Die Bezirksklasse Frankfurt (Oder)-Lausitz (ab 1938 Bezirksklasse Lausitz, ab 1940 1. Klasse Lausitz) war neben der Fußball-Bezirksklasse Berlin-Potsdam eine von zwei zweitklassigen Fußballligen im Sportgau III Berlin-Brandenburg in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie diente bis 1945 als ein Unterbau der Gauliga Berlin-Brandenburg. Die Sieger der einzelnen Staffeln beider Bezirksklassen trafen in einer Aufstiegsrunde aufeinander, in der zwei Aufsteiger zur erstklassigen Gauliga Berlin-Brandenburg ausgespielt wurden.

Geschichte Nach der durch die Gleichschaltung bedingten Auflösung des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine (VBB) 1933 wurden die Mannschaften aus Berlin und Brandenburg in den Sportgau III Berlin-Brandenburg eingeordnet. Die elf in der Saison 1932/33 bestplatzierten Berliner Vereine der Berliner Fußballmeisterschaft 1932/33 erhielten einen Startplatz in der erstklassigen Gauliga, die restlichen Vereine wurden in die unteren Ligen eingeordnet. Zudem wurden die Vereine aus der Niederlausitz, vormals spielend im Südostdeutschen Fußball-Verband (SOFV), dem Sportgau III angeschlossen und der SV Cottbus-Süd wurde als bestplatzierter Verein ebenfalls in die Gauliga aufgenommen.

Die Bezirksklasse Frankfurt (Oder)-Lausitz startete 1933/34 in zwei Staffeln (Frankfurt (Oder), Lausitz) mit je zehn teilnehmenden Mannschaften. Bereits zur Spielzeit 1934/35 wurden die Staffeln auf drei erhöht. 1937 wechselten die Vereine aus der Neumark und teilweise auch aus Frankfurt (Oder) in die Berliner Bezirksklasse, wodurch die Spielzeit 1937/38 nur noch in zwei Staffeln ausgespielt wurde. Nach dieser Saison wechselten dann auch die restlichen Frankfurter und die Gubener Vereine das Bezirksgebiet, die Spielklasse hieß fortan nur noch Bezirksklasse Lausitz und wurde in einer Staffel ausgespielt. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stockte zunächst der Spielbetrieb. Ursprünglich angedacht war ein Wechsel der Gubener Vereine zurück in die Bezirksklasse Niederlausitz und dafür die Abgabe von Cottbuser Vereinen an den Berliner Bezirk. Kriegsbedingt wurde das Einzugsgebiet jedoch weiter umstrukturiert, die Austragung fand fortan in regional kleineren Gruppen statt, dessen Sieger in einer Finalrunde den Bezirksmeister ermittelten.

Qualitativ erreichten die Vereine nicht die Spielstärke der Berliner Mannschaften, auch wenn es zu einigen Achtungserfolgen kam. So schafften Vereine aus der Bezirksklasse Frankfurt (Oder)-Lausitz nur dreimal den Aufstieg in die Gauliga.

Spielzeiten der Bezirksklasse Frankfurt (Oder)-Lausitz 1933–1944 Fettgedruckte Mannschaften setzten sich in der Aufstiegsrunde durch und stiegen zur kommenden Spielzeit in die erstklassige Gauliga auf.

Saison Sieger StaffelNord Sieger StaffelSüd 1933/34 1. FC Guben FC 1901 Forst Saison Sieger StaffelNord Sieger StaffelOst Sieger StaffelWest 1934/35 SpVgg Guben CSC/Friesen Cottbus SV Sturm Grube Marga 1935/36 1. FC Guben CSC/Friesen Cottbus SV Hoyerswerda 1936/37 Eintracht Landsberg CSC/Friesen Cottbus SV Amicitia Forst 1937/38 keine Austragung SpVgg Guben SV Amicitia Forst Saison Sieger BezirksklasseLausitz 1938/39 SV Amicitia Forst 1939/40 SV Sturm Grube Marga 1940/41 SV Sturm Grube Marga 1941/42 CSC/Friesen Cottbus 1942/43 Eintracht Welzow 1943/44 1. FC Guben

Staffelmeister Rekordsieger ist der CSC/Friesen Cottbus, der viermal die Bezirksmeisterschaft gewann und einmal den Aufstieg in die Gauliga erreichte. Drei weitere Mannschaften konnten sich jeweils dreimal eine Staffelmeisterschaft sichern, wobei es nur Amicitia Forst nicht gelang, wenigstens einmal in die erstklassige Gauliga aufzusteigen.

Verein Titel Jahr CSC/Friesen Cottbus 4 1935 (Ost), 1936 (Ost), 1937 (Ost), 1942 30px 1. FC Guben 3 1934 (Nord), 1936 (Nord), 1944 SV Sturm Grube Marga 3 1935 (West), 1940, 1941 SV Amicitia Forst 3 1937 (West), 1938 (West), 1939 SpVgg Guben 2 1935 (Nord), 1938 (Ost) FC 1901 Forst 1 1934 (Süd) 30px SV Hoyerswerda 1 1936 (West) Eintracht Landsberg 1 1937 (Nord) Eintracht Welzow 1 1943

Ewige Tabelle 1933–1939 Auf Grund der kriegsbedingten Zersplitterung des Bezirksgebietes nach 1939 sind für die ewige Tabelle nur die Spielzeiten 1933/34 bis 1938/39 berücksichtigt.

!! Spielzeiten nach Kalenderjahren || 1933–39 || 1933–39 || 1934–39 || 1933–38 ||1934–39 || 1933–39 || 1933/34, 1935–38 || 1934–39 || 1933–39 || 1933–39 || 1934–39 || 1933–37 || 1934–37 || 1933–37 || 1934–39 || 1933–38 || 1933–38 || 1934–37 || 1933–38 || 1933–37 || 1934–37 || 1936–39 || 1935–39 || 1934–37 || 1933–36 || 1933–37 || 1933–36 || 1936–38 || 1936–38 || 1935–37 || 1934–37 || 1934/35, 1936/37 || 1935–37 || 1933–36 || 1938/39 || 1934/35, 1936/37 || 1937–39 || 1934–36 || 1933–35 || 193/38 || 1933/34 || 1937/38 || 1935/36 || 1935/36 || 1936/37 || 1935/36 || 1933/34 || 1937/38

Quellen Frankfurter Oder-Zeitung: Digitale Sammlung des Stadtarchivs Frankfurt (Oder) Hans Szonn: 100 Jahre Niederlausitzer Fußball

Kategorie:Gauliga Berlin-Brandenburg Kategorie:Erstveranstaltung 1933 Kategorie:Letzte Veranstaltung 1945