Jindřich Mann (* 18. März 1948 in Prag) ist ein deutsch-tschechischer Drehbuchautor, Filmregisseur und Schriftsteller.
Leben Mann wurde 1948 in Prag geboren und wuchs dort auf. Seine Eltern sind Leonie Henriette Mann (1916–1986), die einzige Tochter des deutschen Schriftstellers Heinrich Mann, und der tschechische Schriftsteller Ludvík Aškenazy.Rowohlt: Jindrich Mann, abgerufen am 27. August 2026.
Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch Truppen des Warschauer Paktes emigrierte die Familie 1968 in die Bundesrepublik Deutschland und ließ sich zuerst in München nieder. Mann trat das geplante Filmstudium in Prag nicht an.
Während des Studiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) lebte Mann in West-Berlin und lebt nach der Wende zum Teil weiter in der wiedervereinigten Stadt.
Ab 1973 arbeitete Mann als freiberuflicher Drehbuchautor und Regisseur für die deutschen Fernsehanstalten, vorwiegend ARD und ZDF. Die erste Dokumentation für den damaligen Sender Freies Berlin (SFB) war 1973 Frau Seeshipp oder die Lust am Verkleiden. Nach einer Reihe von weiteren Dokumentationen für den SFB drehte er Kinderfilme für die ZDF-Reihen Anderland und Bettkantengeschichten, die SFB-Reihe Denkste, sowie Krimis für die ARD-Reihe Peter Strohm, meist nach den eigenen Drehbüchern. Er schrieb aber auch Drehbücher für andere Regisseure oder als Co-Autor mit seinem Vater Ludvík Aškenazy.
Nach dem Ende des Kalten Krieges und der Wende 1989 konnte er nach 21 Jahren wieder seine Geburtsstadt Prag besuchen und lebt seitdem zum Teil wieder dort.Tschechisches Zentrum München: Jindřich Mann: Der kleine gelbe Doppeldecker, abgerufen am 27. August 2026 Für das Tschechische Fernsehen drehte er 2001 den Fernsehfilm Antonie Pařízková, lehká holka s dobrým srdcem nach eigenem Drehbuch und einem Theaterstück seines Vaters (basierend auf der Reportage „Galgentoni“ vom Egon Erwin Kisch).
Im Jahr 2007 schrieb er, vom Rowohlt Verlag angesprochen, das Buch Prag, poste restante. Der Autor selbst bezeichnet das Buch mit dem Untertitel „Eine unbekannte Geschichte der Familie Mann“ als einen „dokumentarischen Roman“. 2011 erschien das Buch als Poste Restante in der eigenen tschechischen Übersetzung des Autors im Prager Verlag Labyrint und erhielt 2013 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. 2017 folgte in demselben Verlag die tschechisch geschriebene Novellensammlung Lední medvěd („Der Eisbär“) und 2022 der Roman Stříbrný kouzelník („Der Silberne Zauberer“).Mann, Jindřich. In: Hessischer Literaturrat, abgerufen am 27. August 2026
Hörspiele (Auswahl) 1988: Der Videogruß – Regie: Irene Schuck (Original-Hörspiel, Kurzhörspiel – BR)Der Videogruß, BR 1987. In: ARD-Hörspieldatenbank.
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