mini|Emmy Rappe (1884)|alternativtext=Schwarzweiß-Porträt einer älteren Frau mit ernstem Blick; glattes, zurückgekämmtes Haar unter einer kleinen, weißen, flach gefältelten Haube. Sie trägt ein hochgeschlossenes, dunkles Kleid mit Rüschenkragen, Knopfleiste und runder Brosche. Emmy Carolina Rappe (* 14. Februar 1835 in Mönsterås (Gemeinde), Schweden; † 19. Oktober 1896 in Växjö (Gemeinde), Schweden) war eine schwedische Krankenschwester und Schulleiterin. Sie war Schwedens erste medizinisch ausgebildete Krankenschwester und leitete die erste Krankenpflegeausbildung des Landes.
Leben und Werk Rappe war die Tochter von Ulrika Catharina Wilhelmina Rappe und des Gutsbesitzers Baron Adolf Fredrik Rappe. Sie wuchs auf Gut Strömsrum in der Grafschaft Kalmar auf. Ihre Mutter starb, als sie etwas über drei Jahre alt war. Neben zwei Schwestern hatte sie auch mehrere Halbgeschwister aus der späteren Ehe ihres Vaters mit Hedvig Hermelin. Auf Initiative des neu gegründeten Vereins zur freiwilligen Pflege Verwundeter und Kranker im Felde, des späteren Schwedischen Roten Kreuzes, wurde ihr die Möglichkeit einer Ausbildung zur Krankenschwester gegeben. Sophie Adlersparre, eine Persönlichkeit der schwedischen Frauenbewegung, setzte sich dafür ein, dass Rappe am St. Thomas’ Hospital in London ausgebildet wurde. Der Bedarf an Pflegepersonal im kriegsbedingten medizinischen Bereich war sehr hoch, was auch Florence Nightingales Interesse an der Ausbildung von Krankenschwestern begründete. Von 1866 bis 1867 absolvierte Rappe am St. Thomas’ Hospital eine Ausbildung zur Krankenschwester. Während ihres Aufenthalts in England lernte sie die Bedeutung von Hygiene und guter Patientenversorgung kennen.
Nach ihrer Ausbildung kehrte sie 1867 nach Schweden zurück. Sie besuchte das Sahlgrenska Universitetssjukhuset in Göteborg und verschiedene Gesundheitseinrichtungen in Stockholm, bevor sie schließlich nach Uppsala reiste. Hier übernahm sie die Leitung der neu eröffneten chirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Uppsala unter Professor Mesterton und die Leitung der ebenfalls neu gegründeten Krankenpflegeschule, die das Rote Kreuz 1867 am Universitätsklinikum gegründet hatte. Es war die erste nicht-religiöse Krankenpflegeschule in Schweden, und Rappe bildete zahlreiche Krankenschwestern aus, die die neuen Arbeitsmethoden wiederum im Gesundheitswesen verbreiteten. Nach ihrer Rückkehr aus London hielt Rappe Briefkontakt zu Florence Nightingale. In ihren Briefen an sie beschreibt sie unter anderem ihre Arbeit im Universitätsklinikum.
Anschließend leitete Rappe von 1877 bis 1886 die Nervenheilanstalt bei Uppsala, musste diese Position jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Helsingborg. Sie starb 1896 im Alter von 61 Jahren während eines Familienbesuchs auf dem Familiengut Drättinge bei Växjö und ist auf dem alten Friedhof Dädesjö im Kreis Kronoberg begraben.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl) 1877: Medaille Seiner Majestät des Königs in Gold 1895: Illis quorum In Uppsala wurde die Straße Emmy Rappes väg ihr zu Ehren benannt.
Literatur Anna-Lena Aagesson: Emmy Carolina Rappe: pionjär inom svensk sjukvård. In: Kiki Lundh (Hrsg.): Jag ger dig mitt liv: om fjorton kvinnor i Kalmar. Bildningsförlaget, Borgholm 1997, S. 19–32, ISBN 978-9188402271. Carin Österberg u. a.: Svenska kvinnor: föregångare, nyskapare. Signum, Lund 1990, ISBN 91-87896-03-6.
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Einzelnachweise
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