Das Oppidum du Moulin im heutigen südfranzösischen Ort Peyriac-de-Mer südlich von Narbonne war ein vorrömischer, kleiner Hafenort der Elisyker. Siedlungsspuren ließen sich von Mitte des 6. Jh. bis zum Anfang des 3. Jh. v. Chr. nachweisen, also von etwa 550 bis 300 v. Chr.
Das Oppidum befand sich auf einer kleinen, felsigen, runden, etwa 15 Meter hohen Anhöhe am heutigen nördlichen Ortseingang Richtung Bages. Der Ort lag damals direkt an der Küste des offenen Mittelmeers. Erst später hat sich durch Verlandung die heutige Lagunenlandschaft gebildet. Der heutige Name weist auf eine Windmühle hin, die auf dieser Anhöhe stand und ist neuzeitlichen Ursprungs; der antike Name ist nicht bekannt.
Die Fundstelle war Archäologen schon seit 1871 bekannt, es kam jedoch erst von 1959 bis 1963 zu mehreren Ausgrabungen. Dabei kamen die Reste dreier großer Gruppen von Wohnhäusern und zweier Straßen zum Vorschein. In den Häusern wurden Vasen, Schüsseln und Teller gefunden, auch lokal hergestelltes Geschirr. Die Keramiken waren zerstört, aber häufig recht vollständig und unter anderem iberischen, kampanischen, hellenischen und punischen Ursprungs. Werkzeuge weißen auf Ackerbau und Fischerei hin. Insgesamt ließen die Befunde auf Handel und einen gewissen Wohlstand der Bewohner schließen.
Waffen, zerstörte Möbel und Brandspuren lassen darauf schließen, dass die Besiedelung mit einem Angriff beendet wurde. Erst in Gallo-römischer Zeit kam es zu einer Neubesiedelung in der Gegend.
Weblinks Musée de Peyriac de Mer, französisch.
Einzelnachweise
Kategorie:Oppidum Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Okzitanien Kategorie:Département Aude