mini|Mariä Himmelfahrt in Bad Höhenstadt Die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt ist eine spätgotische Saalkirche im Ortsteil Bad Höhenstadt von Fürstenzell im Landkreis Passau in Niederbayern. Sie gehört zum Pfarrverband Fürstenzell im Dekanat Pocking des Bistums Passau.

Geschichte und Architektur Von einer älteren Chorturmkirche blieb der Altarraum als südliche Seitenkapelle (Marienkapelle) am gotischen Chor erhalten. Um 1475 wurde der Neubau mit dem stattlich dimensionierten Schiff begonnen. Ein entsprechend großes Altarhaus war geplant, wie am zugesetzten Chorbogen hoch über dem bestehenden zu erkennen ist. Nach Planänderung wurde der Chor erheblich niedriger ausgeführt, nördlich aus der Achse verschoben wegen der vorhandenen Marienkapelle, siehe oben. An diese wurde westlich anschließend ein weiterer Nebenraum angefügt, die zweijochige Annakapelle. Nach Brandschaden wurde im Jahr 1731 der Westturm um ein Geschoss erhöht und mit doppelter Kuppel versehen. Im Übrigen zeigt das von Strebepfeilern umstellte Äußere noch spätmittelalterlichen Charakter.

Das vierjochige Schiff ist beträchtlich hoch ausgeführt. Netzrippengewölbe über Runddiensten, die den Schildbogenstellungen (mit Kehle und Rundstab profiliert) aufliegen, schließen das Innere ab. Die Kapitelle für die Dienste sind gefächert. Die doppelt gekehlten Rippen sind in geknickter Reihung figuriert. Die gemauerte Westempore ist mit Sternrippen unterwölbt. Die Brüstung zeigt noch das derbe durchbrochene Steinmaßwerk. Der niedrige Chor ist in zwei Joche gegliedert und endet mit einem Fünfachtelschluss. Über halbrunden Wandrippen ist ein Sterngewölbe eingezogen, dessen Rippen einfach gekehlt sind.

Vom Chor führt ein profiliertes Spitzbogenportal zur Marienkapelle. Die Annakapelle ist mit Spitzbogenarkaden zum Schiff geöffnet, und zwar in dessen ersten beiden Jochen. Die miteinander verbundenen Kapellen sind in ansprechender Form mit frühklassizistischen Wand- und Gewölbemalereien versehen. Eine Renovierung erfolgte 1986. In den Gewölbefeldern sind die Verkündigung Mariens und Mariä Tempelgang dargestellt. An der Westwand der Annenkapelle ist der Heilige Bernhard von Clairvaux vor der Muttergottes dargestellt, die ihm einen Milchstrahl aus der Brust spendet (Lactatio). Hier befindet sich die Jahreszahl 1780.

mini|hochkant|Blick zum Chor

Ausstattung Unter den Schnitzreliefs der Ausstattung sind Darstellungen der Heiligen Sippe und das Abendmahl aus der Zeit um 1520 zu erwähnen, die in den neugotischen Altar von 1894 nach Entwurf von Johann Baptist Schott integriert wurden. Die Fassungen der charakteristisch-passauischen Arbeiten wurden erneuert. Beide Gruppen sind in stilisierten spätgotischen Räumen dargestellt. Die Abendmahlsgruppe wurde besonders gekonnt in den perspektivischen Saal integriert, jedoch mit derber Figurendarstellung.

Offenbar von einem anderen spätgotischen Meister stammt die Darstellung der Heiligen Sippe. Die fast vollplastischen Figuren sind in Reihen übereinander angeordnet, mit feiner Behandlung der Gesichter und der vielfältigen Gesten, etwa bei der Gruppe links oben: Ein alter Mann weist einen Jüngling auf den Text einer aufgeschlagenen Bibel hin; der Jüngling empfängt das Buch aus den Händen eines jugendlichen Geistlichen. Offenbar kam es dem von der Renaissance beeinflussten Bildhauer auf eine Darstellung der Gruppe als innige Gemeinschaft an. Mehrere Schnitzfiguren sind ebenfalls beachtenswert: Über dem Chorbogen befindet sich die Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1500, die stark überfasst wurde. An der Emporenbrüstung befindet sich der Heilige Blasius, links am Chorbogen der Heilige Egidius, beide sitzend. Die feinen Arbeiten vom Ende des 15. Jahrhunderts stammen aus der abgebrochenen Kirche in Blasen.

Von den Altären in den Kapellen ist der zierliche Baldachinaufbau von 1780 hervorzuheben, der ein Gnadenbild einer ehemaligen Wallfahrt enthält. Es zeigt die Holzfigur einer Mondsichelmadonna als feine Arbeit der Zeit um 1490. Gleichzeitig entstand wohl auch ein geschnitztes, ausdrucksstarkes Vesperbild (in einem Schrein); es zeigt die kniende Maria, den Leichnam Jesu haltend. In der Annenkapelle befindet sich eine bizarr geschweifte, spätbarocke Anlage, die für die Rahmung der großen Holzgruppe mit der Heiligen Anna selbdritt um 1500 geschaffen wurde. Die Orgel ist ein Werk von Orgelbau Eisenbarth aus dem Jahr 1969 mit zwölf Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Literatur

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

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