Im Spiegel meiner Mutter ist ein deutscher Spielfilm von Jutta Brückner aus dem Jahr 2026. Das Filmdrama beleuchtet die Verarbeitung des Todes der Mutter einer Archäologieprofessorin. Die Hauptrolle übernahm Corinna Harfouch. Der Film kam am 13. August 2026 in die deutschen Kinos.Im Spiegel meiner Mutter bei filmstarts.de, abgerufen am 21. August 2026. Es handelt sich um den letzten Teil der autobiografischen Mutter-Tochter-Trilogie der Regisseurin nach Tue recht und scheue niemand und Hungerjahre.Im Spiegel meiner Mutter bei Filmfest München, abgerufen am 22. August 2026.

Handlung Die Archäologin Ursula Scheuner ist Professorin an einem Institut für Archäologie und Ethnologie. Da das Gebäude renoviert wird, können Lehre und Forschung nur sehr eingeschränkt stattfinden. Die Situation zerrt sehr an den Nerven der Lehrenden. Ursula arbeitet heimlich an einer von ihr entdeckten Moorleiche. Damit hofft sie, das Ansehen des Instituts zu steigern. Plötzlich sitzt eine selbstbewusste junge Frau an ihrem Schreibtisch, die sich als neue Assistentin mit Namen Melanie, kurz Mel, vorstellt. Ursula weiht sie in ihre Arbeit ein, da sie Hilfe beim Säubern der Leiche braucht. Es gibt noch viele Rätsel um die weibliche Mumie, z. B. das Fehlen eines Armes oder warum der Kopf vom Körper abgetrennt wurde.

Zwei Tage bevor Mel auftaucht, verstarb Ursulas Mutter in einem Pflegeheim. Nachdem Mel die erste Nacht im Institut übernachtet hat, gibt Ursula, die wieder in das Haus ihrer Mutter gezogen ist, um den Haushalt aufzulösen, ihr dort ein Zimmer. Nach und nach wird Mel, von der man nicht weiß, ob sie ein reales oder nur ein Phantasiewesen ist, der überforderten Ursula zu einer emotionalen und praktischen Stütze. Sie kann angeblich ihre Gedanken lesen, was Ursula umgekehrt auch behauptet. Immer wieder erlebt diese Flashbacks von Situationen der Hilflosigkeit ihrer Mutter gegenüber. Auch hat sie das Gefühl, die Mutter sei noch anwesend und wolle mit ihr abrechnen. Dem Spiegel im Badezimmer kommt so eine symbolische Bedeutung zu als Scharnier zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Beziehung der beiden Frauen war kompliziert; die Mutter war von jeher bevormundend und fordernd. Es fiel der Tochter daher nicht leicht, auf die Erwartungen der dementen Mutter nach liebevoller Zuwendung einzugehen. Sie hat dagegen positive Erinnerungen an ihren Vater.

Ursula und Mel versuchen gemeinsam im Moor weitere Funde zu machen. Dort entdecken sie das Baby der bearbeiteten Leiche und den fehlenden Arm. Zurück am Institut fügen sie die Teile zusammen und fotografieren die Leichen für einen Forschungsartikel. Danach verschwindet Mel und Ursula findet sie nicht wieder. Sie fragt in der Verwaltung nach und dort wird ihr mitgeteilt, dass Mel erst in der kommenden Woche anfangen werde.

Hintergrund Jutta Brückner hielt die Mutter-Tochter-Thematik nach den Filmen Tue recht und scheue niemand und Hungerjahre eigentlich für abgeschlossen. Nachdem ihre Mutter an Demenz erkrankt war, kam vieles zur Sprache, was bis dahin unbearbeitet geblieben war und Inhalt für einen neuen autofiktionalen Film lieferte. Gleichzeitig standen ihr als älterer Frau nach der MeToo-Bewegung neue finanzielle Fördermöglichkeiten offen, weshalb der Film mit dieser Thematik realisiert werden konnte.

Der Film wurde von COIN FILM produziert. Das ZDF war in der Koproduktion in Zusammenarbeit mit Arte. Der Film wurde mit Mitteln folgender Anstalten gefördert: Hessische Filmförderung, Film- und Medienstiftung NRW, Medienboard Berlin-Brandenburg, Filmförderungsanstalt und Deutscher Filmförderfonds. Den Verleih für die deutschen Kinos übernahm X Verleih.Im Spiegel meiner Mutter bei X Verleih, abgerufen am 21. August 2026.

Die Weltpremiere feierte Im Spiegel meiner Mutter am 27. Juni 2026 beim Filmfest München.Im Spiegel meiner Mutter bei Filmfest München, abgerufen am 21. August 2026. Am 13. August 2026 kam der Film in die deutschen Kinos.Im Spiegel meiner Mutter bei filmstarts.de, abgerufen am 21. August 2026.

Rezension Cosima Lutz gab dem Film bei Filmdienst 4 von 5 Sternen: „In einer Mischung aus Psychodrama, Wissenschaftskrimi und Mystery knüpft die Filmemacherin Jutta Brückner an frühere Werke über die Komplexität von Mutter-Tochter-Beziehungen an und leuchtet ein schwieriges Verhältnis mit Abgründen und Vorwürfen aus. Symbolisch stark aufgeladen, entziehen sich Bilder und Erzählung der Eindeutigkeit und entgehen mit inszenatorischer Lust und hervorragenden Darstellerinnen einer allzu expliziten Ausformulierung der Seelenlagen.“ Georg Seeßlen verlieh dem Film bei epd Film 5 von 5 Sternen. Er hob hervor, dass die cineastische Qualität in den fluiden Übergängen liege, weshalb unklar bliebe, „wo genau die Grenzen zwischen dem Realistischen, dem Symbolischen und dem Traumhaften verlaufen.“ Der Film berühre auf eindringliche wie zurückhaltende Weise und stelle die tiefgreifende Frage, was das Menschenleben eigentlich sei. Auch Walli Müller lobte den Film im NDR. Er sei „eine virtuos komponierte, vielschichtige Reflexion über Mütter-, Töchter- und Frauenbilder.“

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