mini|Emblem des südlichen Militärbezirks Der Südliche Militärbezirk des Rotbannerordens () ist ein Militärbezirk Russlands. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst hauptsächlich den Nordkaukasus sowie russische Militärstützpunkte in den südkaukasischen postsowjetischen Staaten. Der Südliche Militärbezirk entstand im Rahmen der russischen Militärreform von 2008 und wurde durch den am 20. September 2010 unterzeichneten Präsidialerlass Nr. 1144 eingerichtet. Er ersetzte den Nordkaukasischen Militärbezirk und übernahm zugleich die militärischen Kommandostrukturen der Schwarzmeerflotte und der Kaspischen Flottille.УКАЗ Президента РФ от 20.09.2010 N 1144 "О ВОЕННО – АДМИНИСТРАТИВНОМ ДЕЛЕНИИ РОССИЙСКОЙ ФЕДЕРАЦИИ", archiviert am 31. März 2012 (Archivversion), abgerufen am 19. August 2026. Der Bezirk nahm am 22. Oktober 2010 unter dem Kommando von Generaloberst Alexander Galkin seine Tätigkeit auf.

Der Südliche Militärbezirk ist flächenmäßig der kleinste Militärbezirk Russlands. Er umfasst 13 Föderationssubjekte Russlands: Adygeja, Oblast Astrachan, Tschetschenien, Dagestan, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Kalmückien, Karatschai-Tscherkessien, Region Krasnodar, Nordossetien-Alanien, Oblast Rostow, Region Stawropol und Oblast Wolgograd. Nach Beginn des großangelegten russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurde angekündigt, dass sechs von Russland teilweise besetzte Gebiete der Ukraine dem Militärbezirk hinzugefügt würden: die Krim, die Volksrepublik Donezk, die Oblast Cherson, die Volksrepublik Lugansk, Sewastopol und die Oblast Saporischschja. Diese Gebiete sind Teile der Ukraine, die seit Anfang 2022 bzw. bereits seit 2014 teilweise oder vollständig von russischen Streitkräften militärisch besetzt sind.

Das Hauptquartier des Südlichen Militärbezirks befindet sich in Rostow am Don. Amtierender Kommandeur des Bezirks ist Generalleutnant Sergei Medwedew, der dieses Amt seit November 2025 ausübt.

Geschichte rechts|mini|250x250px|Der Südliche Militärbezirk auf einer Karte der fünf russischen Militärbezirke links|mini|Hauptquartier des Militärbezirks an der Puschkinskaja-Straße 53 / Budjonnowski-Prospekt 43 in Rostow am Don Der Südliche Militärbezirk wurde am 22. Oktober 2010 auf Grundlage des Präsidialerlasses Nr. 1144 vom 20. September 2010 „Über die militärisch-administrative Gliederung der Russischen Föderation“ gebildet. Gleichzeitig wurden zwei weitere neue, größere Militärbezirke geschaffen, der Zentrale Militärbezirk und der Östliche Militärbezirk. Auf Anordnung des damaligen russischen Verteidigungsministers Anatoli Serdjukow wurden am 22. Juli 2010 vorläufige Kommandeure für die neuen Militärbezirke bestimmt. Zum Kommandeur des Südlichen Militärbezirks wurde Generalleutnant Alexander Galkin ernannt, der zuvor den Nordkaukasischen Militärbezirk geführt hatte.

Dem Südlichen Militärbezirk unterstehen außerdem zwei russische Militärstützpunkte in Armenien: die 102. Militärbasis in Gjumri und die 3624. Luftwaffenbasis auf dem zivil-militärisch genutzten Flughafen Erebuni in der Hauptstadt Jerewan, die unter gemeinsamer Kontrolle der armenischen und russischen Behörden steht.

Im April 2014 wurden die Krim und Sewastopol nach der Annexion der Krim durch Russland dem Südlichen Militärbezirk hinzugefügt. Der rechtliche Status der Krim als Autonome Republik Krim sowie der Stadt Sewastopol ist umstritten: Die Ukraine und die Mehrheit der internationalen Gemeinschaft betrachten beide als integrale Bestandteile der Ukraine, während Russland sie als Teile seines Staatsgebiets betrachtet und die Republik Krim sowie Sewastopol als Föderationssubjekte der Russischen Föderation ansieht.

2016 bestand das Personal des Militärbezirks zu 98 Prozent aus Vertragssoldaten.

Im November 2020 wurden nach dem Krieg um Bergkarabach 2020 russische Friedenstruppen nach Bergkarabach entsandt, um für mindestens fünf Jahre den Latschin-Korridor und die Kontaktlinie zu sichern. Eine Militärbasis mit Hauptquartier in Stepanakert wurde eingerichtet und dem Südlichen Militärbezirk unterstellt. Kommandiert wurde sie vom ersten stellvertretenden Kommandeur des Militärbezirks, Generalleutnant Rustam Muradow. Am 13. Mai 2021 wurde er durch den stellvertretenden Kommandeur des Militärbezirks, Generalleutnant Alexei Awdejew, ersetzt.

Im Januar und Februar 2021 wurde das 1061. Zentrum für materiell-technische Unterstützung (1061 CMTO), das Logistikkommando des Militärbezirks, reorganisiert. Dabei wurde ein Lagerstützpunkt für Raketen- und Artilleriebewaffnung gebildet und unmittelbar dem 1061 CMTO unterstellt. Das Zentrum selbst befindet sich in den Militärstädten Nr. 4, 6, 7 und 21 in Nowotscherkassk. Eine weitere Einheit des 1061 CMTO ist ein Lager zur Aufbewahrung materiell-technischer Ausrüstung des Bekleidungsdienstes (Militäreinheit 57229-31), das von 2011 bis 2018 von Stanislaw Walerjewitsch Jasykow geleitet wurde und sich vermutlich in Stepnoi im Rajon Wolgodonsk befindet.

Am 24. Juni 2023 wurde das Hauptquartier des Militärbezirks während des Aufstands der Gruppe Wagner von der Gruppe Wagner besetzt.

Im April 2024 erklärte der ukrainische Militärnachrichtendienst, rund 18.000 russische Soldaten seien aus dem Südlichen Militärbezirk desertiert, darunter etwa 2000 Vertragssoldaten und 10.000 mobilisierte Soldaten.

Truppen Zu den wichtigsten Verbänden des Südlichen Militärbezirks gehören mehrere Einheiten, insbesondere die 8. Gardearmee, die 49. Armee und die 58. Armee. Hinzu kommen seit dem Krieg gegen die Ukraine weitere Großverbände wie die 18. und 51. Armee. Dem Militärbezirk sind außerdem bedeutende Luft- und Luftverteidigungskräfte zugeordnet; traditionell sind auch die Schwarzmeerflotte und die Kaspische Flottille eng in seine Operationsplanung eingebunden. Einheiten der 8., 49., 51. und 58. Armee werden seit dem russischen Überfall auf die Ukraine in großem Umfang an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt.

Aufgrund seiner Lage besitzt der Südliche Militärbezirk eine hohe strategische Bedeutung für Russland. Er umfasst den Nordkaukasus, grenzt an das Schwarze Meer und bildet die wichtigste militärische Kommandostruktur für Russlands südwestliche strategische Richtung gegenüber der Ukraine und dem Südkaukasus. Die dort stationierten Land-, Luft- und Seestreitkräfte ermöglichen sowohl großangelegte Landoperationen als auch Luftverteidigung und maritime Machtprojektion im Schwarzmeerraum. Dieser gilt als eine zentrale militärische Kontaktzone zwischen Russland, der Ukraine und den NATO-Staaten der Region.

Einzelnachweise

Kategorie:Militärbezirk (Russland) Kategorie:Gegründet 2010