mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet des Pohle-Flughundes in dunkelgrau Der Pohle-Flughund (Pteropus pohlei) ist ein auf indonesischen Inseln endemisches Fledertier in der Familie der Flughunde. Neuere Werke listen ihn in einer Artengruppe, die nach dem Grauen Wallacea-Flughund (Pteropus griseus) benannt ist. Das Typusexemplar stammt von Yapen. Populationen auf Biak-Supiori, Waigeo und zugehörigen Inseln könnten eine bisher noch nicht beschriebene Art darstellen.
Das Tier ist nach dem deutschen Zoologen Hermann Pohle benannt.
Merkmale Für diesen schwanzlosen Flughund wurden eine Kopf-Rumpf-Länge von 176 bis 210 mm, eine Unterarmlänge von 126 bis 135 mm und ein Gewicht von 315 bis 360 g registriert. Die Ohren sind 25 bis 28 mm lang. Typisch für den Kopf sind kurze Nasenöffnungen mit einer schwarzen Nasenscheidewand, große Augen mit einer dunkelbraunen Regenbogenhaut und abgerundete Spitzen an den Ohren. Es sind gelbliche Haare auf dem Kopf vorhanden, wobei das Kinn und die Kehle bräunlich bis strohfarben sind. Längere Haare um die Schultern bilden einen Mantel, der orange bis goldgelb ist. Im braunen und seidenweichen Fell des Rückens sind einige silbrige Haare eingesprenkelt. Auf der Unterseite erzeugen manche gelbe Haarspitzen im gelbbraunen Fell ein gesprenkeltes Aussehen. Nur auf der Bauchmitte ist das Fell dunkel. Der Pohle-Flughund hat dunkelbraune Flughäute. Seine Schienbeine sind im hinteren Bereich nackt. Am Schädel ist der nur ansatzweise entwickelte Scheitelkamm markant. In der Temporalregion tritt er nur als zwei schwache Leisten auf. Die rotbraun gefärbten Backenzähne dieses Flughundes sind unterentwickelt und voneinander getrennt. Die Unterarme sind verglichen mit dem Graukopf-Flughund kürzer.
Verbreitung und Lebensweise Die Art bewohnt die in der Einleitung genannten Inseln und hält sich in ursprünglichen feuchten Wäldern sowie in halbtrockenen veränderten Wäldern auf. Bei Ausflügen werden Gärten und der Uferbereich von umliegenden Inseln besucht. Soweit bekannt ruhen einzelne Exemplare oder kleinere Gruppen im Blattwerk der Bäume. Der Pohle-Flughund geht nachts auf Nahrungssuche, wobei nicht bekannt ist was gefressen wird. Trächtige Weibchen und Weibchen mit aktiven Zitzen wurden im September gefunden. Nach dem Entwicklungsstand der Embryos erfolgt die Geburt vermutlich im Dezember oder Januar.
Gefährdung Das Tier wird als Fleischquelle gejagt und der Bestand wird durch Landschaftsveränderungen beeinträchtigt. Alle bewohnten Gebiete verteilen sich über eine etwa 12.000 km² große Region. Die IUCN listet den Pohle-Flughund als gefährdet (vulnerable).
Weblinks
Einzelnachweise Georg Stein (1933): 5.) Weitere Mitteilungen zur Systematik papuanischer Säuger. – Mammalian Biology (früher Zeitschrift für Säugetierkunde) – 8: 87 - 95
Kategorie:Flughunde Kategorie:Endemisches Tier Indonesiens