Das Feuerwehr-Rettungskorps der Tschechischen Republik (Hasičský záchranný sbor České republiky) bildet das Rückgrat der Feuerwehr in Tschechien, die aber auch über ein dichtes Netz an Freiwilligen Feuerwehren verfügt. Das Feuerwehr-Rettungskorps ist als Berufsfeuerwehr organisiert. Seit dem Jahr 2001 gewährleistet es auch den Zivilschutz.
Geschichte Die Strukturen der Feuerwehr in Tschechien waren bis nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Geschichte heraus ähnlich wie in Österreich. Erst nach dem Krieg wurden durch die Wiedererrichtung der Tschechoslowakei die Strukturen grundlegend verändert. Im Jahr 1953 wurde die Feuerwehr mit dem Gesetz Nr. 35/1953 dem Innenministerium unterstellt. Dabei wurde ein militärischer Grundaufbau geschaffen. Im Jahr 1958 wurde die Organisation etwas dezentralisiert. abgerufen am 11. Juli 2009BrandAus, Zeitschrift des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes, Ausgabe 6/2009 Mit der Auflösung der Tschechoslowakei entstand 1995 die heutige Hasičský záchranný sbor ČR. Im Jahr 2007 wurde das 157. Rettungs-Bataillon der tschechischen Streitkräfte in Hlučín der Feuerwehr übergeben. mini|Tschechische Feuerwehrleute im Einsatz
Organisation Das Feuerwehr-Rettungskorps umfasst die Generaldirektion, welche Bestandteil des Innenministeriums ist, das Fachgymnasium für Brandschutz und die Höhere Fachschule für Brandschutz in Frýdek-Místek, eine Rettungseinheit in Hlučín und die die 14 Feuerwehr-Rettungskorps in den Regionen (kraj):
Hauptstadt Prag (Praha) Mittelböhmische Region (Středočeský kraj) Südböhmische Region (Jihočeský kraj) Region Pilsen (Plzeňský kraj) Region Karlsbad (Karlovarský kraj) Region Aussig (Ústecký kraj) Region Reichenberg (Liberecký kraj) Region Königgrätz (Královéhradecký kraj) Region Pardubitz (Pardubický kraj) Region Vysočina (Kraj Vysočina) Südmährische Region (Jihomoravský kraj) Olmützer Region (Olomoucký kraj) Zliner Region (Zlínský kraj) Mährisch-Schlesische Region (Moravskoslezský kraj)
Bestandteil der Generaldirektion sind zudem folgende Bildungs-, Reparatur- und Zweckseinrichtungen:
Fachberufsschulen für Brandschutz in Frýdek-Místek, Brno, Chomutov und Borovany Institut für Zivilschutz in Lázně Bohdaneč Technisches Institut für Brandschutz in Prag Reparaturbetrieb und logistische Basis in Olomouc.
Das Korps bildet das Rückgrat des staatlichen Notrufsystems (erreichbar unter 150 oder 112) und arbeitet eng mit Rettungsdiensten und freiwilligen Einheiten zusammen. mini|CAS 32 auf Tatra 815-Fahrgestell, Brünn
Fahrzeuge und Technik Die Rettungs- und Einsatzfahrzeuge des tschechischen Feuerwehrkorps haben ein markantes, leuchtend rotes Design mit einer umlaufenden, weißen Reflexborte aus, ergänzt durch die tschechische Aufschrift „HASIČI“ (Feuerwehr).
Löschfahrzeuge Die meisten wasserführenden Fahrzeuge werden als CAS (Cisternové automobilové stříkačky) bezeichnet und erfüllen ähnliche Aufgaben wie deutsche Tanklöschfahrzeuge (TLF). Auch die tschechischen Hilfeleistungstanklöschfahrzeuge und Großtanklöschfahrzeuge werden als CAS bezeichnet.Wolfgang Jendsch: Osteuropäische Feuerwehrfahrzeuge. Motorbuch Verlag, 2011, ISBN 978-3-613-03353-5. Die Zahl hinter CAS steht für die Pumpenleistung in hundert Litern Wasser pro Minute.
Die Hilfeleistungstanklöschfahrzeuge der HZS sowie vieler Einheiten der freiwilligen Feuerwehren übernehmen auch die Rolle von First Respondern, um bei schweren Unfällen Erste Hilfe zu leisten, noch bevor reguläre Krankenwagen des Rettungsdienstes (ZZS – Zdravotnická záchranná služba) eingetroffen sind.
Rüst- und Bergefahrzeuge Für den staatlichen Katastrophen- und Zivilschutz ist das Feuerwehr-Rettungskorps der Tschechischen Republik verantwortlich. Es verfügt daher über Rüst- und Bergefahrzeuge (VYA - Vyprošťovací automobil). Dies sind schwere Spezialfahrzeuge für technische Hilfeleistungen, häufig aufgebaut auf Scania- oder Tatra-Fahrgestellen (z. B. 8x6 oder 8x8). Sie sind ausgestattet mit schweren Ladekranen und Seilwinden, um verunfallte Lkw oder Züge zu bergen.
Spezial- und Wechselladersysteme Für Großeinsätze erfolgt der Einsatz von Abrollbehältern (Containern), darunter Stabscontainern als mobilen Leitstellen und Gerätecontainer. Die Feuerwehr verfügt auch über Spezialcontainer für Wasserfahrzeuge.
Spezialfahrzeuge der Rettungseinheit in Hlučín Brückenleger des Typs AM-70 EX auf Tatra-8×8-Fahrgestellen und Amphibienfahrzeuge (wie der Typ KALAN) werden für Rettungseinsätze bei Hochwasser und in unwegsamen Gelände verwendet. Sie unterstehen der Rettungseinheit in Hlučín (Záchranný útvar HZS ČR Hlučín).
Fluggerät Die Feuerwehr nutzt in Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei und dem Militär Hubschrauber gezielt für die Brandbekämpfung aus der Luft, Erkundungen und schwierige Rettungseinsätze. Tschechien beschafft als erstes Land in Europa die speziellen Lösch- und Rettungshubschrauber des Typs S-70M Firehawk von Sikorsky (Lockheed Martin).
Einsätze Die Feuerwehr-Rettungskorps der 14 tschechischen Regionen (kraj) bilden den Schwerpunkt der Feuerwehreinheiten des Landes. Sie sind vollständig als Berufsfeuerwehren organisiert sind. Diese Einheiten führten im Jahr 2008 67,8 % aller Feuerwehreinsätze durch.
Registriert waren zum 31. Dezember 2008 238 Einheiten mit 9419 Beamten (davon 6554 bei den Feuerwehr-Rettungskorps der Regionen) und 1133 Zivilangestellten.Generaldirektion des HZS ČR: Statistisches Jahrbuch 2008
Dienstränge des Feuerwehr-Rettungskorps +RotnýStrážmistrNadstrážmistrPodpraporčíkPraporčíkNadpraporčík80px80px80px80px80px80pxPodporučíkPoručíkNadporučíkKapitánMajorPodplukovník80px80px80px80px80px80pxPlukovníkBrigádní generálGenerálmajorGenerálporučík80px98px102px98px
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Kategorie:Feuerwehr (Tschechien)