Frau Winkler verlässt das Haus ist eine deutsche Tragikomödie aus dem Jahr 2026 von Regisseurin und Drehbuchautorin Doris Dörrie mit Angela Winkler, Laura Tonke und Josef Ellers.

Handlung Im Jahr 2030 lebt die 80-jährige frühere Schauspielerin Frau Winkler zurückgezogen und allein. Ihr Ehemann und Bühnenpartner Bruno ist verstorben, geblieben sind ihr Tochter Emi sowie Enkelin Billie. Als Emi ein Theaterengagement annimmt und ihre Mutter nach einem Unfall auf intensive Hilfe angewiesen ist, übernimmt ein Pflegeroboter die Betreuung, weil die finanziellen Mittel für einen Platz in einem Pflegeheim oder für häusliche Pflege nicht ausreichen.

Frau Winkler steht dem Roboter zunächst skeptisch gegenüber. Sie nennt ihn Pawlowitsch, nachdem er zu ihrer Begeisterung Anton Pawlowitsch Tschechow rezitieren kann und bei ihr neues Interesse und Lebenswillen weckt. Pawlowitsch ist aber nicht nur Gesellschafter für Frau Winkler, sondern übermittelt auch ihre sich laufend verschlechternden Vitalwerte an ein auf Effizienz bedachtes Gesundheitssystem. Schließlich erkennt Frau Winkler auch die Möglichkeit, dass ihr der Roboter beim Sterben assistieren könnte.

Produktion und Hintergrund Die Dreharbeiten fanden vom 4. November 2025 bis zum 8. Januar 2026 in Hamburg und Umgebung statt.

Der Film wurde von Zeitsprung Pictures und Senator Film produziert, als Produzenten fungierten Michael Souvignier, Daniel Mann, Till Derenbach, Marc Gabizon und Christoph Liedke. Beteiligt waren der Bayerische und der Norddeutsche Rundfunk und Arte. Unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds, der Filmförderungsanstalt, der Film- und Medienstiftung NRW, dem FilmFernsehFonds Bayern und der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.

Die Kamera führte Leah Striker, die Musik stammt von Polly Lapkovskaja, Ideal Rani und Hania Rani, die Montage verantwortete Frank J. Müller und das Casting Nessie Nesslauer und Johanna Hellwig. Das Szenenbild gestaltete Bernd Lepel, das Kostümbild Sabine Keller, den Ton Michael Manzke und die Maske Judith Grotenrath, Astrid Weber und Richard Niermann. Josef Ellers spielt sowohl den Roboter wie in Rückblenden und Träumen Frau Winklers verstorbenen Mann Bruno.

Veröffentlichung Ein Trailer wurde im August 2026 veröffentlicht. Premiere war am 27. September 2026 am Zurich Film Festival. Am Folgetag soll der Film am Filmfest Hamburg präsentiert werden.

Der deutsche Kinostart soll am 1. Oktober 2026 im Verleih von Wild Bunch erfolgen.

Rezeption Kamil Moll vergab auf filmstarts.de vier von fünf Sternen. Doris Dörrie gelinge eine ebenso kluge wie berührende Tragikomödie über Trauer, familiäre Entfremdung und die Frage, was uns eigentlich menschlich macht. Die Zukunftsvision diene dabei weniger als dystopische Warnung, denn als heitere Projektionsfläche für sehr gegenwärtige Konflikte.

Oliver Armknecht bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit vier von zehn Sternen. Die Tragikomödie spreche eine ganze Reihe relevanter Themen an, verpasse es aber, aus diesem Wirrwarr einen in sich schlüssigen Film zu machen. Erschwerend komme die Künstlichkeit hinzu, wenn die Dialoge zu weltfremd würden.

Britta Schmeis (vier von fünf Sterne) lobte auf epd-film.de die schauspielerischen Leistungen von Angela Winkler und Laura Tonke. Auch die Nebenrollen seien grandios besetzt. Doris Dörrie sei wieder einmal eine bittersüße Tragikomödie gelungen, mit leisem Humor und stiller Melancholie.

Irene Bazinger nannte die Produktion in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen grandiosen Film über Altern, Sterben und Anton Tschechow. Angela Winkler bringe ihn heiter und tragisch zum Leuchten. Der Film vom Ende des Lebens sei unterhaltsam, gewinnend und voll positiver Energie.

Filmdienst.de (vier von fünf Sterne) befand, dass die Tragikomödie durch die einfühlsame Darstellung eines Pflegefalls, die differenzierte Schilderung von KI-Anwendungen und einen leisen Humor besteche. Zudem strahle der dialogreiche, ausgezeichnet gespielte Film trotz ernster Themen von Pflegenotstand bis zur Sterbehilfe eine bemerkenswerte Leichtigkeit aus.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Künstliche Intelligenz im Film