mini|hochkant|Die akademische Bäckerschaufel (Pala) von Giovanni Giraldi in der Accademia della Crusca mit seinem Beinamen Il Rabbellito. Giovanni Giraldi (* 1712 in Florenz; † 1753 in Florenz), in akademischen Kreisen auch bekannt als Il Rabbellito (und fälschlicherweise oft als Il Cieco bezeichnet), war ein italienischer Gelehrter, Dichter und Philologe der Aufklärung.

Leben und Bedeutung Giraldi lebte und wirkte in Florenz, wo er am 29. August 1737 als ordentliches Mitglied in die Accademia della Crusca aufgenommen wurde, die sich der Pflege der italienischen Sprache widmete. Innerhalb der Akademie führte er den Beinamen Il Rabbellito (der Verschönerte).

In der Kultur- und Kunstgeschichte ist Giraldi vor allem durch seine intensive Korrespondenz mit dem neapolitanischen Fürsten Raimondo di Sangro bekannt. Zwischen 1752 und 1753 sandte der Fürst mehrere wissenschaftlich-philosophische Briefe an Giraldi. In diesen Texten kündigte di Sangro unter anderem im Mai 1753 die Fertigstellung des Meisterwerks Cristo velato durch den Bildhauer Giuseppe Sanmartino an und beschrieb detailliert, dass das Leichentuch aus demselben einzelnen Marmorblock wie die Figur gehauen wurde.

Darüber hinaus schilderte der Fürst in sieben Briefen an Giraldi seine alchemistischen Experimente zur Erzeugung eines „ewigen Lichts“ (eine Substanz aus menschlichen Knochen, die monatelang ohne Gewichtsverlust brannte). Diese Briefe wurden später ins Französische übersetzt, veröffentlicht und machten die Baupläne der unterirdischen Krypta der Cappella Sansevero in Europa bekannt.

Literatur Lettere del Signor d. Raimondo di Sangro... indirizzate al Signore Cavaliere Giovanni Giraldi. Florenz 1752 (Neuauflage Neapel 1969).

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