931 in Warschau – 2014) war ein polnischer Architekt und Ehrenpreisträger des Verbands Polnischer Architekten (SARP).

Werdegang Baum absolvierte 1950–54 ein Studium an der Schlesischen Technischen Universität Gleiwitz, 1956 den Abschluss an der Technischen Hochschule Danzig (Gdańsk). Er war 1956–59 leitender Assistent am Lehrstuhl für Städtebau der TH Danzig, ab 1959 im Planungsbüro „Miastoprojekt“ Danzig tätig – zunächst als leitender Entwurfsarchitekt, später als Teamleiter und Hauptentwerfer zahlreicher städtebaulicher und architektonischer Projekte, des Weiteren Mitglied des Polnischen Architektenverbandes (SARP) ab 1956 (Vizepräsident der Sektion Danzig 1966–75, Mitglied des Vorstands und des Koordinierungsausschusses für Preisrichter bei Wettbewerben 1972–74).

Er erhielt 1968 und 1974 Auszeichnungen des Ministers für Bauwesen und Baustoffindustrie, 1972 die Goldene Ehrennadel des Polnischen Architektenverbandes, 1976 das Ehrenabzeichen für Verdienste um die Region Danzig, 1977 das Goldene Verdienstkreuz. Seine wichtigsten Projekte sind die Kirche in Władysławowo (Mitentwerfer) 1957–61; das Ferienzentrum „Lisi Jar“ für Bergleute (Mitentwerfer) 1959–62 (1. Preis bei einem Wettbewerb des Polnischen Architektenverbandes); der Wiederaufbau historischer Stadtviertel in Malbork und Dzierzgoń 1960–69; das Haus der Techniker in Danzig (Mitentwerfer) 1968–74 (1. Preis bei einem Wettbewerb des Polnischen Architektenverbandes); das Einkaufszentrum im Stadtteil Evershagen in Rostock (DDR) 1970–75; das Hotel „Orbis Hevelius“ in Danzig (Mitentwerfer) 1971–79; die Kirche in Zduńska Wola;

Baum war Mitbegründer von ZAPA (Zespół Autorskich Pracowni Architektonicznych – Team von Architektenateliers), das 1982 in Danzig gegründet wurde (heute vollständig privatisiert); Es war das erste Unternehmen im sozialistischen Polen, das bis dahin unabhängig voneinander tätige Architekten zusammenführte.

Beispiele mini|Hotel Hanza w Gdańsku (od Motławy) mini|Altstädtisches Rahaus Ratusz Staromiejski w Elblągu Vor dem Zweiten Weltkrieg konkurrierte die Stadt Elbląg mit Danzig, war ein bedeutender hanseatischer Hafen, brannte aber 1945 bis auf die Grundmauern nieder; auch hier ist das Projekt (ab 1983 unter der Leitung von Szczepan Baum und Ryszard Semko durchgeführt) insofern typisch, als der historische Wert der Gebäude berücksichtigt wird. Etwa ein Drittel der Altstadtfläche, also rund 150 alte Häuser, wurden restauriert. Die postmodernen Bereiche der Danziger Altstadt gehen zum Teil auf die Protagonisten des Wiederaufbaus von Elbing (Elbląg) zurück. Die Urheber des Elbinger „neohistorischen Plattenbau-Konzepts“ – Ryszard Semka, Szczepan Baum und Wiesław Anders – betrieben seit 1982 ihr Büro ZAPA an der Technischen Universität Danzig und entwarfen später – inzwischen vollständig privatisiert unter dem Namen ZAPA Architects – mehrere neohistorische Projekte in Danzig. Das wohl bekannteste davon ist das auffällige Hotel Hanza (1994–1999). Seine Fassade besteht aus einer Abfolge verklinkerter Elemente mit Giebeln im Stil der Renaissance und des Barock, die durch maritime Gestaltungselemente – wie etwa ein segelartiges Vordach und einen dekorativen Ausguck (Krähennest) – miteinander verbunden sind.

Privates Er war mit Barbara verheiratet und hatte drei Kinder (Jan, geboren 1955, Małgorzata, geboren 1957, Aleksandra, geboren 1963).

Einzelnachweise

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