mini|Verbreitungsgebiet der Südseeschwalbe

Die Südseeschwalbe (Hirundo javanica, Syn. Hirundo tahitica javanica) ist eine Vogelart aus der Familie der Schwalben (Hirundinidae).

Der Vogel kommt im tropischen Südasien und den Inseln im Südpazifik vor.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Hügelschwalbe (Hirundo domicola), der Glücksschwalbe (Hirundo neoxena) und der Tahitischwalbe (Hirundo tahitica) angesehen, die jeweils auch rotbraun an Stirn, Kehle und oberer Brust sind sowie eine dunkel glänzende Oberseite haben. In diesem Hirundo tahitica sensu lato-Komplex wurde die Art als Hirundo tahitica javanica bezeichnet.E. C. Dickinson und L. Christidis (Herausgeber): The Howard and Moore Complete Checklist of the Birds of the World. 4. Auflage. Volume 2: Passerines, 2014, Aves Press, PDF, ISBN 978-0-9568611-2-2 (print) ISBN 978-0-9568611-6-0 (e-PDF) Aufgrund morphologischer Unterschiede wurde die Art im Jahre 2016 als eigenständig abgetrennt.Species Updates IOC Version 14.2 August 2024

Das Verbreitungsgebiet umfasst felsige Küsten, kleine Felseninseln, Kalksteinklippen und Felsvorsprünge, häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen und Bauwerke, bis in Lagen von 1500 m in Indonesien und bis 2010 m. ü. M auf der Malaiischen Halbinsel wird auch der Luftraum über Wäldern bejagt.

Der e Artzusatz bezieht sich auf Java, Indonesien.

Merkmale Die Art ist 11–14 cm groß und wiegt etwa 11–19 g, eine eher kleine bis mittelgroße Schwalbe mit gegabeltem Schwanz und dunkler, stahlblau glänzender Oberseite. Stirn und Ohrdecken, Kehle und obere Brusthälfte sind ausgeprägt rotbraun. Flanken und untere Brusthälfte sowie die übrige Unterseite sind grau, hell oder dunkler je nach Unterart. Die Bauchmitte ist meist weißer gefärbt, die Unterschwanzdecken sind schwärzlich mit weißer Schuppenzeichnung, die Steuerfedern tragen meist weiße Flecken, die ein deutliches weißes Subterminalband bilden, bei den weiter im Osten vorkommenden Unterarten fehlen diese Flecken meist. Die Flügelunterseite ist grau. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, die Beine dunkelbraun.

Die Südseeschwalbe kann hauptsächlich nur mit der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) verwechselt werden, die etwas größer ist mit schwärzlichen Unterschwanzdecken und weißer Schuppenzeichnung, auch dunklere Flügelunterseiten hat sowie bräunliche bis dunkelgraue Flanken, dafür ein breites dunkles Brustband erkennen lässt.

Im Winter kann es in Neukaledonien zu Überschneidungen mit der Glücksschwalbe (Hirundo neoxena) kommen, die längere Steuerfedern, hellere Unterschwanzdecken und eine weißere Unterseite aufweist.

Weder die Tahitischwalbe (Hirundo tahitica), die eine dunklere und weniger ausgedehnt rotbraune Stirn aufweist, an der Unterbrust bis zum Bauch schwärzlich gefärbt ist und keine weißen Flecken auf dem Schwanz zeigt, längere Steuerfedern, kürzer Flügel und einen kleineren Schnabel hat, noch die Hügelschwalbe (Hirundo domicola) mit grün glänzender Oberseite kommen im gleichen Verbreitungsgebiet vor.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt: H. j. javanica , 1789, Nominatform – Südmyanmar und Andamanen bis Südvietnam, den Philippinen und südlich bis zu den Molukken und den Sundainseln, enthält als Synonyme Hypurolepis javanica abbotti , 1917, Hypurolepis javanica hypolampra , 1926, Hypurolepis javanica mallopega , 1926 und Hypurolepis javanica mesata , 1932 H. j. namiyei (, 1887)L. H. Stejneger: Chelidon namiyei. In: Proceedings of the United States National Museum, Band 3, S. 646, 1887, Biodiversity Library – Ryūkyū-Inseln, Japan und Taiwan, blasser blau an der Oberseite, Unterseite gleichmäßiger blass H. j. frontalis & , 1832J. R. C. Quoy und J. P. Gaimard: Hirundo frontalis. In: Voyage de découvertes de la corvette lAstrolabe, exécuté par ordre du Roi, pendant les années 1826-1827-1828-1829. In: Zoologie, Band 1, S. 204, 1832, Biodiversity Library – Neuguinea mit Raja-Ampat-Archipel, Aru-Inseln, Cenderawasih-Bucht, nur geringe Unterschiede gegenüber der Nominatform H. j. albescens & , 1999R. Schodde und I. J. Mason: Hirundo tahitica albescens. In: Directory of Australian Birds: Passerines, S. 668, 1999, Archive.org – Neuguinea und südliche und östliche Inseln, blasser am Bauch H. j. ambiens , 1934E. Mayr: Hirundo tahitica ambiens. In: American Museum Novitates, Band 709, S. 12, 1934, Digitallibrary – Neubritannien und Inseln im Bismarck-Archipel, Unterseite blasser, kleine weiße Flecken auf dem Schwanz, unvollständiges schwärzliches Brustband H. j. subfusca , 1856J. Gould: Hirundo subfusca. In: Proceedings of the Zoological Society of London, Band 24, S. 137, 1856, Biodiversity Library – Admiralitätsinseln, Neuirland und Inseln im nördlichen Bismarck-Archipel bis zu den Salomonen (außer Rennell), Unterseite dunkelgrau, keinerlei weiße Flecken am Schwanz

Stimme Der Gesang wird als Mischung aus schnellen melodiösen und schrillen Tönen, auch mit Klappergeräuschen ähnlich der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) beschrieben wie „pseeep“ oder „theeep“, auch als „whit, wek, wep oder kwek“.

Lebensweise Die Art ist überwiegend ein Standvogel, kann aber auch über kürzere Entfernungen umherstreifen und Nachbarinseln besuchen, auch Höhenwanderungen kommen vor. Außerhalb der Brutzeit schließt die Art sich anderen Schwalben in Jagdgemeinschaften zusammen, sie fliegt schnell und kunstvoll, aber weniger schwungvoll als die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), oft dicht über der Wasseroberfläche.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten, die über offenen Flächen gejagt werden meist in 5–30 m Höhe, weniger hoch in der Luft als die Rauchschwalbe. Etwa 60 % Hautflüglern (Hymenoptera), 30 % Zweiflügler (Diptera) konnten in Ausscheidungen nachgewiesen werden. Käfer (Coleoptera) und Termiten (Isoptera) werden auch verzehrt.

Die Brutzeit umfasst das gesamte Jahr in Borneo, liegt zwischen Januar und September in großen Teilen Südostasiens, zwischen März und Mai in Myanmar, zwischen Januar und August in Malaysia, zwischen Mai und Juni auf den Andamanen und zwischen Juli und Oktober auf den Philippinen.

Beide Elternvögel errichten das Nest in 7 bis 18 Tagen auf nackter Felsfläche direkt unter einem Überhang oberhalb eines Gewässers, häufig auch unter Flussbrücken, Anlegestellen und Stegen. Gebrütet werden kann einzeln oder in Brutkolonien. Das halbschalenförmige Nest aus Lehmstücken mit Strohresten, Grashalmen, Federn und Flechten wird an eine kleine Unebenheit angehängt und von beiden Elternvögeln gebaut. Oft findet eine zweite Brut statt, dann im selben Nest.

Das Gelege besteht aus 2–5 blass cremefarbenen, leicht glänzenden Eiern mit roten bis dunkel purpurnen braunen Flecken. Die Eier werden über etwa 16 Tage ausgebrütet.

Als Nesträuber wird der Indische Falsche Vampir vermutet sowie Tokeh (Gekko gecko) und Smiths Grünaugengecko (Gekko smithii).

Gefährdungssituation Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur A. Sparrman: Hirundo javanica. In: Museum Carlsonianum, in quo novas et selectas aves, coloribus ad vivum brevique descriptione illustratas (etc.), fasc. 2, S. 100, 1789, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF W. L. Limparungpatthanakij, J. del Hoyo, A. Turner, G. M. Kirwan, N. Collar und P. F. D. Boesman: Pacific Swallow (Hirundo javanica), version 1.1. In: S. M. Billerman, B. K. Keeney, P. G. Rodewald, T. S. Schulenberg und M. G. Smith (Herausgeber): Birds of the World. 2024, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Hirundo javanica Josep del Hoyo, Nigel Collar, David A. Christie, Andrew Elliott, Lincoln D. C. Fishpool, Guy M. Kirwan und Peter Boesman: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World Volume 2 (Passerines). Lynx Edicions, Barcelona, 2016. ISBN 978-84-96553-98-9 J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 Owlet-nightjars, treeswifts, swifts

Kategorie:Schwalben