Henry „Hammering Hank“ Slomanski (* 18. Juni 1928 in Evansville, New Jersey; † 23. April 2000 in Richmond, Virginia) war ein Karate-Meister und später der internationale Karate-Beauftragte in den Vereinigten Staaten. Slomanski begann sein Karate-Training in Japan, während er Unteroffizier der U.S. Armee war. Die von Slomanski praktizierte Karateart war Chitō-ryū (Kombination von Goju-Ryu und Shito-Ryu). Nach seinem Ausscheiden aus der Armee wurde Slomanski zum Priester der orientalisch-orthodoxen Assyrischen Kirche des Ostens geweiht.

Leben Henry Slomanski und seine Familie befanden sich am 7. Dezember 1941 in Pearl Harbor auf Hawaii, als die Japaner angriffen. Henry verlor an jenem Tag beide Eltern und wurde von seiner leiblichen Schwester getrennt, welche er nie wiedersah.

Im Jahr 1946 trat in die US-Armee ein, wie es damals viele Jugendliche taten. Im Mai 1945 diente er während der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs in Europa in Italien. Unmittelbar nach Kriegsende an der italienisch-jugoslawischen Grenze stationiert, erschoss er seinen ersten Menschen – einen kommunistischen Partisanen, der versuchte, die Grenze zu überqueren. Er diente sowohl in den Besatzungstruppen in Deutschland als auch in Japan.

Als der Koreakrieg 1950 ausbrach wurde er mit seiner Einheit dorthin verlegt.

1955 war Henry Slomanski in Japan stationiert, wo er Judo lernte. Als er in einer Polizeiwache in Beppu sah, dass dort Karate unterrichtet wurde, begann er dort mit dem Training. Innerhalb von sechs Monaten hatte er alle Kämpfer des Dojos besiegt.

Tsuyoshi Chitose erfuhr von Slomanski, besuchte die Polizeiwache, um ihn zu beobachten, und lud ihn nach Kumamoto ein. Slomanski beantragte daraufhin seine Versetzung zur 187. Luftlandedivision, die in Camp Wood bei Kumamoto stationiert war. Nach seiner Versetzung begann er unter der Anleitung von O-Sensei Chitose mit einem ernsthaften Karatetraining.

Im August 1956 gewann er ein großes Karate-Turnier in Japan und erhielt den Titel „International Karate Champion“. Das Nashville Tennessean Magazine vom April 1960 schilderte, wie Slomanski bei einem Turnier in Japan 126 japanische Konkurrenten besiegte.

Als Army Master Sergeant war er der 8067th AU bei Camp Kokura zugewiesen. Dort verlieh ihm Yamaguchi Gōgen den Go-Dan (五段) im Karate, auch 5. Dan genannt.

Im Jahr 1956 befand sich Robert Wightman in Fort Benning und Henry Slomanski absolvierte unter ihm die Fallschirmspringerausbildung. Anschließend ließ er sich zum Fallschirmsprungausbilder ausbilden.

Im selben Jahr wurde Henry Slomanski zum Internationalen Karate-Kommissar für die Vereinigten Staaten ernannt.

Von 1958 bis etwa 1962 war Slomanski in Fort Campbell, Kentucky bei der der 101st Airborne Division („Screaming Eagles“), stationiert. Er und Wightman gehörten dem Fallschirmspringerclub von Fort Campbell an. Bis 1960 hatte Hank mehr als 1.200 Sprünge absolviert – alle mit voller Kampfausrüstung, viele davon im echten Kampfeinsatz! Man nannte ihn laut Dan Inosanto „Mr. Airborne“. 1958 begann Wightman bei Slomanski mit dem Karatetraining.

1960 bat Dr. Tsuyoshi Chitose Commissioner Slomanski um Unterstützung bei der Verbreitung seines Chito-Ryu Stils in den Vereinigten Staaten und verlieh ihm den 6. Dan im Chito-Ryu.

Mit einer Körpergröße von über 1,88 Metern und einer hervorragenden körperlichen Verfassung durchlief Slomanski die militärische Rangfolge und beendete seine Laufbahn als Command Sergeant Major (CSM), nachdem er in Einheiten der Luftlandeinfanterie, der Ranger (Kommandotruppen) sowie der Spezialeinheiten gedient hatte. Wie sein Grabstein auf dem Nationalfriedhof Arlington deutlich zeigt, diente Slomanski im Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg und Vietnamkrieg.

CSM Slomanski wurde für seine herausragende Führungsleistung sowie für im Koreakrieg erlittene Verletzungen mit einem Silver Star, dem BSM (Bronze Star) und 3 PH (Purple Heart) ausgezeichnet.

Zu den namhaften Schülern Slomanskis im Laufe der Jahre zählen als zwei der berühmtesten Elvis Presley und Dan Inosanto (Dan war weitläufig bekannt als Bruce Lees engster Freund und Trainingspartner).

Elvis Presley hatte eine strenge Ausbildung beim Militär durchlaufen und als er auf Edmund Kealoha Parker (American Kenpo Gründer) im Beverly Wilshire Health Club in Beverly Hills traf, wollte er beim ihm trainieren, was dieser auch zuließ. Da sich Elvis Presley aber etwas zu viel Freiheiten nahm, anstatt sich auf das Training zu konzentrieren, schickte Ed Parker diesen zu Hank Slomanski nach Fort Campbell. Hank verlieh Elvis Presley am 21. Juli 1960 dessen ersten schwarzen Gürtel in Memphis. Und auch wenn die Berechtigung für diesen Rang im Laufe der Jahre in Kampfsportkreisen angezweifelt wurde, so bestätigten doch viele, die mit Hank trainierten: Wenn jemand – einschließlich Elvis – einen schwarzen Gürtel von Hank erhielt, dann war dieser zweifellos hart erarbeitet. Hank prüfte Elvis auf Herz und Nieren und versuchte, ihn an seine Grenzen zu bringen, musste jedoch feststellen, dass Elvis über einen echten „Kämpfergeist“ verfügte. Am 17. Oktober 1963 verlieh Slomanski Elvis seinen Ni-Dan (2. Dan).

Dan Inosanto war bereits ein vielseitiger Kampfsportler und ein harter Kämpfer, als er zu Hank Slomanski kam; er suchte ihn jedoch für ein ergänzendes Training auf – noch bevor er Bruce Lee kennenlernte –, weil er von anderen gehört hatte, dass Hank genau der richtige Ansprechpartner sei. Hank zählte zu den Härtesten der Harten und war zudem ein hervorragender Kampfsportler. Dan hat geäußert, dass er viel von Hank gelernt hat.

1966 schied Hank aus der Armee aus, ging zu einem Eastern Orthodox Bible Seminar nach Maranatha und erwarb dort die Abschlüsse als Master of Religious Education und Doctor of Theology. Anschließend wurde er zum Priester der Ostsyrischen Kirche (Eastern Orthodox Church of the East) geweiht.

Command Sergeant Major (CSM) Hank Slomanski starb im April 2000 im Alter von 71 Jahren in Richmond, Virginia.

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Einzelnachweise

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