Hermann Rühmekorf (* 26. Mai 1893 in Mahlerten; † 4. September 1968 in Kassel) war ein deutscher Offizier und Kommunalpolitiker. Er war Generalintendant der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg und später Landrat des Landkreises Wolfhagen.

Leben Rühmekorf legte 1911 am humanistischen Gymnasium in Hildesheim das Abitur ab. Danach studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg, München und Göttingen. Ab 1912 war er Mitglied des Corps Rhenania Freiburg.Kösener Corpslisten 1960, 35/838 1914 unterbrach er sein Studium und leistete bis 1919 Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Leutnant. 1919 legte er das erste juristische Staatsexamen ab. Anschließend absolvierte er das Rechtsreferendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Celle und legte 1922 das zweite juristische Staatsexamen ab. Daraufhin war er kurzzeitig Gerichtsassessor als Anwaltsvertretung in Hildesheim und am Amtsgericht Hannover.

1923 trat Rühmekorf in die Reichsfinanzverwaltung ein. Er war bis 1935 beim Finanzamt Braunschweig und Gandersheim, dem Landesfinanzamt Bremen und dem Finanzamt Berlin tätig. 1924 wurde er zum Regierungsrat ernannt. Von Februar 1935 bis Juli 1937 war er beim Luftamt Berlin bzw. beim Luftkreiskommando II Berlin tätig; im Juli 1935 wurde er zum Oberregierungsrat befördert. Im Juli 1937 wurde er zum Ministerialrat bzw. Oberstintendanten befördert und zugleich zum Referent und Gruppenleiter in der Abteilung für Liegenschaften unter Abteilungsleiter Wilhelm Untrieser im Luftwaffenverwaltungsamt des Reichsluftfahrtministeriums ernannt. Diese Funktion füllte er bis zum Juli 1939 aus, als er zum Luftgaukommando VI Münster versetzt wurde. Im Oktober 1939 wurde er zum Ministerialdirigenten bzw. Generalintendanten befördert.

Von November 1940 bis September 1943 war Rühmekorf beim Luftgaukommando Westfrankreich tätig. Daraufhin war er von September 1943 bis Mai 1944 beim Luftflottenkommando 2, von Mai bis November 1944 beim Luftflottenkommando 1, von November 1944 bis Januar 1945 beim Luftwaffenkommando West, im Januar 1945 beim Luftgaukommando XVI Dresden und schließlich von Februar 1945 bis zum Kriegsende im Mai 1945 beim Luftgaukommando III Berlin tätig. Anschließend war er bis 1947 in Kriegsgefangenschaft.

Bei seinem Spruchkammerverfahren im April 1947 wurde Rühmekorf als „entlastet“ eingestuft. Von 1949 bis 1955 war er Landrat des Landkreises Wolfhagen. 1963 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. Er starb im September 1968 im Alter von 75 Jahren in Kassel.

Literatur Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935–1945 Teil II, Band 3: Odebrecht–Zoch. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-2207-4.

Weblinks Hermann Rühmekorf auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

Einzelnachweise

Kategorie:Ministerialdirigent (NS-Staat) Kategorie:Militärperson (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Generalintendant (Armee) Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Beamter (Weimarer Republik) Kategorie:Finanzbeamter Kategorie:Person (Reichsfinanzwesen) Kategorie:Jurist in der Kommunalverwaltung Kategorie:Jurist in der Finanzverwaltung Kategorie:Landrat (Landkreis Wolfhagen) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Leutnant (Deutsches Heer) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Mann