Und mir bleibt der hässliche Hund ist ein Jugendroman der deutschen Biologin und Autorin Franziska Hörner für Jugendliche ab dreizehn JahrenAltersempfehlung durch den herausgebenden Verlag, von 2025.
Inhalt mini|200x200px|Französische Bulldogge, ähnelt dem Coverbild auf dem Roman Nach dem Autounfall mit Todesfolge seiner Familie, bestehend aus den Eltern und der jüngeren Schwester Isa, muss der 16-jährige Ich-Erzähler Felix mit dem Verlust zurechtkommen und in das alltägliche Leben zurückfinden. Er zieht sich zunächst zurück. Eigentlich möchte er am liebsten sein Zimmer nicht mehr verlassen. Zur Seite hat er Isas hässlichen Hund Bolt, der den Unfall überlebt hat. In dessen Verhalten wird die Gefühlswelt von Felix gespiegelt. Der Hund braucht ihn; denn er muss ab und zu vor die Tür oder gefüttert werden. In der Therapie bei Frau Rose lernt Felix, sich langsam zu öffnen und zusätzlich den traumatisierten Jugendlichen Mo kennen.
Beim Kennenlernen in der Praxis meint Mo, der bis dahin unbekannte Junge: „Das ist ja mal ‘n hässlicher Hund.“ Felix reagiert: „Ich guckte ungläubig. Bolt war hässlich wie die Nacht. Aber noch nie hatte das jemand einfach so ausgesprochen: Ich hatte es meiner Schwester tausendmal gesagt.“
Mo ist Felix sympathisch. Er war mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet. Zu den beiden, die zunächst eine Schicksalsgemeinschaft bilden, stößt noch die Jugendliche Marie, die stets gute Laune hat und die Felix durch ihre positive Art bezaubert. Die drei Freunde verbringen zusammen den Sommer und versuchen ihre Ängste und Panikattacken zu überwinden, indem sie sich diesen stellen. Beispielsweise fürchtet sich der eine vor der Enge von Aufzügen, der andere erstarrt im Angesicht einer verkehrsreichen Straße. Ob die Strategien, die sich die Jugendlichen für ihre Paniküberwindung ausgedacht haben, hilfreich sind, wird nicht beurteilt, sondern nur beschrieben, was passiert. Letztlich werden sie durch ihre gemeinsamen Erlebnisse stärker.
Zusätzliche Unterstützung erhält Felix durch seine überforderte, aber stets zugewandte Tante Becca und deren Freund Phil, da er durch die beiden Erwachsenen Vertrauen, Liebe und ein stabiles Umfeld erhält.
Am Ende des Romans gelingt es Felix, wieder in die Schule zu gehen. Die Freunde verhalten sich so normal zu ihm, dass es Felix leicht fällt, sich wieder wohl zu fühlen. Sie sagen, dass sie sich freuen, dass er wieder da ist und schon nach der „ersten Schulstunde merkte ich, dass sich tatsächlich überhaupt nichts geändert hatte.“ Dies erleichtert den Jungen, der wieder am alltäglichen Leben eines Teenagers teilnehmen will und dabei mit sich im Reinen sein. Felix endet mit: „Das ist Bolt [...] Wir haben ein etwas komisches Verhältnis, aber meine Therapeutin meint, das wäre in Ordnung.“
Rezensionen Laut Dachverband Jugendliteratur beeindruckt die Autorin im Roman durch ihre authentische, traurige und gleichzeitig hoffnungsvolle Art des Erzählens. Der emotionale Kontakt zwischen Felix und dem Hund hilft, die Trauer zu verarbeiten und einen Neuanfang zu erleichtern. Trotz der tragischen Ausgangssituation bleibt der Roman leicht, teilweise komisch und lässt Liebe als Gefühl zu. Dabei achtet die Autorin darauf, nur das Wesentliche zu schreiben und nah an ihren starken Figuren zu bleiben. Der Roman endet mit der zuversichtlichen Erkenntnis, dass man auch nach schweren Schicksalsschlägen neue Perspektiven für sich finden kann.
Laut Literaturcouch ist die Geschichte schön, lebendig, zart, einfühlsam und humorvoll. Explizit gelobt wird zum Beispiel die Idee, dass der nicht gerne spazieren gehende Bolt lernt, auf dem Longboard mitzufahren und damit viele Menschen zum Lächeln bringt und zusätzlich, dass Felix erkennt, dass es auch in anderen Familien Konflikte gibt.
Lesepunkte geben fünf von fünf Punkten wegen der Glaubwürdigkeit der Schilderung der Situation ohne Übertreibungen und der Figuren, die sich entwickeln, besonders sichtbar am Protagonisten Felix. Außerdem behandele der Roman Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Familie und die erste Liebe, weshalb die Geschichte vielseitig werde und viele Jugendliche anspreche. Das Buch transportiere die Botschaft, dass man auch nach schweren Verlusten wieder Hoffnung finden könne und Hilfe von außen annehmen dürfe.
Bei Lovelycouch und Lesejury wird gelobt, dass die einfühlsame und berührende Geschichte mit so viel Leichtigkeit erzählt werde, dass sie in Lesern ein Lächeln hervorzaubere.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) gibt Jugendlichen und Erwachsenen die Empfehlung des unbedingten Lesens, da der Roman bewege und lange nachhalle.
Literatur
Und mir bleibt der hässliche Hund. Thienemann Verlag, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-522-20401-9.
Auszeichnung 2026: Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Neue Talente durch den Dachverband Jugendliteratur und Aufnahme in die Shortlist des Bad Harzburger Eselsohrs
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur