Der Böse Brunnen ist ein Wasserloch und ein geologisches Naturdenkmal im Weißenborner Wald im Stadtteil Marienthal-West der Kreisstadt Zwickau im sächsischen Landkreis Zwickau.

Beschreibung Der etwa 400 Jahre alte und 17 Meter tiefe Brunnen mit Erdturm ist der Rest einer alten Wehranlage und befindet sich in einem großen Laubholzmischbestand. Der im Naturzustand erhaltene und nicht ausgemauerte Brunnen hat einen Durchmesser von etwa 7 Metern und steht im Rotliegenden. Der Erdturm mit etwa 14 × 15 m Grundfläche hat eine Höhe von 3,5 Meter. Die trichterförmige Vertiefung im Erdboden ist umgeben von einem etwa 3 Meter breiten und 1,20 Meter tiefen Graben.

Wüstung Rappendorf mit Turmhügelburg Der Brunnen war Bestandteil einer Wehranlage des in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstandenen Waldhufendorfes Rappendorf, welches sich zwischen Marienthal und Weißenborn befand. Rappendorf wurde urkundlich 1419 erwähnt, vermutlich 1430 von den Hussiten nach der vergeblichen Belagerung Zwickaus zerstört und nicht wieder aufgebaut. Bei archäologischen Untersuchungen in den Jahren 1984/1985 fand man heraus, dass auf den Bachhangterrassen die Hofstellen lagen und dass sich neben dem Brunnen der aus dem Hang herausgearbeitete Rest einer kleinen Turmhügelburg (Motte) befindet, die auch als „Raubschloss Rappendorf“ bezeichnet wurde. Sie soll aus einem Wehrturm aus Holz und Fachwerk sowie einer Palisadenbefestigung bestanden haben.Informationstafel neben dem Bösen Brunnen – nach diesen Angaben befinden sich die Grabungsunterlagen im Landesamt für Archäologie in Dresden.

Sage Laut einer Sage wurde das kleine Dorf Rappendorf 1430 von durchziehenden Hussiten niedergebrannt, als Krieg und Pest die Bewohnerzahl erheblich verringert hatten. Einen wohlhabenden Bauernhof mussten drei Geschwister nach dem Tod ihrer Eltern allein bewirtschaften. Ein Knecht bemühte sich um eine der beiden Schwestern und heiratete sie, wollte aber den ganzen Hof besitzen. Er überredete die beiden Schwestern, ihren Bruder nachts im Schlaf mit dem Federbett heimtückisch zu ersticken. Der Leichnam wurde im damaligen Brunnen von Rappendorf beseitigt, was ein Holzfäller zufällig beobachtete. Die Schwestern mussten daraufhin ihre Untat mit dem Leben büßen. Seitdem spuken sie jede Nacht um den Bösen Brunnen herum und singen traurige Lieder.

Schutz Der Böse Brunnen wurde 1938 durch den Oberlehrer Kurt Vogel freigelegt und 1956 mit Beschluss der Stadt Zwickau als geologisches Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seit 1970 ist das gesamte Gelände der Wüstung Rappendorf ein Bodendenkmal. Mit Flechtzäunen wurden später einige Strukturen des Dorfes nachgebildet. Das Gelände um den Brunnen ist zum Schutz von einem Holzzaun umgeben.

Siehe auch Liste der Naturdenkmale in Zwickau (ND25)

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Einzelnachweise

Kategorie:Naturdenkmal im Landkreis Zwickau Kategorie:Geographie (Zwickau) Kategorie:Stadtbezirk West (Zwickau)