Die Graf-Dodiko-Schule ist eine katholische Grundschule der Stadt Warburg mit Standorten in der Kernstadt und den Ortsteilen Daseburg und Ossendorf.

Geschichte mini|Ansichtskarte des frühen 20. Jahrhunderts (Stadtarchiv Warburg) Einem Bericht des Schulrates der Provinz Westfalen 1888 über den Zustand in den Volksschulen der Stadt Warburg zufolge waren die Mädchen aus der Neustadt zusammen mit der Eingangsklasse der Jungen im Charvinstift in der Unterstraße untergebracht. 89 weitere schulpflichtige Jungen wurden im damals noch nicht erweiterten ehem. Rathaus Zwischen den Städten unterrichtet. Aufgrund der zunehmend Raumnot sowie der beschränkten Lichtverhältnisse wurde 1889 vom Stadtrat ein Neubau beschlossen und 1892 der Kölner Architekt Heinrich Wiethase mit der Planung beauftragt.Walter Strümper (hg): Chroniken der Stadt Warburg, S. 181, ESC-Eigenverlag Walter Strümper, Warburg 2002 Standort war ein Grundstück vor der westlichen Stadtmauer, nahe des Paderborner Tores. Die "katholische Volksschule Warburg-Neustadt" gehörte zu Wiethases letzten Bauten. Nach seinem Tod erfolgte die Fertigstellung 1894 unter der Bauleitung von Eduard Endler. Das Gebäude bestand aus einem dreigeschossigen Mittelbau und zwei zweigeschossigen Seitenflügeln. Die Außenwände wurden aus hellem Kalkbruchstein hergestellt, Eckquader, Tür- und Fensterlaibungen aus rotem Wesersandstein. Der Mittelpavillon erhielt ein steiles Krüppelwalmdach, das von einem kleinen Glockentürmchen bekannt wurde.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde auch in Warburg mit der Beseitigung konfessioneller Bindungen von Volksschulen begonnen. Zunächst wurde die jüdische Schule in der Menner Straße (heute Papenheimer Straße) geschlossen. 1939 wurde die ebenfalls in der Menner Straße gelegene evangelische Schule aufgelöst. Neustadtschule und Altstadtschule wurden städtische "Gemeinschaftsschulen". Die Schülerzahl stieg während des Zweiten Weltkrieges von 448 (1939) auf 766 (1944) an, darunter 230 Kinder aus evakuierten Familien. Unterricht wurde auch aufgrund des Lehrermangels nur noch unregelmäßig erteilt und ab 1940 blieb die Schule aufgrund fehlenden Heizmaterials während einiger Wintermonate geschlossen. Im Juni 1944 mussten Räume an einen Nachrichtendienst abgetreten werden und im Oktober erfolgte eine vollständige Räumung der Schule zur Unterbringung eines kriegswichtigen Betriebes aus Ostdeutschland.

Zum Kriegsende war das Gebäude zwar – bis auf zahlreiche zerbrochene Scheiben und Zerstörung eines Lehrmittelraumes – weitgehend unversehrt geblieben, wurde aber zunächst durch britische und amerikanische Besatzungssoldaten und später zur Einquartierung von ehemaligen Zwangsarbeitern, Vertriebenen u. a. genutzt. Erst im Herbst 1945 konnte ein neuer Schulbetrieb wieder aufgebaut werden. 1946–47 zählte die Schule wieder 630 Schüler. Nach Wiedereröffnung der evangelischen Schule wurde auch die konfessionelle Trägerschaft der „katholischen Volksschule“ wieder etabliert.

1959 bis 1960 wurde das Gebäude nach Planung des Architekten Martin Rose durchgreifend erneuert. Dabei wurde das Innere vollkommen entkernt, die Decken durch Betondecken ersetzt, die Seitenflügel auf drei Etagen aufgestockt, ein durchgehend offenes Treppenhaus errichtet und moderne WC-Anlagen eingebaut. Die zuvor differenzierte Dachlandschaft wurde durch ein großes Walmdach ersetzt, unter dem eine Turnhalle entstand. Die Fassaden wurden glatt verputzt und rosa-weiß gestrichen. Die Schule verfügte nun über 12 Klassenzimmer, eine auch als Aula nutzbare Turnhalle und Räume für Schulleitung, Lehrerkollegium, Hausmeister, Schulküche und Lehrmittel.

Mit der kommunalen Neugliederung 1975 wurde der ehemalige Schulweg in Graf-Dodiko-Weg nach Dodiko, dem Besitzer der nahegelegenen Warburger Burg auf dem Burgberg, umbenannt. Am 7. September 2007 erfolgte die Umbenennung der Schule als Graf-Dodiko-Schule.

Weblinks Website Graf-Dodiko-Schule

Quellen Bernard Brinkmann: Die Grund- und Hauptschulen der Stadt Warburg in: Franz Mürmann (Hg): Die Stadt Warburg 1936–86, Bd. 2, Warburg 1986, S. 291 ff Westfalen-Blatt Warburg, Neues Schulhaus für Neustadt: 1894 kann die heutige Graf-Dodiko-Schule bezogen werden, Warburg, 17. Oktober 2020 Einzelnachweise

Graf Dodiko Schule Graf Dodiko Schule Kategorie:Grundschule in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Schule im Kreis Höxter Kategorie:Bauwerk von Heinrich Wiethase Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1950er Jahren