mini|hochkant|Stammwappen der Stapel im Wappenbuch des Westfälischen Adels Stapel ist der Name eines erloschenen westfälischen Uradelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht kommt schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts vor. Es gehörte zum Paderbornischen Stiftsadel und hatte das dortige Erbtruchsessenamt inne. Damit gehörte die Familie zu den vier Edlen Meiern des Hochstifts.Ledebur (1856), S. 472.Hefner (1866), S. 13 f.Kneschke (1868), S. 601.Spießen (1901–1903), S. 120 f.

Als erster Vertreter der Familie tritt Conradus Stapel (auch Staplo) (urkundlich 1144–1177), paderbornischer Ministeriale, auf. Er erscheint mehrfach in Urkunden des Paderborner Bischofs Bernhard I. († 1160). Conrads Söhne hießen Conrad und Theimo Stapel (beide urkundlich 1177). 1173 erscheint zudem ein Ritter Wernerus Stapel in einer Urkunde des Paderborner Bischofs Evergis († 1178). Johannes Stapel war 1309 Eideshelfer des Edelherrn Bertold von Büren und Wernerus dictus Stapel war 1312 Zeuge eines Vergleichs. 1313 verkauften der Knappe Johann Stapel, seine Frau und ihr Sohn Bertold, die zuvor Goswin Schlingworm nach Pachtrecht einen Bauernhof zu Rulveslo überlassen hatten, das Eigentum an besagtem Bauernhof.Fahne (1858), S. 369.

Nach dem Aussterben der Bulemast Mitte des 14. Jahrhunderts erbten die Stapel das Amt des paderbornischen Bannerträgers und nahmen in der Folge auch das Wappen der Bulemast an.Spießen (1901–1903), S. 24.

Bernhard Stapel war 1423–1448 Paderborner Domherr. Henrich Stapel besaß um diese Zeit Güter zu Meldrike und bekam 1425 zusammen mit seinem Sohn Henrich vom Paderborner Bischof das Amt Büren versetzt.

Auch im Baltikum war die Familie zeitweilig ansässig. In Riga gehörten die Stapel zu den Ratsgeschlechtern. Ratsherr Johann Stapel verstarb vor 1482. Albert Stapel bekam 1504 von Erzbischof Michael Hildebrand (1433–1509) das Gütchen Viffhusen mit 1 1/8 Haken Land zum Lehen. Seine Tochter Barbara Stapel, Witwe des Kersten Hahn, verkaufte das Gut 1545 für 500 Mark Rigisch. Heinrich Stapele kaufte um 1510 Klauenstein in Livland und erhielt 1513 vom Erzbischof Jasper Linde (1491–1524) die Bestätigung dieses Kaufs. Sein Enkel Johann Stapel besass Klauenstein im Jahr 1599. Magdalena Stapel brachte es ihrem Ehemann, dem Capitain Siul Zachrison, zu, der es am 26. Juni 1663 für 4000 Taler verkaufte.Gritzner (1901), S. 210.

Noch 1662 hatte die Familie einen Rittersitz in Lippspringe. Für diesen Rittersitz erscheinen die Erben von Stapel in der Paderborner Rittermatrikel.

Wappen

Blasonierung des Stammwappens In Silber ein roter Becher. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken eine rote Säule mit einer silbernen linkswehende Fahne, darauf der rote Becher.

Der Becher steht repräsentativ für das paderbornische Erbtruchsessenamt der Familie. Leopold von Ledebur, der von diesem abschreibende Ernst Heinrich Kneschke und auch Maximilian Gritzner sprechen fälschlicherweise von einem „Amboss“, anstatt von einem Becher.

Blasonierung einer Wappenvariante In Silber ein rotes Antoniuskreuz mit einem roten Becher belegt. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken wiederholt sich der Becher.

Blasonierung des mit dem Wappen der Bulemast vereinigten Wappens Geteilt, unten in Rot drei goldene Pfähle, oben in Silber ein rotes Kreuz, in der Mitte mit einem Schildchen wie das Stammwappen belegt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken eine rote Säule mit einer silbernen linkswehende Fahne besteckt, auf der sich der Becher wiederholt.

Das Banner im Wappen der Familien Bulemast und Stapel wurde von der Stadt Paderborn als Wappen angenommen und am 22. Juli 1975 als offizielles Wappen der Stadt genehmigt.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 369 (Google Bücher). Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 3 (Blühender Adel deutscher Landschaften unter preußischer Vorherrschaft), 11. Abt., T. 2: Der Adel der russischen Ostseeprovinzen, Teil 2: Der Nichtimmatrikulierte Adel, Nürnberg 1901, S. 210 (uni-goettingen.de) und Tfl. 143 (uni-goettingen.de). Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4. Spaur–Z. Regensburg 1866, S. 13 f. (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 601 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 472 (digitale-sammlungen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 120 f. (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 303 (hhu.de).

Weblinks Wappen der Stapel in Heinrich Strodtmanns Wappenbuch von 1640, S. 39 im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, W 001 / Msc. I ("Ältere Sammlung"), Nr. 263.

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht