Robert Methven Petrie (* 15. Mai 1906 in St Andrews, Schottland; † 8. April 1966 in Victoria, British Columbia) war ein kanadischer Astrophysiker.
Leben Robert Methven Petrie wurde am 15. Mai 1906 als dritter von insgesamt vier Söhnen von James und Amelia Petrie in St Andrews, einer Kleinstadt an der schottischen Ostküste, geboren. Im Alter von fünf Jahren kam er mit seiner Familie nach Victoria, der auf Vancouver Island gelegenen Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia. Nach der Schulzeit in Victoria studierte er Physik und Mathematik an der University of British Columbia und verbrachte seine Sommerferien am 1918 neu errichteten Dominion Astrophysical Observatory. Ab 1928 studierte er Astronomie an der University of Michigan in Ann Arbor mit Master-Abschluss 1929. Er wurde dort 1932 mit der Dissertation „A spectrographic study of RT Aurigae“ (Eine spektrographische Untersuchung von RT Aurigae) unter Heber Doust Curtis promoviert und blieb als Dozent, bis er 1935 ein Stellenangebot am Dominion Astrophysical Observatory annahm, die er bis zu seinem Lebensende innehatte. 1951 wurde Petrie Direktor am Dominion Astrophysical Observatory mit dem Titel Dominion Astrophysiker und erhielt 1964 den Titel Dominion Astronom. Zusammen mit Andrew McKellar erweiterte er das Instrumentarium des Observatoriums.
1932 heiratete er Calotta Hallett, aus der Ehe gingen die beiden Kinder Patricia und Robert hervor. Nach dem Tod seiner Frau 1959 heiratete er im darauf folgenden Jahr seine Kollegin Jean Knox McDonald (1913–2010), die dann ihre Karriere am Victoria College verfolgte. Robert Methven Petrie starb unerwartet am 8. April 1966 im Alter von 59 Jahren, er war über 40 Jahre lang mit dem Observatorium verbunden.
Werk Als Petrie zum Dominion Astrophysical Observatory kam, waren die Aufdeckung der galaktischen Struktur und die Untersuchung von Doppelsternen zentrale Forschungsgegenstände. Ab 1940 vermaß er zur besseren Erforschung der galaktischen Struktur in Zusammenarbeit mit Joseph Algernon Pearce helle B-Sterne. Dieses Projekt endete 1960 mit der Veröffentlichung eines 570 Sterne umfassenden Katalogs. Zwanzig seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen betrafen die Umlaufbahnen von Doppelsternen, insbesondere auch von spektroskopischen Doppelsternen.
Neben den genannten Hauptthemen veröffentlichte er mit Robert Raynolds McMath über Sonnenaktivitäten, befasste sich mit Gezeitenphänomenen und Planeten, veröffentlichte mit seiner späteren zweiten Frau über die bevorstehende Jupiter-Okkultation im Januar 1944 und vermaß zusammen mit McMath und Harold E. Sawyer Höhen von Monderhebungen mittels Auswertung von Filmaufnahmen von Schattenwürfen auf dem Mond, unter anderem des Zentralbergs der Kraters Theophilus.
Petrie war in vielen Gesellschaften und Organisationen tätig, zu seinen Präsidentschaften siehe die unten aufgeführten Ehrungen. Er war auch in der Internationalen Astronomischen Union aktiv, von 1958 bis 1964 als Vizepräsident im Exekutivkomitee, von 1961 bis 1964 zunächst als Vize-Präsident und anschließend bis zu seinem Tod als Präsident der Kommission 30 für Radialgeschwindigkeiten und er war seit 1964 Mitglied der Kommission 26 für Doppel- und Mehrfachsterne.
Ehrungen Von 1954 bis 1956 war Petrie Vize-Präsident der American Astronomical Society. Von 1955 bis 1957 war er Präsident der Royal Astronomical Society of Canada. 1961 erhielt er die Henry Marshall Tory Medal der Royal Society of Canada. Von 1962 bis 1965 war Petrie Präsident der Astronomical Society of the Pacific. Das 1968 eröffnete Petrie Science and Engineering Building der York University in Toronto ist nach Petrie benannt. Im Jahre 1970 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Petrie offiziell nach Robert Methven Petrie. Die Canadian Astronomical Society stiftete die Auszeichnung Petrie Prize Lecture, die 1970 erstmals vergeben wurde.
Einzelnachweise Siehe Henry Marshall Tory Medal und die dortigen Quellenangaben.
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