Bei San Rocco e Santa Margherita handelt es sich um ein 1488 gegründetes Kloster nebst Kirche im venezianischen Stadtteil San Marco, unweit der Kirche San Samuele gelegen. Namensgeber sind die Heiligen Rochus von Montpellier und Margareta von Antiochia.
Geschichte Der Legende nach entstand das Bauwerk an der Stelle einer überaus alten Kirche namens Santa Susanna, deren Gelände die Scuola Grande di San Rocco, eine der vermögendsten Scuole Venedigs, 1485 übernahm, um Prostituierte und Kriminelle, wie die Vertreter der Scuola es sahen, aus der Nachbarschaft zu verdrängen. Stella Balanzano, die Witwe des vermögenden Marco Balanzano, erklärte sich bereit, in der als unsicher geltenden Gemeinde San Samuele ein Kloster aus eigenen Mitteln auszustatten, deren erste Äbtissin sie selbst wurde. Die Benediktinerinnen von Santa Margherita di Torcello hatten das Angebot, ihren Sitz dorthin zu verlegen, kurz zuvor zurückgezogen, zumal ihr Domizil nicht mehr vom Untergang bedroht zu sein schien. Die Gründung des Klosters geschah dennoch unter großem Pomp und so, dass die Chroniken der Epoche diesen ausführlich beschrieben. Zu den ersten Nonnen zählten Lodovica Usnago, ebenso wie eine Schwester namens Chiara, die aus besagtem Kloster auf Torcello kamen.
Das 1488 gegründete Kloster, das die Augustinusregel annahm, erhielt fünf Altäre, die Gemälde stammten von Girolamo Pilotti und Matteo Ingoli. Ein Altarblatt stammt von Francesco Montemezzano, es stellt die Himmelfahrt Mariens und den Titularheiligen der Kirche dar. Das Kloster behauptete, kostbarste Reliquien zu besitzen, so etwa einige Haare der Muttergottes, Splitter des Kreuzes Jesu, ebenso wie Dornen der Dornenkrone, dazu weitere Reliquien von Heiligen, wie Felix oder Faustino. Auch ein Bild Mariens, das ursprünglich aus Mistra auf der Peloponnes stammte, befand sich dort. 1490 hatte sich der Senat in Rom um Indulgenzen bemüht, und dabei die Tugenden der Nonnen hervorgehoben.
Am 6. Februar 1744 zerstörte ein Feuer große Teile des Klosters, im Oktober 1747 traf das Kloster zudem der Brand des benachbarten Teatro San Samuele. Ein Altar zu Ehren Mariens, der man die Rettung vor dem Feuer zuschrieb, wurde am 11. Juli 1751 feierlich und im Beisein des Patriarchen Alvise Foscari in der Kirche aufgestellt.
Unter Napoleon 1810 geschlossen, wurde die Kirche 1836 wieder geöffnet.Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 155, S. 97.
Literatur Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 155, S. 97. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 242–245. (Digitalisat) Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 256 f., n. 50 („S. Rocco e St. Margherita, Augustinernonnen“). (Digitalisat) Lucio Martucci: I Santi di Venezia. ‚Unde origo, inde salus‘, 2024, S. 141–143.
Weblinks SS. Rocco e Margherita (Venezia), beniculturali.it Chiesa e Monastero dei Santi Rocco e Margarita, Conoscere Venezia
Belege
Kategorie:Kirchengebäude im Sestiere San Marco Kategorie:Weltkulturerbe Venedig und seine Lagune Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Venedig Kategorie:Kirchengebäude der Renaissance Kategorie:Renaissancebauwerk in Venedig