mini|Fundstück aus dem Oppidum de la Moulinasse, ausgestellt im Museum in Sigean: Ein griechischer Skyphos aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., der entsprechende Handelsbeziehungen der lokalen Bevölkerung deutlich macht. Das Oppidum de la Moulinasse ist eine vorrömische Aussgrabungsstätte im südfranzösischen Ort Salles-d’Aude im Département Aude. Die eisenzeitliche Siedlung bestand vom 6. Jahrhundert v. Chr. bis zur römischen Eroberung der Gegend (etwa 120 v. Chr.). Sie wird den Elisykern zugeschrieben.
Der Ort wurde weniger gründlich erforscht als andere elisykische Oppida der Gegend, namentlich Oppidum d’Ensérune, Montlaurès, Oppidum du Moulin, Oppidum du Cayla und Pech Maho. Großen Anteil an den vorhandenen Erkenntnissen hatte eine Notgrabung.
Lage Das Oppidum befindet sich auf einer kleinen Anhöhe, heute etwa 250 Meter westlich des Ortes Salles-d’Aude und 500 Meter südlich der Aude. Es liegt heute weit von der Küste entfernt. Die lokale Geografie hat sich jedoch in den letzten Jahrtausenden stark verändert. Das Massif de la Clape, an dessen Nordrand der Ort liegt, war bei der Gründung des Ortes eine Insel. Die Lagunen (Ètangs) westlich und östlich des Massifs waren Teil des Mittelmeers und auch große Teile des heutigen Festlands der Gegend sind erst seither durch Anschwemmungen entstanden. Die Aude hatte im Altertum zwei Hauptarme, der nördliche der beiden entspricht in etwa dem heutigen Verlauf. Dieser mündete schon nördlich des Oppidums in den noch vorhandenen Meeresarm, und nicht erst gut 10 km westlich, wie es heute der Fall ist.
Entdeckungsgeschichte Erste Zufallsfunde kamen Ende der 1920er Jahre bei landwirtschaftlichen Arbeiten zu Tage: Fundamente, Keramiken und Steinplatten, unter denen sich menschliche Überreste fanden.
1978 führte eine starke Zerstörung des Geländes durch Pflügen dazu, dass eine Reihe von Artefakten und Überreste von Bauwerken freigelegt wurden. Danach wurde der Siedlungsbereich kartiert und einige Sondierungsgrabungen durchgeführt. 1979 bis 1981 konnte Michel Passelac in den nicht zerstörten Bereichen eine Rettungsgrabung durchgeführen. Auch konnte er parallel dazu auf Luftaufnahmen Verteidigungsgräben identifizieren. Von drei Grabungsfeldern wurden in zweien Gebäudereste gefunden: in Feld 2 die Reste eines abgebrannten Hauses vom Übergang vom 6. zum 5. Jahrhundert v. Chr. und in Feld 3 ein Wohnhaus aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., das in einer eigenen Arbeit genauer beschrieben wurde.
1997 wurden von Gaillard bei einer Grabung 200 Meter westlich der ersten Siedlung Funde aus der zweiten Eisenzeit gemacht.
Einzelnachweise
Kategorie:Oppidum Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Okzitanien Kategorie:Département Aude