mini|Katholische Kirche St. Elisabeth in Recklinghausen St. Elisabeth in Recklinghausen nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Propsteipfarrei St. Peter (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Elisabeth von Thüringen und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Campanile und hat 360 Sitzplätze.

Geschichte Um 1900 begann die Bebauung des Gebiets nördlich des Hauptbahnhofs Recklinghausen. Die seit 1907 bestandenen Pläne zum Bau einer Kirche konnten wegen des Ersten Weltkrieges und der Inflation nicht realisiert werden. 1926 konstituierte sich ein Kirchenbauverein für das 1934 eröffnete Gotteshaus.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von St. Peter (Recklinghausen) erfolgte 1934 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1949 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei.

Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Walter Kremer (Duisburg) entstand 1933–34 im Nordviertel von Recklinghausen das Kirchengebäude im Stil einer frühchristlichen Basilika. Besonders auffällig ist das schlichte Langhaus mit einem Campanile. Die Weihe durch Kardinal Clemens August Graf von Galen fand am 24. September 1934 statt.

1972/73 erfolgte ein radikaler Umbau, der die ursprüngliche Ausrichtung und Raumwirkung stark veränderte. Insbesondere wurde der historische Hochaltar entfernt und auf dem Kirchplatz vor dem Pfarrhaus aufgestellt. Diese Umgestaltung prägte das Gotteshaus etwa ein halbes Jahrhundert. 1977 erfolgte der Anbau einer Kapelle nach dem Konzept des Architekten Bernd Kruth (Haltern).

Im Rahmen einer sechsmonatigen Renovierung fand 2023/24 eine Wiederherstellung der ursprünglichen Raumgestaltung statt. Als Rückbesinnung auf die ursprüngliche Basilika-Geometrie wurde der Altar wieder in die Mitte verlegt, der historische Haupteingang wieder hergestellt und der alte Kirchenvorplatz wieder belebt. Ein Steinmetz fertigte aus dem alten Hochaltar (aus rosa Sandstein) einen neuen verkleinerten Altar sowie einen Ambo und ein Taufbecken. Bischof Felix Genn weihte diesen Altar am 10. Dezember 2023. Um eine flexible Raumnutzung zu ermöglichen, wurden die alten Kirchenbänke verschenkt und durch 130 stapelbare Stühle ersetzt.

St. Elisabeth ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Flachdecke unter einem Satteldach. Im Süden liegt die Altarinsel mit einem halbrunden Kapellenanbau. Der mächtige Campanile im Westen hat ebenfalls ein Satteldach. Das Gotteshaus besteht aus dunkelrotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus rotbraunen Dachziegeln.

Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1933/34, das Pfarrheim von 1969/70 und der Kindergarten von 1966/67.

Strukturentwicklungen Im Rahmen einer großen Strukturreform des Bistums Münster wurde St. Elisabeth am 29. Juni 2010 in die Propsteipfarrei St. Peter (Recklinghausen) eingegliedert.

Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Im Campanile des Gotteshauses St. Elisabeth hängen die folgenden vier Kirchenglocken aus Stahl.

Glocke 1: Schlagton: cis‘; Ø 160 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 2: Schlagton: e‘; Ø 135 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 3: Schlagton: fis‘; Ø 118 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955 Glocke 4: Schlagton: gis‘; Ø 105 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1955.

Orgel Franz Breil (Dorsten) erstellte 1936 für St. Elisabeth eine Pfeifenorgel mit 13 Registern. Im Rahmen der Umgestaltung des Gebäudes wurde 1975 ein neues Instrument mit 38 Registern sowie mit Rückpositiv (C−g3), Hauptwerk (C−g3), Oberwerk (C−g3) und Pedal (C−f1) von der Firma Gebr. van Vulpen (Utrecht/NL) eingebaut. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch. Die Schleifladen-Orgel besitzt zahlreiche Spielhilfen.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Elisabeth (Recklinghausen) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

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