Roger Wesley Nostbakken (* 7. September 1930 in Aneroid, Saskatchewan; † 7. Oktober 2021) war ein kanadischer Theologe und Hochschullehrer. Er lehrte unter anderem als Professor am Lutheran Theological Seminary in Saskatoon und leitete dieses von 1985 bis 1996 als Hochschulpräsident.
Biographie Nostbakken wurde in Aneroid in der kanadischen Provinz Saskatchewan in eine kirchlich engagierte Familie norwegischer Herkunft geboren. Er erwarb seinen Schulabschluss am Lutheran Collegiate Bible Institute in Outlook und begann ein Studium an der Universität von Saskatchewan, das er 1955 als Bachelor of Arts abschloss. Anschließend studierte er Evangelische Theologie am Luther Seminary in Saskatoon, wo er schon im nächsten Jahr den Abschluss als Bachelor of Divinity erlangte. Er wurde 1956 durch die Evangelical Lutheran Church zum Pfarramt ordiniert und trat eine erste Pfarrstelle in Armena in der kanadischen Provinz Alberta an, wo er jedoch nur ein Jahr lang blieb. Ab 1957 setzte er jedoch seine theologischen Studien am Princeton Theological Seminary fort und erwarb dort 1958 einen Master of Theology. Anschließend promovierte er bis 1960 zum Doctor of Philosophy. Während seiner Promotion war er auch Pfarrer der Redeemer Lutheran Church in Succasunna. Nachdem er 1960 kurz die Pfarrstelle an der Trinity Evangelical Lutheran Church in Madelia vertrat, folgte er im selben Jahr einem Ruf an die Gemeinden von Marengo und Kindersley in Saskatchewan. Später war er auch als Pfarrer in Edmonton tätig.
Nostbakken wurde 1966 als Nachfolger von Thomas Solem auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie am noch recht jungen Lutheran Theological Seminary Saskatoon (LTS) berufen. Er lehrte dort auch Ökumenik. Nachdem die University of Saskatchewan 1973 in Kooperation mit den örtlichen theologischen Seminaren einen Fachbereich für Religionswissenschaften eingerichtet hatte, wurde Nostbakken neben seiner Lehrtätigkeit am Seminar zu dessen erstem Direktor ernannt. Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit waren soziologische Trends und deren Einfluss auf Kirchen. 1985 wurde Nostbakken als Nachfolger von William Hordern zum Hochschulpräsidenten des LTS ernannt und gab seine Lehre an der Universität von Saskatchewan auf. Er leitete das Seminar bis 1996, als er in den Ruhestand trat.
Neben seinen akademischen Tätigkeiten hatte Nostbakken auch zahlreiche kirchliche Ehrenämter inne. Er war von 1970 bis 1985 Vizepräsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Kanada. Viele Jahre lang war er kanadischer Vertreter beim Lutherischen Weltbund und gehörte auch dessen Exekutivausschuss an. 1984 war er für das Amt des Weltbunds nominiert, unterlag jedoch dem Ungarn Zoltán Káldy.
Nostbakken heiratete 1956 Andrea Solem, mit der er vier Kinder hatte. Er starb am 7. Oktober 2021 und wurde in Saskatoon begraben.
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Einzelnachweise
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