30 ab ist ein traditionelles Würfelspiel für zwei oder mehr Personen, das mit sechs Würfeln und einem Würfelbecher gespielt wird.30. Spielanleitung (PDF; 0,3 MB), Fa. Thomas Winter, St. Pölten, abgerufen am 23. August 2026. Ziel ist es nicht, Punkte zu sammeln, sondern möglichst wenige Negativpunkte zu erhalten; wer eine festgelegte Grenze an Negativpunkten erreicht, scheidet aus dem Spiel aus.Würfelspiele. Praxis Jugendarbeit, abgerufen am 23. August 2026.
Das Spiel ist mündlich überliefert und keinem Verlag zugeordnet; entsprechend sind zahlreiche regionale Namen und Regelabweichungen verbreitet. Gebräuchlich sind unter anderem 30 runter30 runter. Jens Moll, abgerufen am 23. August 2026. und TotwürfelnTotwürfeln. Die Jungscharwerkstatt, abgerufen am 23. August 2026. sowie regional Miese. Auch die Negativpunkte tragen unterschiedliche Namen, etwa Schlechtpunkte oder Lebenspunkte. Daneben sind lokale Fassungen belegt, beispielsweise die Variante Oma Resi.Würfelspiel mit 6 Würfeln – 30 ab, Variante Oma Resi. Video, 13. Dezember 2020, abgerufen am 23. August 2026.
Material sechs sechsseitige Standardwürfel ein Würfelbecher Zettel und Stift zum Notieren der Negativpunkte
Spielziel Jeder Spieler versucht in seinem Zug, mit den sechs Würfeln eine Augensumme von mindestens 30 zu erreichen. Wer 30 Negativpunkte angeschrieben bekommt, scheidet aus. Gewinner ist der Spieler, der als Letzter im Spiel verbleibt.
Spielablauf Gespielt wird im Uhrzeigersinn.
Augen sammeln Der Spieler würfelt mit allen sechs Würfeln. Nach jedem Wurf muss er mindestens einen Würfel herauslegen, üblicherweise den oder die höchsten; es dürfen auch mehrere Würfel gleichzeitig herausgelegt werden. Mit den verbleibenden Würfeln wird weitergeworfen, bis alle sechs Würfel liegen. Ein Zug besteht damit aus höchstens sechs Würfen. Anschließend werden die Augen der sechs herausgelegten Würfel addiert.
Auswertung Ergebnis Folge genau 30 Es passiert nichts; der nächste Spieler ist an der Reihe. weniger als 30 Die fehlende Differenz wird dem Spieler selbst als Negativpunkte angeschrieben (Beispiel: 24 Augen ergeben 6 Negativpunkte). mehr als 30 Die überschüssige Differenz bestimmt die Zielzahl für die zweite Phase (Beispiel: 32 Augen ergeben die Zielzahl 2).
Negativpunkte verteilen Hat ein Spieler mehr als 30 Augen erreicht, kommen alle sechs Würfel zurück in den Becher. Er würfelt und legt alle Würfel mit der Zielzahl heraus; deren Augen werden einem Mitspieler als Negativpunkte angerechnet. Solange in einem Wurf mindestens ein passender Würfel fällt, darf weitergeworfen werden; fällt die Zielzahl nicht mehr, endet der Zug. Gelingt es, alle sechs Würfel mit der Zielzahl herauszulegen, beginnt der Spieler mit allen sechs Würfeln und derselben Zielzahl erneut; dies wiederholt sich, bis erstmals kein passender Würfel mehr fällt.
Spielende Sobald ein Spieler 30 oder mehr Negativpunkte hat, scheidet er aus dem Spiel aus. Gespielt wird, bis nur noch ein Spieler übrig ist.
Strategie Da mit sechs Würfeln eine Augensumme von 30 erreicht werden soll, entspricht das Ziel einem Durchschnitt von genau fünf Augen je Würfel. Jeder herausgelegte Würfel mit sechs Augen erzeugt damit ein Guthaben von einem Punkt, eine Fünf ist neutral, und jeder niedrigere Wert muss durch vorhandenes Guthaben ausgeglichen werden. Aus dieser Überlegung ergeben sich zwei verbreitete Spielhilfen:
Wurde bereits mindestens eine Sechs herausgelegt, können anschließend auch mehrere Fünfen und einzelne Vieren beiseitegelegt werden, ohne die Zielsumme zu unterschreiten. Auf diese Weise lässt sich der Zug früher beenden und das Risiko späterer niedriger Würfe vermeiden. Zum Ausgleich niedriger Augenzahlen lässt sich abzählen, wie viele Sechsen nötig sind: eine Vier wird durch eine Sechs ausgeglichen (Zwischensumme 10), eine Drei durch zwei Sechsen (15), eine Zwei durch drei Sechsen (20) und eine Eins durch vier Sechsen (25). Jede dieser Zwischensummen ist durch fünf teilbar und liegt damit wieder auf dem benötigten Schnitt. Diese Hilfe ist besonders zu Beginn eines Zuges nützlich, wenn nur niedrige Augenzahlen vorliegen.
Varianten Die Negativpunkte werden je nach Regionalvariante dem nachfolgenden oder dem vorangehenden Spieler angerechnet. Bei der Variante Totwürfeln werden stattdessen Lebenspunkte abgezogen. Andere Fassungen verwenden ein Startguthaben von 30 Punkten, das auf null heruntergespielt wird, oder eine höhere Ausscheidungsgrenze von beispielsweise 100 Punkten.
Einzelnachweise
Kategorie:Würfelspiel