Leonid Alexandrowitsch Woskressenski (, in englischer Transliteration Leonid Alexandrovich Voskresensky, * in Pawlowski Possad; † 16. Dezember 1965 in Moskau) war ein sowjetischer Raketeningenieur, der besonders in der Flugerprobung tätig war.

Leben Leonid Alexandrowitsch Woskressenski wurde am 14. Juni 1913 als Sohn des Geistlichen Alexander Georgijewitsch Woskressenski (1875–1950) und Jekaterina Weniaminowna, geborene Sokolowa (1880–1956), die ebenfalls einer geistlichen Familien entstammte, in der zirka 70 km östlich von Moskau gelegenen Stadt Pawlowski Possad geboren. Bis zu seinem neunten Lebensjahr lebte er bei seinen Eltern, anschließend bei seinem älteren Bruder Georgi in Moskau, der dort Ingenieur war. Ab April 1929 arbeitete Leonid als Elektromonteur in einem Moskauer Werk und studierte nebenher von 1932 bis 1936 am Moskauer Energetischen Institut, gefolgt von einem Dienstjahr in der Roten Armee. Von 1937 bis 1943 war er Ingenieur am staatlichen Forschungsinstitut für Stickstoff, anschließend bis 1944 Laborleiter am Forschungsinstitut für Luftfahrtindustrie und dann bis 1947 Laborleiter am Forschungsinstitut NII-1 für Raketentreibstoffe.

Beim Vorrücken der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg wurden Teile der deutschen Rakete Aggregat 4, auch als V2 bekannt, gefunden und zum NII-1 gebracht. Zur Untersuchung in Deutschland wurde eine Sonderkommission gegründet, der unter anderem Woskressenski, Sergei Pawlowitsch Koroljow, Wassili Pawlowitsch Mischin, Boris Jewsejewitsch Tschertok, Nikolai Alexejewitsch Piljugin, Alexei Michailowitsch Issajew, Wiktor Iwanowitsch Kusnezow, Michail Sergejewitsch Rjasanski und Walentin Petrowitsch Gluschko angehörten. In Deutschland kam es zur ersten Begegnung mit Koroljow. Zu weiteren Untersuchungen der V2 wurde das Institut „Nordhausen“ gegründet, mit Lew Michailowitsch Gaidukow als Direktor und Koroljow als Chefkonstrukteur. Woskressenski leitete die Erprobungsabteilung. 1947 kehrten die Spezialisten in die Sowjetunion zurück. Woskressenski wurde vom NII-1 an das NII-88 versetzt und wurde damit dauerhaft leitender Erprobungsingenieur unter Koroljow. 1954 stieg zum stellvertretenden Chefkonstrukteur am OKB-1 auf, wovon er 1963 auf eigenen Wunsch aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat und als wissenschaftlicher Leiter der Erprobungsabteilung weiter arbeitete. Auf dem Testgelände Kapustin Jar testete die Kurzstreckenraketen R-1, R-2 und die Mittelstreckenrakete R-5. Weiter war er für Tests und Starts der Interkontinentalraketen R-7 und R-9 sowie der Trägerraketen Wostok und Molnija verantwortlich.

1958 erlangte Woskressenski einen Doktortitel der technischen Wissenschaften. Auf seine Initiative hin wurde 1960/61 am Moskauer Staatlichen Luftfahrtinstitut ein Studiengang für Ingenieure zur Erprobung von Raketen- und Raumfahrttechnik eingerichtet, er leitete den dazu geschaffenen Lehrstuhl bis zu seinem Lebensende. Er war mit der Chemikerin Jelena Wladimirowna Woskressenskaja (Елена Владимировна Воскресенская, 1922–1988) verheiratet. Woskressenski starb am 16. Dezember 1965 im Alter von 52 Jahren und wurde auf dem Nowodewitschi-Friedhof bestattet, sein Grabstein ist mit einer Rakete verziert. Ehrungen 1945 wurde Woskressenski der Orden des Roten Sterns verliehen. 1958 erhielt er den Titel Held der sozialistischen Arbeit für seine Beteiligung am erfolgreichen Start des ersten künstlichen Erdsatelliten Sputnik 1. Er wurde zweimal mit dem Leninorden ausgezeichnet, 1958 und 1961. (weniger seriöse Quellen nennen sogar drei Leninorden.) Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Voskresenskiy offiziell nach Leonid Alexandrowitsch Woskressenski.

Einzelnachweise NII steht für научно-исследовательский институт, deutsch: wissenschaftliches Forschungsinstitut.

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