mini|hochkant|St. Brigida in Preying mini|Innenansicht mini|hochkant|Hochaltar mini|hochkant|Kanzel mini|hochkant|Glocke Die römisch-katholische Kirche St. Brigida ist eine spätgotische Saalkirche im Ortsteil Preying von Saldenburg im Landkreis Freyung-Grafenau in Niederbayern. Sie gehört zum Pfarrverband Preying im Dekanat Freyung-Grafenau der Diözese Passau.

Geschichte und Architektur Die einheitlich spätgotische Saalkirche vom Ende des 15. Jahrhunderts wurde unter Verwendung eines älteren Turms erbaut. Das Bauwerk ist an exponiertem Ort in der bergigen Landschaft über dem Tal der Ilz gelegen, mit weitem Blick nach Osten. Diese topographische Situation wurde in jüngster Zeit durch planlos gestreute Baugenehmigungen südöstlich unterhalb der Kirche beeinträchtigt.

Das Äußere überrascht durch die treffsichere kompakte Gestaltung. Langhaus und Chor sind in Länge und Breite fast gleichgewichtig unter einem gemeinsamen Dach erbaut. Der Chor ist jedoch ausgezeichnet durch sorgfältig behandelte Strebepfeiler aus Granit, der mittlere Absatz ist kantig mit überleitenden Eckpyramiden gestaltet. Steinsichtig sind auch die Schräggewände der Spitzbogenfenster gebildet. Die Fischblasenmaßwerke wurden unter Beachtung der ursprünglichen Form erneuert. Die Sakristei ist südseitig am Chor angebaut. Der Westturm ist seitlich angeordnet, über die Flucht der südlichen Langhausmauer leicht hinausgerückt; er wurde im Jahr 1753 mit einer Zwiebelhaube abgeschlossen.

Im Inneren sind Schiff und Chor mit gleicher Scheitelhöhe und fast gleicher Breite miteinander verbunden. Dieser raumvereinheitlichenden Tendenz wird durch den im Ostteil gesteigerten Formenreichtum entgegengewirkt. Der nur wenig eingezogene, beidseitig gefaste, mit Steinquadern gewichtig gestaltete Chorbogen bildet eine Zäsur. Andererseits ist die trennende Wirkung abgeschwächt durch die außergewöhnliche Überhöhung des Bogens bis zum Gewölbescheitel.

Das dreijochige Schiff, das durch den Einbau der kräftig gebauchten Westempore des 18. Jahrhunderts noch kürzer und steiler wirkt, greift nur um die Tiefe der (im Querschnitt annähernd quadratischen) Wandpfeiler über die Chorseitenmauern hinaus. Steinsichtige Gewölberippen in einfacher Rautenkonfiguration werden von konsolenartig auskragenden Wandpfeiler-Kämpferblöcken aus Granit aufgefangen. Im Chor mit zwei Jochen und Fünfachtelschluss wird der harmonische Ausgleich von Breite und Höhe etwa im Maßverhältnis 3:4 anschaulich wirksam. Dreiviertelrunde Wanddienste mit gefächerten Kelchkapitellen nehmen die Gewölberippen auf. Diese sind wie im Schiff doppelt gekehlt, aber reicher figuriert. Es ist nicht sicher, inwieweit die Steinsichtigkeit des feingliedrigen Gerüstes aus Diensten und Rippen dem ursprünglichen Zustand entspricht.

Im Jahr 2010 wurde eine umfangreiche Restaurierung der Kirche vorgenommen, wobei eine Fußbodenheizung eingebaut und die Orgel überarbeitet wurde.Information aus der Passauer Neuen Presse vom 15. Oktober 2024

Ausstattung Die Ausstattung stammt aus dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert; sie wurde dem gotischen Raum mit erkennbarem Respekt eingefügt. Charakteristisch für das Rokoko ist die Schrägstellung der Seitenaltäre; wohl für einen Zusammenbau mit dem im Jahr 1673 aufgestellten Hochaltar. Seitliche Durchgänge mit Skulpturen des Hengersberger Bildhauers Benjamin Schreidter wurden 1772 hinzugefügt. Der Altar zeigt einen flächig gehaltenen Säulenaufbau mit gesprengten Volutengiebeln. Das Gemälde stammt nach der Signatur von Matthäus Riedl 1673 und zeigt die Heilige Brigida beim Austeilen von Speisen. Der Chorseitenaltar ist ein Werk um 1730. Vor einer Baldachindraperie ist die heilige Brigida von 1490, vermutlich von früheren Hochaltar, dargestellt.

Die Seitenaltäre von 1779 zeigen beachtenswerte Gemälde mit Maria und dem Christkind, den Drachen besiegend, auf der Nordseite, bezeichnet (Johann) G(eorg) Ainstandt. Von diesem Maler stammt auch das Gegenstück mit der Heiligen Margareta, die wie Maria den Teufel in Gestalt des Drachens besiegt hat. Auf den Altären stehen ältere Holzfiguren: eine Muttergottes aus der Zeit um 1480 und eine Heilige Anna selbdritt aus der Zeit um 1520/30. Das Chorbogenkruzifix stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Über dem Südportal ist eine feingearbeitete Holzfigur der Madonna aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angebracht.

Die Orgel ist ein Werk von Ludwig Eisenbarth aus dem Jahr 2010 mit 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal.

Literatur

Weblinks

Website der Pfarrei Preying

Einzelnachweise

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