mini|Michael (Mike) John Russell Michael (Mike) John Russell (* 1939) ist ein britischer Geologe, der sich mit der Entstehung des Lebens („Chemische Evolution“) befasst.

Russell ist der Begründer der Theorie, wonach das Leben an alkalischen hydrothermalen Quellen („Weißen Rauchern“) auf dem Meeresgrund entstanden ist. Diese Theorie besagt, dass Wasserstoff (H₂), Schwefelwasserstoff (H₂S) und Methan (CH₄), aus alkalischen hydrothermalen Quellen am Meeresboden freigesetzt, mit Nitrat (NO₃⁻), Eisen(II) und Eisen(III), Kohlendioxid (CO₂) und Protonen (H⁺) im umgebenden Meerwasser reagierten und so einfache organische Moleküle bildeten. Russell untersuchte 360 Millionen Jahre alte Mineralvorkommen in Irland, was ihn zu der Erkenntnis führte, dass einst Kompartimente aus Eisensulfid und -hydroxid als dreidimensionale Ausgangsstrukturen für die ersten Zellwände bzw. -membranen dienen konnten.

Werdegang Russell besuchte von 1950 bis 1958 die Chigwell SchoolChigwell School (). und studierte anschließend Geologie am Queen Mary College der University of London. Er arbeitete als Geologe in der Mineralexploration auf den Salomonen und in Kanada, bevor er an der University of Durham in Geochemie promovierte. Er lehrte am Institut für Angewandte Geologie der University of Strathclyde, bevor er als Dixon-Professor für Angewandte Geologie an die University of Glasgow wechselte. Er war zudem Gastprofessor an der Universität Grenoble. Von 2006 bis 2019 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Senior Research Fellow) bei der NASA und anschließend leitender Wissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory (JPL) des California Institute of Technology (Caltech) sowie bis 2021 Mitglied des NASA Astrobiology Institute.

Russell trat in verschiedenen BBC-Sendungen auf, darunter Life on Mars („Leben auf dem Mars“) und Origin of Life („Ursprung des Lebens“) (beide aus der Reihe Horizon).

Auszeichnungen und Ehrungen Im Juni 2009 wurde Russell von der Geological Society of London für sein Lebenswerk im Bereich der angewandten Geologie mit der William-Smith-Medaille ausgezeichnet. Im Jahr 2018 erhielt er für seine Forschungsarbeiten zur Entstehung des Lebens die „Exceptional Scientific Achievement Medal“ der NASA.

Einzelnachweise George Barbu: BBC-Serie „Horizon“: Life On Mars (Video, dailymotion.com) Life on Mars (Video, YouTube) – 49 Minuten, 11. Januar 2001. Dazu: Summary.

John Lynch: BBC-Serie „Horizon“: Life Is Impossible (Video, bbc.co.uk, 1992: London, England/1993: BBC Worldwide) – 54 Minuten, Season 29, Episode 22.

Michael J. Russell, A. J. Hall: The emergence of life from iron monosulphide bubbles at a submarine hydrothermal redox and pH front. In: Journal of the Geological Society, Band 154, Nr. 3, Mai 1997, S. 377–402; , PMID 11541234, ResearchGate:11805683 (). Michael J. Russell, Wolfgang Nitschke, Elbert Branscomb: The inevitable journey to being. In: Philosophical Transactions of the Royal Society B, Band 368, Nr. 1622, 19. Juli 2013, S. 20120254; , , PMID 23754808 (). Michael J. Russell: Prospecting for life. In: Interface focus, Band 9, Nr. 6, 18. Oktober 2019, S. 20190050; , ResearchGate:336652305 ().

John Whitfield: Origin of life: Nascence man. In. Nature News, Band 459, Nr. 7245, 20. Mai 2009, S. 316–319; , PMID 19458689 ().

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