mini|Lithografie von der Thayabrücke bei Hardegg um 1874 mini|Die Burg, davor die Stadt mit Pfarrkirche und Karner, ganz unten die Mündung der Fugnitz in die Thaya mini|Nördlicher Stadtmauerrest zum rechten Ufer der Fugnitz mini|Der Stadtturm an der Verbindung zwischen Vorstadt und Altstadt Die Stadtbefestigung Hardegg befindet sich in der Ortschaft Hardegg in der Stadtgemeinde Hardegg im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die Reste der Stadtbefestigung stehen unter Denkmalschutz ().
Lage Die Stadt Hardegg, nordöstlich der Stadt Retz, am Fluss Thaya an der Grenze zu Tschechien gelegen, wird von der Burg Hardegg auf einem hoch aufragenden Fels dominiert. Die Kernsiedlung befindet sich nordöstlich der Burg zum Fluss hin in einem abfallenden Gelände. Die sogenannte Vorstadt befindet sich in abfallenden Gelände südwestlich der Burg. Die passartige Verbindungsstraße zwischen Stadt und Vorstadt befindet sich beim Stadtturm.
Geschichte Eine Besiedlung bestand in der römischen Kaiserzeit. Urkundlich wurde der Ort 1140/1150 genannt. Von 1188 bis 1260 war die Grafen von Plain die Eigentümer, danach erfolgte ein oftmaliger Besitzerwechsel. Die Ortsobrigkeit lag bis 1848 beim jeweiligen Burgherren. Von 1290 bis 1309 bestand ein Stadtrecht, der Sitz der Grafschaft ging jedoch bereits um 1300 nach Retz. Im Jahr 1426 bestand das Marktrecht. Unter dem Kaiser Friedrich III. wurde die Burg und die Stadt an die Herren von St. Georgen und Pösing verpfändet. Im Jahr 1495 ging die Burg und die Herrschaft an die Prueschenk, seither die Grafen von Hardegg. Von 1656 bis 1730 gehörte die Herrschaft den Grafen von St. Julien-Wallsee, dann den Fürsten Khevenhüller-Metsch, heute Pilati.
Im Jahr 1764 gab es einen Stadtbrand.
Befestigung Die Burguntersiedlung nordöstlich der Burg, nördlich an der Mündung der Fugnitz in die Thaya, war ehemals von einer Wehrmauer umgeben, und bildete den mittelalterlichen Kern der Stadt, der in weiterer Folge straßendorfähnlich entlang der Thaya erweitert wurde. Die U-förmige Hauptstraße zum Burgberg wurde im 19. Jahrhundert ausgebaut.
Die südwestlich des Burgberges gelegene Vorstadt, urkundlich 1363 genannt, beinhaltet eine lockere Verbauung aus dem 19. Jahrhundert.
Die mittelalterliche Befestigung wohl aus dem 14. Jahrhundert ist großteils erhalten. Am südöstlichen Stadtrand gibt es einen Rest einer Wehrmauer mit einem ehemaligen Stadttor an der Thayastraße. Ein Uhrturm bzw. Stadtturm steht erhöht am östlichen Rand des Burgberges, im Kern ein mittelalterlicher Wehrturm, er ist steinsichtig und trägt ein steiles Walmdach, er wurde 1840, 1909, 1928 renoviert. An der Thaya nördlich der Stadtbefestigung linksseitig der Fugnitz befindet sich die Ruine des sogenannten Brandleturms, ein mittelalterlicher Signalturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Schießschartenluken. Reste des sogenannten Eisernen Tores nordwestlich der Stadt befindet sich an der Straße nach Felling.
Literatur Hardegg, Stadt. In: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. S. 389–390.
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