Un garibaldino al convento (deutsch = Ein Garibaldiner im Kloster) ist eine Filmkomödie von Vittorio De Sica aus dem Jahr 1942.
Handlung Eine alte Dame erinnert sich an in ihre Jugendzeit, die sie in der Schule eines Nonnenklosters verbracht hat. Sie erzählt ihren Enkelinnen schöne und traurige Geschichten, die sie dort erlebt hat.
Es ist die unruhige Zeit des Risorgimento in Italien. Die Schülerinnen Mariella und Caterinetta kommen beide aus Familien der Oberschicht, die miteinander verfeindet sind. Eines Tages treffen in der Nähe des Kloster Gendarmen mit einer Gruppe von Widerstandskämpfern aufeinander, es werden Schüsse gewechselt, und ein Garibaldianer wird verwundet. Er flüchtet vor seinen Verfolgern in den Klostergarten, wo ihn Caterinetta entdeckt und ihn gemeinsam mit dem alten Gärtner, ein überzeugter Anhänger Garibaldis, im Gartenhaus versteckt. Da die Verwundung ziemlich gefährlich aussieht, holen sie Mariella zu Hilfe, die medizinische Kenntnisse besitzt. Und zufällig ist der Mann Mariellas Verlobter, den sie seit Monaten nicht mehr gesehen hat.
Auf der Suche nach dem Entflohenen dringen die Gendarmen in das Kloster ein und verbreiten bei Nonnen und Schülerinnen Furcht und Schrecken. Die beiden Mädchen, der Gärtner und der Geflohene verschanzen sich in der Hütte, verteidigen sich, so gut sie können und wollen sich nicht ergeben. Schließlich gelingt Caterinetta die Flucht zu Pferd. Sie alarmiert die Garibaldianer, der Geflohene wird gerettet, und Mariella und Caterinetta werden die besten Freundinnen.
Produktion und Veröffentlichung Der Film ist der letzte einer Reihe leichter Komödien, bevor De Sica sich mit I bambini ci guardano zum ersten Mal in einem Film mit sozialen Problemen der Gegenwart kritisch auseinandersetzte, Filmen, mit denen er schließlich 1948 (Schuhputzer) und 1950 (Fahrraddiebe) zwei Oscars gewann. mini|De Sica und Carla Del Poggio am Set von Un garibaldino al convento Gedreht wurde in den Safa Palatino Studios in Rom. Als Drehort des Klosters, in dem das Mädchenpensionat untergebracht ist, diente das Istituto Sperimentale per la Nutrizione delle Piante in der Via della Navicella in Rom.Un garibaldino al convento davinotti.com, abgerufen am 24. August 2026 Die Musik komponierte Renzo Rossellini, nach Rose scarlatte die dritte und vorletzte Filmmusik für einen De Sica-Film.
Premiere in Italien war am 10. März 1942. Am 8. Oktober 1991 wurde er im Museum of Modern Art in New York innerhalb einer De Sica-Retrospektive aufgeführt.De Sica Screening Schedule The New York Times, 4. Oktober 1991, abgerufen am 25. August 2026
2015 erschien in der Reihe Les grands classiques du cinéma Italien eine DVD in italienischer Sprache mit französischen Untertiteln.
Kritik Der Filmdienst bezeichnet den Film als „heiter-melancholische[n] Historienfilm, der zwischen komödiantischen, romantischen und dramatisch-abenteuerlichen Akzenten changiert“ und vergibt drei von fünf möglichen Sternen.A Garibaldian in the Convent Filmdienst, abgerufen am 24. August 2026
Patrick Holzapfel schreibt 2021 anlässlich der Vittorio De Sica-Retrospektive des Münchner Stadtmuseums: „Es ist ein wilder Film, der mehrmals auf absurde Weise fast lächerlich wirkt, um im nächsten Moment auf noch absurdere Weise wieder zu funktionieren. Gerettet wird das Unterfangen wohl vom Geschick De Sicas in der Herstellung eines leichten Tons, der das Menschliche umarmt“.Un garibaldino al convento (Ein Garibaldiner im Kloster) Münchner Stadtmuseum, abgerufen am 25. August 2026
Literatur Orio Caldiron (Hrsg.): Bianco e nero. Numero speciale Vittorio De Sica. Nr. 9 – 12. Centro Sperimentale di Cinematografia, Rom 1975. Francesco Savio: Cinecittà anni Trenta. Parlano 116 protagonisti del secondo cinema italiano. 3 Bände. Bulzoni, Rom 1979. ISBN 978-88-6897210-3
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1942 Kategorie:Italienischer Film Kategorie:Historienfilm Kategorie:Liebesfilm Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Schwarzweißfilm