mini|hochkant|Jesuitenkolleg Krakau Das Jesuitenkolleg Krakau an der ul. Kopernika 26 () ist eine Niederlassung der Jesuiten in Krakau. Das Kolleg wurde 1868 eingerichtet und entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum jesuitischer philosophisch-theologischer Ausbildung in Polen. Aus dem dort 1932 errichteten Philosophischen Fakultätszentrum ging später die heutige Ignatianum-Universität Krakau (Uniwersytet Ignatianum w Krakowie) hervor.

Geschichte

Ein erstes Jesuitenkolleg (Cracoviense Collegium Maximum SS. Cordis Iesu) gab es in Krakau zwischen 1600 und 1773, bis zur Auflösung des Ordens.

Nach ihrer Rückkehr nach Krakau 1867 eröffneten die Jesuiten zunächst philosophische und theologische Studien in einem Gebäude beim Kloster der Regularkanoniker. Gleichzeitig wurde die Provinzialkurie der galizischen Jesuitenprovinz von Lemberg nach Krakau verlegt.

1868 erwarb der Orden ein Grundstück am Rande der Altstadt an der heutigen ul. Mikołaja Kopernika 26. Am 10. Oktober 1868 wurde dort das Krakauer Kolleg eröffnet. Der Gebäudekomplex wurde anschließend schrittweise erweitert; an seiner Planung wirkten unter anderem Antoni Łuszczkiewicz, Ignacy Miarczyński, Stanisław Krzyżanowski und Franciszek Mączyński mit.

1872 wurde im Kolleg der Verlag des Gebetsapostolats gegründet, aus dem der heutige Wydawnictwo WAM hervorging. Neben der theologischen und philosophischen Ausbildung entwickelten die Jesuiten von hier aus umfangreiche publizistische, wissenschaftliche und seelsorgerische Aktivitäten.

1932 wurde an der ul. Kopernika 26 die Philosophische Fakultät der Kleinpolnischen Provinz der Gesellschaft Jesu eingerichtet. Diese Einrichtung bildet einen institutionellen Vorläufer der heutigen Ignatianum-Universität Krakau.

Zweiter Weltkrieg Am 10. November 1939 verhafteten deutsche Besatzungsbehörden 25 Jesuiten des Kollegs. Die Aktion war Teil der gegen die polnische Intelligenz und Geistlichkeit gerichteten deutschen Repressionsmaßnahmen. An die Verhaftung erinnert heute eine Gedenktafel am Kolleg beziehungsweise an der benachbarten Herz-Jesu-Basilika. mini|Basilika des Heiligsten Herzens Jesu Gebäudekomplex Das Kolleg bildet zusammen mit der Basilika des Heiligsten Herzens Jesu, der heutigen Ignatianum-Universität und dem WAM-Verlag einen zusammenhängenden jesuitischen Gebäudekomplex an der ul. Kopernika 26.

Die monumentale Herz-Jesu-Kirche wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Franciszek Mączyński errichtet. Über einen internen Durchgang ist sie unmittelbar mit dem Kolleg verbunden.

Heutige Nutzung

Das Kolleg besteht weiterhin als Ordensniederlassung der Jesuiten und umfasst auch ein Priesterseminar. Unter derselben Adresse befinden sich die Ignatianum-Universität Krakau, die Basilika des Heiligsten Herzens Jesu und der WAM-Verlag.

Literatur Załęski S., Jezuici w Polsce. Band IV. Dzieje 153 kolegiów i domów jezuitów w Polsce, Kraków 1905. Jerzy Paszenda: Cztery wieki jezuitów w Krakowie. Kraków: 1983. Ludwik Grzebień: Jezuicki ośrodek studiów teologicznych i filozoficznych przy ul. Kopernika 26. In: Z powrotem w Krakowie. 150 lat jezuitów przy ul. Kopernika (1868–2018), Krakau 2022. Jacek Urban, Stanisław Cieślak: Przybycie jezuitów do Krakowa w 1867 roku. In: Z powrotem w Krakowie. 150 lat jezuitów przy ul. Kopernika (1868–2018), Krakau 2022, S. 13–30. Stanisław Cieślak, Monika Stankiewicz-Kopeć, Michał Wenklar (Hrsg.): Z powrotem w Krakowie. 150 lat jezuitów przy ul. Kopernika (1868–2018). Akademia Ignatianum, Krakau 2022, ISBN 978-83-7614-532-7.

Weblinks

Jesuitenkolleg Krakau – Gesellschaft Jesu 150 Jahre Jesuiten an der ul. Kopernika – Ignatianum-Universität Krakau Jesuit University Ignatianum in Krakow educations.com

Einzelnachweise

Jesuitenkolleg ul Kopernika Jesuitenkolleg ul Kopernika Jesuitenkolleg ul Kopernika Kategorie:Kolleg der Jesuiten Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1868