mini|Archäologische Funde auf dem Hügel Montlaurès mini|Bronzemünze aus Montlaurès mit iberischer Schrift, 4. bis 1. Jh. v. Chr. Montlaurès ist ein Hügel nördlich der südfranzösischen Stadt Narbonne, auf dem archäologische Ausgrabungen Siedlungsreste aus vorrömischer Zeit zu Tage gefördert haben. die auch als Oppidum de Montlaurès bezeichnet werden. Die vorgeschichtliche Siedlung wird dem Volk der Elisyker zugeordnet. Einige Autoren vermuten, dass es sich um die in antiken Quellen beschriebene Hauptstadt der Elisyker Narbo oder Naro handeln könnte, von dem die römische Gründung Narbo Martius, die spätere Stadt Narbonne, den Namen übernommen hat.
Die ältesten gefundenen archäologischen Spuren datieren auf den Übergang vom 7. zum 6. vorchristlichen Jahrhundert, die jüngsten auf die Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus. Das etwa 6 Kilometer südöstlich liegende Narbo Martius wurde 118 v. Chr. gegründet, die beiden Siedlungen bestanden also mindestens einige Jahrzehnte nebeneinander.
Die Ausgrabungsstätte wurde 1937 als „Monument historique“ unter Denkmalschutz gestellt.
Das Oppidum ist touristisch nicht erschlossen. Zwar gibt es an der Durchgangsstraße D169 von Narbonne kommend hinter dem Urankonversionswerk Malvési einen Wegweiser auf die Straße, die unten am Hügel vorbei führt, jedoch keinen weiteren Hinweis wie man zur Ausgrabungsstätte gelangt, keinen angelegten Weg dorthin und keinerlei Hinweise an den Ruinen selbst. Für den Laien sind nur an einer Stelle deutlich die Grundmauern eines Gebäudes zu erkennen.
Geographie Der bis zu 52 Meter hohe Hügel ragt deutlich über sein Umland mit nur 7–9 Metern über dem Meeresspiegel heraus. Er verläuft etwa von Südwest nach Nordost mit einer Länge von etwa 300 Metern und einer Breite von 200 Metern. Südwestlich unterhalb des Hügels liegt das Urankonversionswerk Malvési.
Montlaurès liegt heute etwa 15 km von der Küste entfernt und 2 km südlich der Aude und damit recht weit entfernt von Gewässern, die für den Transport genutzt werden könnten. Die Landschaft hat sich von der Eisenzeit bis heute jedoch stark verändert. Der heutige südlich von Narbonne gelegene Etang de Bages et de Sigean ist ein Überrest einer ursprünglich viel größeren Lagune, die von den Römern als „Lacus Rubresus“ bezeichnet wurde und die sich über große Bereiche nördlich des Massif de la Clape (siehe dort) erstreckte. Heute ist dieser Teil verlandet. Die Aude mündete mit mehreren Armen in den Lacus Rubresus, einer davon womöglich nur etwa 2 km östlich von Montlaurès. Tatsächlich wurde 200 m nordöstlich des Hügels ein zweiter Siedlungsbereich aus der Zeit der Hauptsiedlung entdeckt. Ob es aber von dort einen schiffbaren Zugang zur etwa 2 km östlich liegenden Lagune gab, ist bisher unklar.
Jeweils etwa 20 Kilometer von Montlaurès entfernt sind weitere wichtige Fundorte der Eisenzeit: Nordwestlich das Oppidum du Cayla in Mailhac, nordöstlich das Oppidum d’Ensérune, östlich La Moulinasse im heutigen Ort Sallèles-d’Aude und schließlich im Süden Pech Maho auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Sigean. Auch diese wurden vermutlich von den Elisykern bewohnt.
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Einzelnachweise
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