Regolo Francesco Coccapani (* 12. August 1546 in Carpi, Provinz Modena; † 21. Januar 1620 in Florenz, begraben in Santa Maria Maggiore) war ein italienischer Goldschmied und Juwelier. Er stammte aus einer adligen Familie und war in Florenz tätig. Seine Werkstatt befand sich am Ponte Vecchio. Regolo Coccapani ist insbesondere durch archivalisch überlieferte Rechnungen und eigenhändig unterzeichnete Quittungen aus den Jahren 1603 bis 1605 als Goldschmied für die Santissima Annunziata dokumentiert.

Leben und Familie Regolo Coccapani wurde am 12. August 1546 in Carpi geboren. Er stammte aus einer adligen Familie. Nach den überlieferten Angaben folgte er seinem Onkel Sigismondo di Niccolò Coccapani, der als Kapitän der Kavallerie an der Unterwerfung von Siena beteiligt gewesen war, nach Florenz. Regolo Coccapani ließ sich in Florenz nieder und lebte in der Pfarrei San Lorenzo. Am 21. August 1603 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Florenz. Bei der Eintragung in das Kataster erklärte er, bereits seit mehr als 40 Jahren in Florenz zu leben. Damit ist seine dauerhafte Ansiedlung in Florenz spätestens seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts belegt. Regolo Coccapani heiratete Maria Margherita Chiosi. Aus der Ehe gingen vier Söhne hervor: Giovanni Coccapani, Sigismondo Coccapani, Giovanni Battista Coccapani und Vincenzo Coccapani. 1612 übergab Regolo Coccapani seine Werkstatt an seinen Sohn Sigismondo. Damit ging der handwerkliche Betrieb zu seinen Lebzeiten auf die nächste Generation über. Regolo Francesco Coccapani starb am 21. Januar 1620 in Florenz. Er wurde in Santa Maria Maggiore bestattet. Dort befand sich eine Gedenktafel für ihn.

Tätigkeit für die Santissima Annunziata Eine besonders umfangreiche Dokumentation seiner Tätigkeit befindet sich in den Rechnungsunterlagen der Santissima Annunziata in Florenz. Zwischen 1603 und 1605 arbeitete Regolo Coccapani als Goldschmied für die Sakristei beziehungsweise das Kloster. Die Unterlagen befinden sich im Archivio di Stato di Firenze und enthalten mehrere von Coccapani eigenhändig unterzeichnete Abrechnungen und Quittungen. Die Dokumente belegen die Herstellung, Reparatur und Umarbeitung verschiedener liturgischer Geräte. Zu den genannten Arbeiten gehören die Anfertigung neuer Kelche und Patenen, die Reparatur vorhandener Kelche, die Herstellung von Silberketten für Lampen, Arbeiten an einem silbernen Kreuz sowie Reparaturen an einem Weihrauchfass und weiteren sakralen Geräten. In den Abrechnungen werden unter anderem zwei neue silberne Kelche mit Patene aufgeführt. Das verwendete Silber wurde nach Gewicht berechnet; daneben wurden die Kosten für die Herstellung der Gegenstände gesondert ausgewiesen. Weitere Einträge betreffen drei Ketten für eine Lampe, die Herstellung eines silbernen Friedenssymbols, die Reparatur eines Kelches sowie Arbeiten an einem als „Terribile“ bezeichneten Gerät und an einer kleinen Navicella.

Auch die Reparatur bereits vorhandener liturgischer Geräte ist mehrfach dokumentiert. Dazu gehören zwei silberne Kelche, von denen einer einen beschädigten Griff und der andere einen beschädigten beziehungsweise wieder zu befestigenden Fuß hatte. Außerdem wird die Reparatur eines alten Kupferkelches mit anschließender neuer Vergoldung erwähnt. Die Rechnungsunterlagen dokumentieren daneben die Verarbeitung von Silber aus Votivgaben. Silbergegenstände und Silberketten wurden nach Gewicht erfasst und teilweise als Material für neue Arbeiten oder Reparaturen verwendet.

Literatur Paola Ircani Menichini: Angaben zu Regolo Coccapani und den Rechnungen der Santissima Annunziata, 31. Oktober 2025.

Archivio di Stato di Firenze: Rechnungs- und Quittungsunterlagen der Santissima Annunziata, 1603–1605. Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.

Einzelnachweise

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