mini|St. Andreas in Schnackenwerth mini|Innenansicht St. Andreas ist die römisch-katholische Pfarrkirche in Schnackenwerth, einem Gemeindeteil des Marktes Werneck im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt in Bayern. Das Langhaus des denkmalgeschützten Bauwerks stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Kirchturm aus dem frühen 17. Jahrhundert. Die Pfarrei gehört zur Pfarreiengemeinschaft Maria im Werntal im Dekanat Schweinfurt des Bistums Würzburg. Die Kirche ist ein Saalbau mit eingezogenem Chor und Chorturm. Sie ist von einer Gadenanlage umgeben.
Geschichte Bereits im 15. Jahrhundert ist ein Gotteshaus in Schnackenwerth belegt. Diese wurde aller Wahrscheinlichkeit nach auf Kosten des Benediktinerkosters St. Michael auf dem Mönchsberg bei Bamberg für die Schnackenwerther gebaut. Dieses wurde Anfang des 17. Jahrhunderts umfangreich renoviert.1612 wurde unter dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn ein neuer Glockenturm mit der für diese Zeit typischen Echterhaube errichtet. In den Jahren 1749 bis 1751 wurde ein neues Langhaus unter dem Bauherrn Johann Müller aus Eßleben gebaut.
Ausstattung Hochaltar Der aus Kützberg stammende Johannes Valentin Weber fertigte den viersäuligen Hochaltar. Das Altarretabel zeigt die Kreuzigung des Hl. Andreas. Es wurde von dem Würzburger Meister Anton Josef Högler (1707–1786) geschaffen. Flankiert wird das Altarblatt links von Figuren der Hl. Anna und ihrer Tochter Maria und rechts der des Erzengels Michael. Im Auszug ist die Heiligste Dreifaltigkeit in einem Strahlenkranz dargestellt. Der Altar wird von Muschelstuckaturen und geschwungenen Voluten geziert. Die Reliefs auf der Predella zeigen Herz-Jesu und Herz-Mariä. Vor der Predella steht ein zweigeschossiger, reich verzierter Tabernakel. Den Abschluss bildet das apokalyptische Lamm auf dem Buch mit den sieben Siegeln, die in der Vergangenheit verloren gegangen sind.
Seitenaltäre Das Altarblatt des linken Seitenaltars zeigt die Verkündigung Mariens. Es wurde von Joseph und Karoline Held von Riedhof im Jahre 1902 gestiftet. Im Auszug sind ein durch einen Strahlenkranz eingerahmtes Marienmonogramm und das flammende Herz Mariens zu sehen. Das Altarblatt des rechten Seitenaltars zeigt den Hl. Nepomuk mit seinen Attributen und entstand auch um das Jahr 1900. Der Aufsatz zeigt ein Jesusmonogramm mit drei Nägeln, die das Leid am Kreuze symbolisieren. Auch dieses Monogramm wird von einem Strahlenkranz und einer Wolkengloriole umrahmt. Der Evangelienseitenaltar wurde 1750 vom Hofmechanikus Metzger aus Würzburg und seiner Ehefrau Anna Barbara gestiftet.
Kanzel Die Kanzel stammt aus dem säkularisierten Kloster Himmelspforten. Die hölzerne Kanzel im Stil des Rokoko sitzt in origineller Weise auf dem Beichtstuhl auf. Am ausschwingenden Korpus befinden sich die vier Evangelisten mit ihren Symbolen, Gestalten mit emphathischen Bewegungen. Sie wurden von Johann Josef Kessler (1711–1759) aus Simmershausen geschaffen. Auf dem von einem Baldachin gezierten Schalldeckel sitzt auf einem reich verzierten Podest ein Engel mit den Gesetzestafeln. Eine solche Kanzel mit vorspringenden Profilen, die mit den vier Evangelisten besetzt sind, findet sich in Schnackenwerth zum ersten Mal und wird in den folgenden Jahrzehnten oft in anderen Kirchen kopiert.
Verzierungen Das Hauptfresko zeigt die Himmelsfahrt Mariens und wurde ursprünglich 1750 von Johann Peter Herrlein gefertigt. Dieses wurde schon 1764 von Jospeh Högler übermalt. Der Grund für die Übermalung ist nicht bekannt. Die vier von Johann Peter Herrlein geschaffenen Eckmedaillons zeigen die vier Kirchenväter. Außerdem befinden sich an der Decke in der Mitte der Längsseiten kleine sich auf Maria beziehende Medaillons. All die Gemälde und die Segmentbögen der Kirchenfenster werden von Rocaille-Ornamenten geziert. Diese Stuckierung stammen vom Geldersheimer Simon Hellmuth.
Orgel und Empore In der Kirche befindet sich eine Doppelempore mit barocker Balustrade. Die Orgel wurde 1750 von dem Würzburger Hoforgelbauer Johann Philipp Seuffert geschaffen. Der Prospekt im Rokoko-Stil ist noch erhalten. Das Orgelwerk stammt vom Retzbacher Orgelbauer Norbert Krieger und wurde 1966 eingebaut.
Weitere Ausstattung Der älteste Ausstattungsgegenstand ist ein aus der Zeit Julius Echters stammender Taufstein. Der Kreuzweg wurde 1950 von einem Würzburger Maler geschaffen. 1881 stifteten Bürger des Dorfes für den Chorraum die von dem Passauer Glasmaler Alexander Sutor geschaffenen zwei Buntglasfenster mit den Motiven: „Dominikus empfängt von Maria den Rosenkranz“ sowie „Maria erscheint dem Simon Stock“. In das Langhaus wurden sechs Rosettenfenster, die ebenfalls von Wohltätern gestiftet waren, eingesetzt. Diese Fenster sind nicht mehr erhalten.
Volksaltar und Ambo wurden vom Würzburger Domkapitular Jürgen Lenssen entworfen. Er ist aus grünem Sandstein und enthält die Reliquien der Hl. Edith Stein, dem Hl. Burkard und dem seligen Liborius Wagner.
Außenansicht Von außen ist die Kirche schlicht gehalten. An der Westfassade findet man einige Schmuckelemente. Auf beiden Seiten des Eingangsportals befinden sich Figurennischen; links des Portals mit der Figur des Hl. Valentin und rechts mit der des Hl. Nikolaus. Im Giebel der Fassade befindet sich eine Figur der Maria Immaculata. Alle drei Figuren wurden von dem Sömmersdorfer Johann Georg Gosohorski geschaffen. Das Portal ist im Stil des Rokoko gefertigt. Über ihm befindet sich in einer Kartusche das Wappen des Fürstbischofs Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads.
Umgebung Der vorhandene Gadenbestand datiert in seinen drei Zügen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Jedoch lässt sich der Gadenring womöglich bis in die Frühzeit des Dorfes zurückdatieren. Im 16. Jahrhundert wird die Kirche als „finsteres Kirchlein“ bezeichnet, was darauf schließen lässt, dass nicht nur der Turm sondern auch das Kirchenschiff bewehrt war. Das Langhaus trug nur kleine Schießscharten als Fensterchen. Durch den Neubau des Kirchenschiffs musste der Gadenring im Westen eingelegt werden. Auch das Schulhaus befand sich im Gadenbering. Die erste Gade gegenüber dem Eingang zum Friedhof wurde zu einer Art Tageskapelle. Die Gaden sind heute noch größtenteils erhalten.
Literatur Karl Treutwein: Werneck: Landschaft, Geschichte, Kunst, Kultur; mit seinen 13 Ortsteilen: Eckartshausen, Egenhausen, Eßleben, Mühlhausen, Ettleben, Rundelshausen, Schleerieth, Schnackenwerth, Schraudenbach, Stettbach, Vasbühl, Werneck, Zeuzleben. Ein Heimatbuch. Gemeinde Werneck, Werneck 1982. Longin Mößlein: Kirchenburgen im Landkreis Schweinfurt: Euerbach – Geldersheim – Schnackenwerth – Gochsheim. Jahrhunderte währende Dorfkultur. Gerolzhofen 2005.
Einzelnachweise
Weblinks
Die 13 Gemeindeteile des Marktes Werneck Pfarrkirche St. Andreas in Schnackenwerth | bavarikon Die Gadenanlagen in Schleerieth und Schnackenwerth
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